Digitalisierung? Läuft! Merkel, Obama und die Digitalwirtschaft

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Wie jedes Jahr im März stand auch diesmal wieder Hannover auf dem Kopf, als die weltgrößte Technologiemesse CeBIT ihre Hallen öffnete. Zwar ist aus dem Besucheransturm der 1990er Jahre nur noch ein laues Lüftchen übrig geblieben, aber immerhin kommt noch die Politprominenz. So auch Angela Merkel, die wieder ihren traditionellen Messerundgang absolvierte und sich von ausgewählten Anbietern zeigen ließ, was der CIO von morgen in seinem Rechenzentrum so verbaut.

Ihre wirtschaftspolitischen Botschaften streute sie bereits vorab im Internet. Per Podcast, wie das heute neumodisch heißt. Marktführende Unternehmen aus klassischen Industrien sollten sich doch bitteschön stärker um den digitalen Fortschritt kümmern und ihre Daten besser nutzen, um die eigene Marktposition zu stärken. Aus Big Data-Analysen gewonnene Daten sind nämlich zu einem wichtigen Rohstoff des 21. Jahrhunderts geworden.

Derweil kommt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf die grandiose Idee, wir sollten doch endlich für freie Fahrt auf der Datenautobahn sorgen. Sein auf der CeBIT vorgestellter Plan „Digitale Strategie 2025“ fordert, den für 2018 geplanten flächendeckenden Ausbau mit Breitbandanschlüssen nochmal um ein 20-mal schnelleres Glasfasernetz zu ergänzen. Na, die Deutsche Telekom wird‘s schon zu verhindern wissen. Eine solche Innovationswut würde doch glatt ihr Marktmonopol gefährden, nämlich die letzte Meile zu den Kunden mit ollem Kupferdraht zu versorgen. Ach, die Bundesrepublik hält direkt und indirekt über 30 Prozent Anteile an der Telekom? Da wird sich Herr Gabriel aber was anhören müssen. Auf der anderen Seite: Die geplanten zehn Milliarden Euro an Fördergeldern werden die Wogen schon glätten.

Fast zeitgleich erlebten wir den US-Präsident Barack Obama auf dem SXSW Festival in Austin, Texas, in einer deutlich aktiveren Rolle. Auf einer Podiumsdiskussion warb er um mehr Vertrauen der Digitalwirtschaft in die eigene Regierung. Die große Parallele: In Austin und in Hannover ging es darum, Daten verantwortungsvoll und effizient zu nutzen.

Schnelle Internet-Zugänge sowie auf Basis von Big Data-Analysen getroffene Entscheidungen werden für die Wirtschaft jedenfalls immer wichtiger. Auch PR- und Marketing Manager treffen ihre Entscheidungen immer häufiger auf Basis von fundierten Daten und aktuellen Analysen. An dieser Stelle kommen Kommunikationsagenturen ins Spiel, die ihre Expertise in diesem Bereich gezielt einsetzen können, indem sie ihren Kunden die neuen datenbasierten Möglichkeiten aufzeigen, um beispielsweise Kampagnen auf den Punkt genau mit der gewünschten Zielgruppe abzustimmen.

Schon aus privatem Interesse hoffe ich, dass sich Big Data-Analysen schnell durchsetzen und sich in meinem Mail-Account keine Werbung mehr von Web.de für Treppenlifte findet *seufz*.

Über den Autor:

kai-uwe

Kai-Uwe Wahl, Senior Account Director Kai-Uwe.Wahl@hkstrategies.com

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