Einfach schreiben und veröffentlichen

3 Korrekturschleifen sind genug

Nov 29, 2016 · 2 min read

Für mich hat sich ein kompaktes System bewährt, das Struktur in den Schreibprozess reinbringt. Wann immer ich Gedanken mit anderen teilen will, kann ich gezielt und fokussiert an meinem Blogpost oder Artikel arbeiten und weiß aber auch, wann Schluss ist.

Draft Zero— alle Gedanken aufschreiben

Der erste Entwurf dient dazu, alle Gedanken zum Thema aufs Papier zu bringen. Ich finde es am einfachsten, einen 5 Minuten Timer zu stellen und einfach drauf los zu schreiben— ohne Pause. Diese Methode nennt man auch Brainwriting.

Das hilft sehr, ins Schreiben reinzukommen — weil man macht es ja erstmal nur 5 Minuten. Aber auch wenn der Timer abläuft, geht es wie von selbst weiter, weil es Spaß macht. Es ist auch interessant zu sehen, wohin die Gedanken gehen: Manchmal ändert sich im Verlauf das Thema oder der Blickwinkel darauf.

Den Draft Zero für diesen Post habe ich als Sprachnotiz in Evernote eingesprochen, ein Trick von Heinz. Das geht schnell und es ist einfacher, die Gedanken auszusprechen, als sie hinzuschreiben, wenn man es nicht gewohnt ist.

Erste Korrektur — Struktur reinbringen

Jetzt gehts ans Filtern — welche guten Gedanken stecken im Draft Zero? Weil da alles drin steht, sind meistens ein paar gute und eine Menge nicht so gute Gedanken drin.

Ich gehe bei der ersten Korrekturschleife alles durch und lösche alles, was keinen Sinn macht oder nicht zum Thema passt. Dann bringe ich die Gedanken in eine sinnvolle Struktur und versuche, Zwischenüberschriften zu finden.

Der erste grobe Entwurf steht.

Zweite Korrektur — Lesbarkeit

Die zweite Korrektur ist ein kritischer Blick auf den Text: Ist er korrekt und gut zu lesen?

Ich achte dabei immer auf:

  • Verben statt Substantivierungen
  • Aktiv statt Passiv
  • zu lange Sätze im Zweifel aufteilen
  • Füllwörter streichen
  • Absätze kurz und Zwischenüberschriften prägnant halten
  • Tippfehler korrigieren

Das ist der finale Entwurf.

Publish and move on

Diesen finale Entwurf stelle ich auf Medium ein, er bekommt ein Titelbild und ich checke den Titel und den Vorschautext, falls der Post auf Twitter oder Facebook geteilt wird. Ich lese noch ein letztes Mal drüber, manchmal formuliere ich hier und da um. Danach bitte ich Freunde, drüberzulesen und zu schauen, ob ihnen noch etwas auffällt. Dann veröffentliche ich den Post.

Natürlich kann man sich länger mit Feinheiten in den Formulierungen aufhalten — und manchmal ist das auch angebracht. Aber wenn es darum geht, Gedanken als Blogpost rauszubringen, vertrete ich den Ansatz „Better done than perfect“.

Du hast dir schon in den beiden Korrekturschleifen vorher Zeit genommen, alles nochmal genau zu lesen, zu verbessern und zu korrigieren. Teile es einfach mit der Welt! Wenn dein Blogpost oder Artikel oder Buch für immer auf deinem Rechner bleibt und es niemals raus ins Internet schafft, wirst du mit deinen Gedanken niemanden inspirieren und niemandem helfen. Deshalb einfach veröffentlichen und weitermachen.

CosARTig’s Blog

Insights rund um unser Studium Content Strategy

Anna Fokina

Written by

Freelance UX designer and karaoke singer from Berlin.

CosARTig’s Blog

Insights rund um unser Studium Content Strategy