Coworking Spaces als Innovationsbeschleuniger von creditshelf im TheSpot Fintech bei beehive

Coworking Spaces als Innovationsbeschleuniger

Das wirtschaftliche Umfeld von mittelständischen Unternehmen unterliegt derzeit starken Veränderungen durch die überall einsetzende Digitalisierung und Globalisierung. Der Mittelstand muss sich diesen Herausforderungen stellen, wenn er auch in den nächsten Jahren seine erfolgreiche Position verteidigen will. Wichtig in diesem Zusammenhang kommt ist eine hohe Innovationsfähigkeit und Umsetzungsgeschwindigkeit, was durch eine Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette erreicht werden kann.

Zu den Faktoren, die helfen, hier ausreichend Innovationskraft zu haben, zählen neben geeigneten Mitarbeitern und einer innovationsfördernden Unternehmenskultur auch organisatorische Aspekte. Digitalisierung, veränderte Arbeitszeitmodelle und Lebensgewohnheiten machen es notwendig, auch über die Gestaltung der Arbeitsplätze neu nachzudenken. Die digitale Welt verlangt neue intermediäre Strukturen, wie z.B. Coworking Spaces (auf deutsch: Räume für das Zusammenarbeiten).

Hier werden Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) zeitlich befristet zur Verfügung gestellt und ermöglichen die Bildung einer Gemeinschaft (Community), welche mittels gemeinsamer Veranstaltungen, Workshops und weiterer Aktivitäten intensiviert werden kann. Die Nutzung bleibt dabei stets unverbindlich und zeitlich flexibel. Durch die damit verbunden Offenheit und Kollaboration wird eine Beschleunigung der Inkubationszeit von neuen Ideen erwartet.

Auch mittelständischen Unternehmen erschließen sich hier Potentiale. Sie können durch den Aufbau von eigenen Coworking Spaces zu bedeutenden Akteuren in der teilenden Wirtschaft (englisch: Sharing Economy) werden und dadurch ihr Geschäftsmodell sinnvoll ergänzen. Zur Ausschöpfung dieser Potenziale müssen sie nur ein wenig Mut bei der Umnutzung ihrer Immobilien mitbringen.

Das Ziel sind modern gestaltete Arbeitswelten, wo Teambüros, Schreibtische, Besprechungs-, Veranstaltungs- und Workshop-Räume auf Zeit, d. h. pro Tag, Woche, Monat oder länger, vermietet und selbst genutzt werden können. Coworking Spaces bieten neben Startups und Freelancern auch Projektteams, Pendlern und Wissensarbeitern eine moderne Arbeitsumgebung im Sinne der New-Work-Bewegung. Durchschnittlich 68 Coworker arbeiten in einem durchschnittlichen deutschen Space. Größere Spaces wie z. B. WeWork beheimaten sogar deutlich mehr als 150 Menschen, wie Tobias Kollewe in einem Beitrag in der-bank-blog.de vom 05.11.2018 beschreibt.

Das erleichtert auch den gezielten Wissenstransfer zwischen den unterschiedlichen Gruppen und Personen, denn Open Innovation wird für junge und etablierte Unternehmen immer wichtiger. Zentrales Merkmal ist, dass alles rund um den Arbeitsplatz bereitgestellt und gemeinsam genutzt wird. Zum Plug & Play Angebot zählt bspw. WLAN, Tagungstechnik, Drucker, Kaffeemaschine, Wasserspender, Kicker oder Grill. Für das Rundum-Sorglos-Paket zahlen die Co-Arbeiter entweder eine Pauschale oder sie zahlen verbrauch- und nutzungsabhängig. Eine derartige Arbeitsumgebung ist bei IT-lern und Kreativen genau so beliebt, wie bei High Potentials aus dem Managementsektor.

Feedbackkultur wird hier erwartet und gefördert. Ein Coworking Space sollte immer die Sicht von außen auf Dinge ermöglichen. Es soll die Gedanken für etwas Neues, Kreatives oder Innovatives öffnen. Hierzu bedarf es auch der richtigen Räume, Infrastruktur und natürlich Menschen. Je nach Bedarf und Arbeitssituation sind ergänzende abgeschlossene Büros genauso wichtig wie Rückzugsorte zum telefonieren.

Die durch die digitale Rationalisierung gewonnene Freiflächen in mitteltändischen Unternehmen können für dieses Konzept in modulare Teil- bzw. Themenbereiche gegliedert werden, die intern genutzt oder von Externen angemietet werden können. Dadurch können Betriebskosten für Hausmeister, Kantinen- und Empfangsservices reduziert werden.

Durch das Angebot von innovativen Arbeitswelten in Kombination mit neuen Events, wie z. B. Hackathons, MeetUps, Startup Pitches, Barcamps etc. können Mittelständer ihre Wahrnehmung und Reputation in der digitalen Welt deutlich erhöhen. Coworking Spaces sind sinnvoll angewendet also ein Instrument für den Ausbau der Innovationskultur, für die Einsparung von Kosten und die Verbesserung der Außendarstellung. Und wenn es ganz toll läuft, kann daraus sogar ein neues eigenes Geschäftsfeld werden.

November, 08, 2018