E-Commerce Fulfillment heute

Der Trend zum Outsourcing der Logistik beim E-Commerce hält seit Jahren an. Online-Einzelhändler verschicken die vom Kunden bestellten Waren vermehrt nicht mehr selber, sondern lassen sie von Fulfillmentdienstleistern in deren Lagern zusammenstellen, verpacken und schnellstmöglich versenden. Händler können sich so gerade in der Anfangszeit ihres Unternehmens auf den Aufbau von Vertriebsstrukturen konzentrieren.

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Nov 11, 2019 · 3 min read

Durch die wachsende Nachfrage nach Fulfillmentleistungen steigen neue Anbieter in den Markt ein. So hat Shopify, ein Anbieter von Software mit der kleine und mittelständische Händler selbst Online-Shops erstellen können, kürzlich den Aufbau eines eigenen Fulfillment Netzwerks angekündigt. Shopify plant in den kommenden Jahren rund 1 Mrd. Dollar zu investieren, um seinen knapp 800.000 Onlinehändlern eigene Fulfillmentdienstleistungen anzubieten. Händler können darüber ihre Bestandsführung, den Versand und die Retourenabwicklung komplett an Shopify abgeben. Das Einrichten und der Betrieb eines Online-Shops wird so zusätzlich erleichtert und die Händler können sich auf die Produktion und den Vertrieb der eigenen Waren konzentrieren.

Shopify plant in den kommenden Jahren rund 1 Mrd. Dollar zu investieren, um seinen knapp 800.000 Onlinehändlern eigene Fulfillmentdienstleistungen anzubieten

Anfang September hat Shopify bereits 6 River Systems, ein Anbieter für kollaborative Lagerroboter, für 450 Millionen Dollar übernommen, um so den Rollout des eigenen Netzwerks zu beschleunigen. Mit dem Fulfillment-Netzwerk macht Shopify sich für Händler zusätzlich attraktiver und liefert außerdem gute Argumente nicht zur Konkurrenz abzuwandern. Gleichzeitig hilft das Angebot eines schnellen, verlässlichen Warenversands den Händlern weitere Kunden zu gewinnen und bestehende an sich zu binden. Dieser Netzwerkeffekt sollte Shopify beim weiteren Wachstum in den nächsten Jahren helfen.

Unumstrittener Platzhirsch ist (zumindest vorerst) weiterhin Amazon, die auf ähnliche Weise begonnen haben den Markt zu dominieren.

Seit 2006 bietet Amazon über Fulfillment by Amazon (FBA) Händlern bereits an, auf die logistischen Dienstleistungen von Amazon zurückzugreifen. In Amerika nutzten im Dezember 2018 73 % aller Top-Seller die FBA Services, in Deutschland waren es zum gleichen Zeitpunkt immerhin schon 46 % (Januar 2017: 33 %).

Die Übernahme von Kiva kostete Amazon 2012 insgesamt 775 Millionen Dollar. Amazon konnte durch den Einsatz von Kivas Robotern die eigenen Fulfillmentkosten um etwa 20% senken.

Auch Amazon übernahm anfangs mit Kiva (heute Amazon Robotics) einen Anbieter, der die Automatisierung der eigenen Warenhäuser ermöglichte. Kivas Roboter finden im Lager selbstständig die bestellten Waren und bringen diese zum Lagerarbeiter, der das Paket anschließend versandfertig packt. Die Übernahme von Kiva kostete Amazon 2012 insgesamt 775 Millionen Dollar. Amazon konnte durch den Einsatz von Kivas Robotern die eigenen Fulfillmentkosten um etwa 20% senken und gleichzeitig die Konkurrenz lähmen. Aufgrund von Patenten und der Schwierigkeit, die Expertise von Kiva nachzubauen, konnten neue Robotikunternehmen erst in den letzten Jahren vergleichbare Systeme anbieten.

Derart große Investitionen von originären Tech-Unternehmen werden den Fulfillment-Markt in den kommenden Jahren stark verändern und insbesondere kleinere Anbieter vor neue Herausforderungen stellen. Um zu verhindern sich in eine Abhängigkeit von Amazon, Shopify etc. begeben zu müssen, sollten auch kleinere Fulfillmentdienstleister in Zukunft eigene digitale Kompetenzen aufbauen. Da die dazu nötige Erfahrung und Ressourcen intern möglicherweise fehlen, ist zu erwarten, dass Drittanbieter Dienste zur Integration anbieten werden.

Eine steigende Digitalisierung der Fulfillmentdienstleister bietet schließlich auch den Händler eine optimistische Zukunftsaussicht. Sie werden künftig noch flexibler auf mehr Anbieter mit mehr Dienstleistungen und auf bessere Konditionen zurückgreifen können.

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