Content Recycling in Social Media

Im Content-Marketing sollten Sie das Republishing vorsichtig und geschickt einsetzen


Wir wissen, was Sie letzten Sommer getan haben! Unterschätzen Sie niemals Ihre Leser, wenn Sie alte Inhalte erneut bloggen. Google zeigt uns schnell, wer seine Ideen frisch ausliefert oder nur repliziert. Das wirkt sich dann auf Ihre Online-Reputation und auf die Leserschaft aus, die Ihre Inhalte bereits kennen. Aber nutzen Sie trotzdem das Republishing auf den Social Media Kanälen, auf denen es sinnvoll ist.

Gelangweilt werde ich nicht gerne. Wiederholungen ermüden ungemein. Deshalb bin ich ziemlich enttäuscht, wenn ich auf einen (Medium)-Link klicke und dort dasselbe lese, was ich vielleicht vor einigen Wochen an anderer Stelle im Blog des Autors gerne wahrgenommen habe.

Content Recycling als reine Wiederholung langweilt

Leider haben viele Medium-Neuankömmlinge die Unsitte übernommen, alte Texte 1:1 erneut auf dieser Plattform zu stellen. Das ist nun auch wirklich sehr einfach, ist dennoch ein ärgerliches Phänomen. Denn als Leser möchte ich neue Ansätze kennenlernen und nicht Altes neu aufgewärmt bekommen. Natürlich hat nicht jeder schon Ihre Texte gelesen. Aber Sie verlieren mich als Leser und bei den Recommends, weil ich mir keine “neuen” Texte von Ihnen mehr ansehen werde. Ich gehe dann automatisch davon aus, wieder etwas Altes zu erhalten, was ich vermutlich schon kenne. Für Ihre Reputation ist das somit schlecht.

Allerdings sollten Sie das nicht falsch verstehen, ich habe nichts dagegen, wenn Content erneut veröffentlicht wird. Es kommt eher darauf an was, wie und wo? Die Verpackung ist hierbei entscheidend. Auf Medium können Sie den Content wunderbar und leicht mit multimedialen Zusätzen versehen und ihn dadurch lesenswert machen. Das geht dann aber über das reine Content Recycling hinaus und lässt einen neuen, wertigen Inhalt entstehen.

Wer seine Botschaften jedoch lieblos über verschiedene Plattformen verteilt, dem sieht man das mit der Zeit an. Achten Sie daher lieber auf die richtige Komposition, dann wird das Content Recyling sogar als Service wahrgenommen und ist sinnvoll.

Nur 1 Prozent ist aktiv im Social Web

Die Analysten von SocialFlow haben herausgefunden, dass nur wenige Menschen in Social Media reagieren. Gerade einmal ein Prozent der Beiträge erzielt Retweets, Likes oder wird geplusst. 99 Prozent der Twitterer und Facebook-Mitglieder reagieren gar nicht auf die Postings und sind eher passiv im Netz unterwegs. Gerade deshalb kommt es darauf an, die aktive Minderheit mit den eigenen Postings zu erreichen. Das Reposting ist eine durchaus probates Mittel, sollte aber den jeweiligen Plattformen gerecht werden, damit es niemanden nervt.

http://venturebeat.com/2014/08/19/study-shows-99-of-organic-social-posts-create-almost-no-engagement/
Evergreen Content funktioniert

So gibt es einen sogenannten “evergreen” Content, der langlebig und immer relevant bleibt, weil sich viele Menschen dafür interessieren. Diesen können Sie mit kleinen Aktualisierungen immer frisch halten, ohne jedesmal wieder auf das Update des Updates zu verweisen. Sie kennen Wikipedia-Beiträge, die genau auf diesem Prinzip beruhen. Aber es gehören auch Präsentationen auf Slideshare, Wikipedia-Einträge, Videos, Erklärtexte, Fachtexte und Infografiken dazu. Letztlich zählen viele Artikel dazu, die in der “Was ist was”-Manier etwas erläutern: “Was ist Content-Marketing”, “Wie Sie erfolgreich bloggen”, “Was ist SEO”, “Wie twittert man am besten”, “Blogger Relations: Wie Unternehmen begehrte Blogger erreichen” etc.

Über Evergreen Content erreichen Sie viel mehr und langfristiger Ihre Leser als über aktualitätsbezogene Blogartikel. Andererseits muss der fachliche Beitrag für den Onliner dann einen anderen, nicht aktuellen, aber nachvollziehbaren Mehrwert bieten.

In einem Corporate Blog verschwindet der Evergreen Content zu schnell aus der Aufmerksamkeit, deshalb müssen Sie darauf an deutlicher Stelle verweisen oder ihn durch Content Promotion sichtbar machen. Es lohnt sich, auf den Evergreen Content immer wieder auf Twitter, Facebook, Google+ und Co. zu verweisen.

Das Republishing auf Twitter ist sinnvoll

In Social Medial sollten Sie Ihre Inhalte nur mit großer Vorsicht erneut veröffentlichen, damit Sie nicht als Spammer gelten. Wer sich ständig überall wiederholt, wird dadurch nicht erfolgreich seine Botschaften vermitteln können.

Wenn ich jemanden auf Twitter, Google+ oder Facebook folge, möchte ich nicht, dass dieselben Themen immer wieder von Neuem crossmedial gepostet werden, wobei es legitim ist die eigenen Themen überall aufzugreifen und zu spielen. Eine gewisse Anpassung an die jeweiligen Kanäle ist zudem sinnvoll, um dort erfolgreich zu sein. Crossmedia Publishing hat somit eigentlich auch nichts mit Content Recycling zu tun.

Bei Twitter sollten Sie Ihren eigenen Retweets neue Ideen hinzufügen, Ihre Tweets variieren, wenn Sie diese erneut posten. Das gelingt mir aus zeitlichen Gründen auch nicht immer, ist dann aber ärgerlich, weil dadurch einzelne Leser verärgert werden. Hierbei kommt es im Prinzip auf die Menge Ihrer Postings an. Wenn Sie viel twittern, macht ein Retweet in eigener Sache nicht ganz so viel aus.

https://twitter.com/klauseck/status/479249312304881664
https://twitter.com/klauseck/status/479269670218764289

Das erneute Twittern macht grundsätzlich Sinn, bedenkt man, wie schnell die einzelne Sendung aus der Aufmerksamkeit im Newsstream verschwindet. 18 Minuten soll laut SEOmoz-Autor Peter Bray die Halbwertszeit eines Tweets betragen. Danach nimmt die Retweet-Rate rapide ab. Selbst wenn Sie innerhalb kurzer Zeit mehrfach auf Ihren Content verweisen, ist die Sharingrate nicht wesentlich höher.

http://moz.com/blog/when-is-my-tweets-prime-of-life
Texte anteasern auf Medium

Alternativ können Sie auf Medium Texte anteasern und den Ursprungstext verlinken. Das funktioniert sehr gut, wirkt aber noch besser, wenn Sie den Teaser nicht identisch gestalten, sondern einen neuen, frischen Einstieg mit Bildern wählen.

Genauso gut können Sie vorhandene Inhalte nutzen, diese neu arrangieren, um aktuelle (multimediale oder andere) Mehrwerte anreichen und sie erneut publizieren. Allerdings sollte es dann meiner Meinung nach keine reine Wiedergabe des Alten sein.

Seien Sie hierbei lieber etwas vorsichtiger. Ihre Leser sind oft schlauer als Sie denken. Enttäuschen Sie diese lieber nicht und seien Sie beim Republishing transparent. Warum nicht auf den Ursprungs verweisen, wenn dieser noch erkennbar ist?

Content Tipps für das Reposting

Dürfen Sie Ihren Content nun immer wieder von Neuem posten und sharen? Das können Sie durchaus tun, sollte es jedoch sehr konzeptioniell angehen. Wer einfach alle seine Inhalte immer wieder shared, nervt sehr schnell seine Follower und Fans.

Allerdings kann ich mich mit den Buffer-Tipps und Kissmetrics sehr gut anfreunden, die einen generellen Vorschlag für das Reposting enthalten, der eine gute zeitliche Verteilung vorschlägt:

http://blog.kissmetrics.com/double-your-social-media-traffic/
Wir verteilen uns über das Netz und dann?

Wenn Sie Ihre Inhalte auf zahlreiche Blogs verteilen, wirkt das auf den ersten Blick unübersichtlich. Wo finde ich Ihren Content? Deshalb ist es sinnvoll, an einer zentralen Stelle auf alle publizierten Texte zu verweisen. Das kann, aber muss nicht Ihr Blog sein. Aber ganz so leicht können Sie Ihre Themen nicht voneinander trennen.

Michael Klems meint, dass Sie auf Medium Ihre anderen Inhalte veröffentlichen können, “die auf dem eigenen Blog angestammte Leser eher verwirren oder sogar vergraulen könnten.” Er empfiehlt: “Bauen Sie sich zu Ihrem Kernthema durch eine andere Schreibweise oder einen anderen Teilaspekt Ihres Themengebietes eine neue Leserschaft auf Medium auf.”

Das klingt erst einmal sehr schön, allerdings funktioniert das meiner Ansicht nach nicht wirklich, weil wir digital immer eine Person bleiben, nur eine Identität haben, selbst wenn wir in verschiedenen Rollen leben. Vor Google laufen alle Personas und Themen doch wieder zu einer Online-Reputation zusammen und bilden unseren Personal Brand. Deshalb mag es vielleicht verlockend sein, unsere Interessen auseinander zu ziehen und auf verschiedene Blogs zu verteilen. Aber es funktioniert nicht wirklich.

Das Blog als Kommunikationszentrale nutzen

Wer bereits einen Personal Blog führt, kann dort ohnehin mit den Blogkategorien seine unterschiedlichen Interessen darstellen. Anders sieht es bei einem Gemeinschaftsblog oder einem Fachblog wie den PR-Blogger aus, indem die Themen weitgehend vorgegeben sind. Selbst auf unser Firmenwebsite könnte und wollte ich nicht noch andere Themenfelder hineinbringen, die vielleicht zu mir, nicht aber zum Unternehmen Eck Consulting Group und seiner Positionierung passt.

Eine Kommunikationszentrale ist etwas wirklich sinnvolles. Dazu ist ein persönliches Blog sehr gut geeignet, das sind andere Blogprojekte weniger. Unternehmen tun sich in dieser Hinsicht leichter. Als Geschäftsführer eines Unternehmens wirkt das schon etwas komplizierter.

Externe Quellen sichtbar machen

So ganz wird es Ihnen ohnehin nicht gelingen, alles auf eine Website, ein Blog oder ein Profil zu bringen. Sobald Sie Interviews geben, Gastbeiträge veröffentlichen oder an anderer Stelle publizieren, bauen Sie auf sinnvolle Weise Ihr Network aus und erhalten zahlreiche Backlinks. Gleichzeitig verteilen Sie Ihren Content über das Netz. Aber es spricht nichts dagegen, auf alle diese externen Content-Satelliten zu verweisen und Ihren Profilen hinzufügen. Das können Sie über Flipboard, LinkedIn oder About.me etc. machen.

Letztlich sind Sie allein für Ihre digitale Identität verantwortlich und sollten diese wahrnehmen, indem Sie alle Ihre (mit Ihrer Person verbundenen) Assets an einem digitalen Ort zentral vorstellen. Daraus entsteht dann Ihre Personenmarke.

50 Creative Ways To Repurpose Your Content

In der folgenden Infografik zeigt everypost, welche kreativen Möglichkeiten der Content Curation es gibt. Viele der 50 Tipps lassen sich ohne großen Aufwand sofort realisieren und eignen sich besonders gut für Evergreen Content.

http://everypost.me/blog/50-creative-ways-repurpose-content-infographic/

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