Erfolgreiches Führen durch Gefühlsmanagement von creditshelf

Erfolgreiches Führen durch Gefühlsmanagement

Die Führung mittelständischer Unternehmen wird bedingt durch Digitalisierung und Globalisierung immer anspruchsvoller. Markt, Wettbewerb und technische Neuerungen sind für die meisten Unternehmen komplexer und kompetitiver ist als jemals zuvor.

Dies bedarf eines ausgewogenen und objektiven Führungsansatzes, der verlässlich ist und alle Interessenslagen im Unternehmen einbinden kann.

Die Führungskräfte müssen in verschiedenen Dimensionen arbeiten und Impulse setzen. Sie müssen mit verschiedenen Charakteren Umsätze und Ziele erarbeiten und im Blick behalten, gleichzeitig möglichst alle Mitarbeiter bei Laune halten, motivieren, beurteilen, trösten, ermahnen, neue Aufgaben verteilen, überwachen, kontrollieren, Prozesse definieren und optimieren. Dies gelingt in der Regel einer Führungskraft besser, die ihre Gefühle reflektieren und kontrollieren kann.

Im Betriebsalltag Emotionen eine wichtige Rolle, denn in Unternehmen arbeiten Menschen. Emotionen beeinflussen das Arbeitsklima, die Arbeitsmotivation und die Effektivität der Zusammenarbeit. Doch wovon hängt die Stimmung im Betrieb ab? Neben dem Umstand, ob es dem Unternehmen gut oder schlecht geht spielt hier das Verhalten der Führungskräfte eine entscheidende Rolle, weil es den Arbeitsalltag der Mitarbeiter prägt.

Das Verhalten der Führungskräfte wiederum hängt u.a. auch von ihrem emotionalen Befinden ab. Das ist vielen Führungskräften, die verinnerlicht haben, stets rein rational zu entscheiden, nicht ausreichend bewusst. Denn auch ihr (Entscheidungs-)Verhalten wird von Gefühlen und somit Launen beeinflusst. Solange Führungskräfte sich dessen bewusst sind, ist das nicht so tragisch, denn dann können sie ihr Verhalten steuern.

Mitarbeiter engagieren sich umso stärker für ihre Arbeit, je stärker sie sich mit ihren Vorgesetzten und Kollegen identifizieren. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass sie ihren Chef auch als Mensch und nicht nur als funktionierende Maschine erleben. Deshalb dürfen Führungskräfte im tagtäglichen Umgang mit ihren Mitarbeitern durchaus positive und negatve Emotionen zeigen.

Wichtig ist jedoch, dass eine Führungskraft stets weiß, was die betreffenden Reaktionen bei ihr auslöst. Sie sollte zum Beispiel wissen, dass sie gereizt reagiert, weil sie gestresst ist oder ausweicht, weil sie den Konflikt scheut. Denn sonst verhält sie sich ihren Mitarbeitern gegenüber schnell ungerecht. Führungskräften sollte sich folglich bewusst sein, dass auch ihr Verhalten Gefühlsschwankungen unterliegt. Während sie manchmal auf gewisse Verhaltensweisen von Mitarbeitern eher gelassen reagieren, bringen diese sie in anderen Situationen in Rage, weil sie gerade gestresst sind oder schlecht geschlafen haben.

Bis zu einem gewissen Grad sind solche Gefühlschwankungen für ihre Mitarbeiter akzeptabel, insbesondere, wenn sie die Ursache hierfür kennen. Schließlich wollen sie ihren Chef ja auch als Mensch erfahren. Zum Problem werden die Gefühlsschwankungen für Mitarbeiter erst, wenn das Verhalten ihres Chefs hierdurch unberechenbar für sie wird. Denn dann erfahren sie dieses schnell als ungerecht und gehen zu ihrem Chef emotional auf Distanz.

Folglich sollten Führungskräfte bei sich für ein ausbalanciertes Leben sorgen. Und in Stress-Situationen hochsensibel ihr Verhalten beobachten und darauf achten, dass sie aus Mitarbeitersicht nicht unmotiviert überreagieren. Bei der professionellen Steuerung des Gefühlshaushalts hilft das Lebensbalance-Modell von Nossrath Peseschkian. Ihm zufolge lassen sich in unserem Leben vier Bereiche unterscheiden:

1. Berufliches Leben

2. Sinn/Kultur/Stille

3. Körper/Gesundheit

4. Soziales Leben

Zwischen diesen vier Lebensbereichen besteht eine Wechselbeziehung. Wer zum Beispiel den Bereich Berufliches Leben langfristig überbetont, verliert auf Dauer neben seiner Lebensfreude, auch seine Leistungskraft. Und wer krank ist, kann weder sein Leben in vollen Zügen genießen, noch ist er voller Leistungskraft. Und wer in einer Sinnkrise steckt, ist weder lebensfroh noch sehr leistungsfähig. Denn hinter allem Tun steht die Frage, was das Ganze eigentlich soll, wie Angela Kissel, Geschäftsbereichsleiterin der Unternehmensberatung Kissel Consulting in einem Blogbeitrag bei onpulson.de beschreibt.

Ebenso sollte eine Führungskraft, wenn sich beruflich immer mehr Stress und Adrenalin aufbaut, dafür sorgen, dass in ihrem privaten Bereich die nötige Entspannung erfolgt — zum Beispiel, weil sie regelmäßig joggt oder etwas anderes tut, das dem Stressabbau dient. Führungskräfte sollten sozusagen ihre eigenen Gefühlsmanager werden. Das ist wichtig, um ein Ausbrennen zu vermeiden. Das ist auch nötig, damit sie auch in Stresszeiten für ihre Mitarbeiter emotional relativ ausgeglichene und folglich berechenbare Führungskräfte sind, denen diese gerne folgen.

Wer auch morgen mit seinem mittelständischen Unternehmen an der Spitze stehen will, muss als Führungskraft auch authentisch und verlässlich erscheinen und starke und unberechenbare Gefühlsschwankungen möglichst wenig zu Tage treten lassen. Dies vermeidet unnötige Friktionen und hilft, alle Potentiale bei allen Mitarbeitern zu heben.

November, 09, 2018