Wie wir im Internet unsere Spuren hinterlassen und welche Gefahren dort lauern
Als Digital Native kennt sich Cody Coach Simon bestens in Sachen Internet und Internetsicherheit aus. In seinen Kursen geht es nicht nur darum, das Internet zu verstehen, sondern auch, Gefahren frühzeitig zu entdecken. Beim Browsen im Internet hinterlassen wir unsere Spuren, sozusagen digitale Fußabdrücke. Was das genau bedeutet und welche Folgen das hat, weiß Simon:

Sicherheit im Internet beginnt zunächst mit einem kritischem Bewusstsein. Beim Funkradio oder Antennenfernsehen empfangen alle Zuschauenden und alle Zuhörenden das gleiche Programm. Dienstleistungen im Internet sind hier sehr viel flexibler, da sich der User den Zeitpunkt und Inhalt selbst aussuchen kann. Auf die Sicherheit bezogen sieht es aber genau andersherum aus: Beim Internet ist die Verbindung zwischen Server und Client (z.B. Youtube und dem eigenen Browser) insofern gleichberechtigt, dass der Server auch Daten vom User erfahren kann. Beim klassischen Fernsehen ist dies nicht möglich. Im krassesten Fall ist somit jedes internetfähige Gerät mit einer Kamera oder einem Mikrofon so ausgestattet, dass es den User ausspionieren kann.

Während der letzte Fall ein krimineller Eingriff ist, spähen uns große Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook im rechtlichen Rahmen aus (zum Teil, da es kein international eindeutiges Recht hierzu gibt). Dies ist aber alles andere als augenscheinlich. Google und Facebook erfassen nicht nur Daten, wenn wir deren Dienste verwenden: Jeder Aufruf einer Internetseite, auf der ein Facebook-Daumen oder ein Google-Plus untergebracht ist (von Google Adsense ganz zu schweigen), wird von deren Servern registriert. Die Internetriesen erfassen somit nicht nur Nutzer, welche sich im Social-Network registriert haben, sondern auch alle anderen. Man sollte dies nicht vorschnell verurteilen, da hieraus auch Vorzüge für den Nutzer entstehen können, z.B. personalisierte Werbung, welche einem Produkte schmackhaft machen möchte, die einen tatsächlich interessieren könnten. Ein großes Problem ist hierbei allerdings, dass man sich diesem nur schwer entziehen kann. Für etwas mehr Privatsphäre helfen verschiedene Browserplugins, wie Ghostery und BetterPrivacy.
Ein großes Sicherheitsrisiko entsteht aber nicht nur durch Hacker oder hohe Softwarekunst. Auch durch Gefahren wie z.B. Phishing. Wer eine Email empfängt, die einen auffordert ganz dringend, und vor allem schnell, ein wichtiges Passwort preiszugeben, sollte sehr vorsichtig sein. Dies ist in der Regel eine schädliche Nachricht, auch wenn es so scheint, dass der Absender beispielsweise von der eigenen Bank kommt — die angezeigte Senderadresse kann manipuliert werden.
Bei wichtigen Anliegen im Internet (z.B. immer dann, wenn es um Einkäufe und Geld geht), sollte man darauf achten, dass eine “https”-Verbindung vorliegt. Die meisten Browser stellen dies neben der Adresseingabe mit einem grünen Schloss dar. Hiermit können Man-In-The-Middle-Angriffe ausgeschlossen werden, also Hacker, die die Kommunikation von Server und Client in der Mitte mitlesen oder sogar manipulieren.

In jedem Fall sollte man beim Browsen Fenster, die sich plötzlich öffnen, immer kritisch hinterfragen. Und es gilt: Bevor man das Web mit gestaltet, sollte man sich darin sicher bewegen können.
