Wie sieht das Design von 2020 aus?

UX & UI Design Trends im Überblick

Kristina Hapich
Jan 21 · 5 min read

Design Trends sind immer eine Reaktion auf technische und kulturelle Änderungen. Designer folgen diesen Strömungen nicht ohne Grund. Die Verwendung der neuesten Trends lässt ein Produkt frisch und fortschrittlich wirken, wodurch es ansprechender für die Zielgruppe wird.

In den letzten Jahren war Minimalismus ein großes Thema im UI & UX Design. Alle Funktionen wurden auf ein Minimum reduziert. Auf schmückende Elemente wurde komplett verzichtet. 2019 deutete sich bereits an, dass Oberflächen wieder abwechslungsreicher, individueller und mutiger werden.

Dieser Artikel bietet einen Überblick über die wichtigsten Design-Trends des Jahres 2020 mit Schwerpunkt auf UX, UI und Data Visualization.

Gradient 2.0

Verläufe waren bereits in 2019 ein aufstrebendes Thema. Sie heben sich stark von dem Flat Design Trend der letzten Jahre ab und werden im Jahr 2020 noch stärker in Erscheinung treten. Ein Verlauf kann richtig eingesetzt beispielsweise Dashboards zu mehr Tiefe und Individualität verhelfen. Die Apple Card macht gerade vor, wie ein Verlauf nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich zur Datenvisualisierung genutzt werden kann. Alle Einkäufe werden thematisch sortiert und farblichen Kategorien zugeordnet. Für jeden Tag wird ein individueller Verlauf generiert, der dem User sofort zeigt, wieviel und vor allem wofür er sein Geld ausgegeben hat.

Minimalistische Banking-App mit Verlauf, Quelle: dribble/saepulRohman
Datenvisualisierung der Apple Card, Quelle: Apple Card

Rise of the dark side

Letztes Jahr führten viele große Software Firmen neben den hellen User Interfaces auch eine dunkle Variante ein. Der User kann selbst entscheiden auf welcher Seite er steht: hell (Lightmode) oder dunkel (Darkmode). Seitdem geht der Trend hin zum dunklen User Interface oft im Zusammenspiel mit kräftigen Sekundärfarben. Der starke Kontrast zwischen dunklem Hintergrund und leuchtenden Farben erzeugt eine futuristischen Optik, die an neonfarbene Städte und Science Fiction erinnert.

Darkmode Dashboard, Quelle: dribbble/MichalSambora
Darkmode App, Quelle: dribbble/AbanishMohanty

GO BIG! GO BOLD!

Hero Headlines anstatt Bildern ist ein weiterer großer Trend im neuen Jahr, um die Aufmerksamkeit des Users zu erregen. Kurze Sätze, minimalistische Sprache und vor allem Typografie in bold. Heavy Fonts geben Headlines mehr Bedeutung und leiten das Auge des Users.

Beispiele für Hero Headlines, Quelle: digitalartsonline

Die dritte Dimension ist zurück

Um sich von dem minimalistischen Flat Design der letzten Jahre abzuheben, benutzen Marken neuerdings gerne 3D gerenderte Brand Design Elemente. Diese sind vielfältig einsetzbar und ziehen die Aufmerksamkeit des Users auf den Content. Diagrammen und Grafiken kann durch die Isometrische Darstellung eine Dimension hinzugefügt werden, ohne dass die Aussagekraft verringert wird.

Isometrische Visualisierung, Quelle: dribbble/AbinashMohanty
3D gerenderte Datenvisualisierung, Quelle: dribbble/CosminCapitanu

Data Emotionalisierung

Datenvisualisierung muss nicht nur aus trockenen Tabellen und Diagrammen bestehen. Je nach Anwendungsbereich helfen Illustrationen die Daten leichter zugänglich zu machen. Tailor-made Illustrations, die individuell auf das Produkt zugeschnitten sind, werden in diesem Jahr immer stärker eingesetzt. Sie erhöhen den Wiedererkennungswert und geben dem User einen emotionalen Einstieg in das Thema.

Emotionaler Einstieg in Sprachlernprogramm, Quelle: dribbble/AgaCiurysek
Financial-App mit Illustrationen, Quelle: dribbble/AfterglowStudio

Bewegt euch!

Bewegung zieht die Aufmerksamkeit des Users auf sich. Im Zeitalter des Überfliegens wird es immer wichtiger zu unterhalten und ein Erlebnis zu bieten. Durch Micro Animationen, Gamification-Elemente und Interaktionen hat der User das Gefühl eine Rückmeldung zu erhalten und wird mit einer positiven Erfahrung zurückgelassen, die sich länger im Gedächtnis einprägt.

User Interaktion innerhalb einer Taxi-App, Quelle: dribbble/Cuperto
Micro-Animations in einer Smart-Home-App, Quelle: dribbble/Ramotion

Data Storytelling

Ein weiterer Trend ist es dem User nicht nur ausgewählte Daten zu präsentieren, sondern eine Data Story, bestehend aus Datenanalyse, Datenvisualisierungen und textuellen Elementen zu erzählen. Der User soll die Bedeutung der Daten verstehen, seine eigenen Schlüsse ziehen und entsprechend handeln können. Im Kontext einer Geschichte sind die Erkenntnisse der Datenanalyse auch emotional zugänglich und dadurch für den Nutzer leichter zu verstehen. Uber Engineering beschäftigt beispielsweise ein komplettes Team, um Daten sinnvoll aufzubereiten und dadurch die Story des Unternehmens zu erzählen.

Live dabei

Im Jahr 2020 werden komplexe Livedaten — wie Dashboard-Statistiken — noch schneller verfügbar sein. Das schafft großes Potential für vielfältige Anwendungen. Durch dynamische Animationen, die sich den Änderungen der Informationen anpassen, lassen sich Livedaten einfach abbilden. Das Konzept ähnelt den Visualisierungen in Musik-Apps wie Windows Media Player, die Schallwellen der abgespielten Songs grafisch darstellen.

“Wir leben in der Welt von Big Data und sehen, wie Datenvisualisierung und Live-Elemente eine wesentlich größere Rolle im Design spielen. Von Live-Dashboards, die sich permanent aktualisieren, bis hin zu kinetischen, ansprechenden Statistiken wird 2020 das Jahr sein, in dem Webdesign und Typografie einen großen Sprung in die sich stetig verändernde Welt der Livedaten machen.”

Ben VanderVeen, Art Director und Gründer von Moss and Fog

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Trends für 2020 ein spannendes, dynamisches und experimentelles Jahr voraussagen. Die wichtigste Aufgabe des Designers bleibt jedoch, die neuen Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen, um ein praktisches und ansprechendes Produkt mit echtem Mehrwert für den User zu gestalten.

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