Welt der Bilder: Eine Woche bei der Freizeit Revue
Am Montag habe ich meinen Dienst bei der Freizeit Revue angetreten. Bis Ende September werde ich dort meine Zweitredaktion absolvieren. So viel ist klar: Rätselredaktion und Freizeit Revue sind zwei verschiedene Welten…
Bislang beschäftigte ich mich in meiner Stammredaktion mit geschichtlichen Themen, mit Flora und Fauna, mit internationalen Feiertagen, Kulturgütern und Geographie. Doch seit Montag liegt der Fokus woanders: Royals, Promis, Schlagerstars, Klatsch und Tratsch stehen im Vordergrund. Eine ganz schöne Umstellung, aber nicht weniger interessant.
Bilder, Bilder, Bilder
Meine erste Woche verbrachte ich in der wohl wichtigsten Abteilung der FR. Nicht etwa bei der schreibenden Gilde, sondern bei der Fotoredaktion. Ohne Fotos keine Geschichte, denn auch hier gilt: pics or it didn’t happen.
Anfangs war ich zwar noch irritiert, was eine Schriftredakteurin bei den Fotoleuten machen soll, aber am Ende war es wirklich interessant. Es ist ein ganz anderes Arbeiten, und es ist nie schlecht, die Abläufe seiner Kollegen zu kennen. Außerdem habe ich gelernt, dass die Vorstellungen, die wir haben nicht immer realisierbar sind.
Wie oft hatte ich schon ein exaktes Bild für eine Geschichte im Kopf, aber der Bildredakteur konnte anscheinend keines finden? Jetzt weiß ich — nachdem ich gefühlt 10 000 Bilder am Tag angeschaut habe — ein Kompromiss ist nicht immer das schlechteste.
Je früher, desto besser
Morgens wurden erstmal alle Agenturen gecheckt, ob es neue Bilder von interessanten Promis gibt. Je früher, desto besser, schließlich könnte hinter jedem Bild eine Geschichte stecken. Dabei habe ich gelernt: Tom Hardy ist zwar für mich wichtig, aber nicht für die Leser der FR. Eigene Interessen zählen hier nicht, es geht um die Käufer. Und die wollen eben Königin Victoria beim Baden oder Prinz George beim Spielen im Sandkasten sehen.
Doch egal, welche Person im Bild ist, es gibt immer bestimmte Kriterien, ob ein Foto taugt oder nicht: Schaut sie in die Kamera? Ist der Hintergrund hell genug? Wie ist ihr Gesichtsausdruck?
Was nicht ist, wird noch werden
Nach einer Woche kann ich noch nicht so viel zur Arbeit bei der Freizeit Revue sagen. Doch so langsam tauche ich in die neue Welt ein. Und damit auch in ihre Geschichten und die Welt ihrer Promis. Momentan kenne ich vielleicht 30 Prozent der Menschen, die im Heft auftauchen. Aber ich bin mir sicher, nach zwei Monaten kenne ich sämtliche Stammbäume der Royals rückwärts und im Schlaf.
Foto: flickr/Ace Armstrong