Professionelle Distanz — wichtig oder nichtig?

Kathrin Schwanz,
Jul 8, 2020 · 3 min read

Professionelle Distanz — wichtig, um wirksam zu bleiben und achtsam mit sich umzugehen oder ein veraltetes Modell?

  • Wie viel Distanz brauchst du für dich, um wirksam arbeiten zu können?
  • Warum kommst du ohne Distanz nicht aus?
  • Wie hältst du sie und warum?
  • Wie viel Distanz kannst du anderen zusprechen?

Das erwartet dich:

  • die Berichterstattung aus dem Meetup #3 unseres wachsenden Netzwerks »Achtsames und Wirksames Management«.
  • Impulse zur Bedeutung von Distanz für Führungskräfte
  • Fragen zur eigenen Reflexion, die dich deinen persönlichen Distanzraum erkennen lassen
  • mit Achtsamkeit und Wirksamkeit gewürzte Ideen der Netzwerk-Teilnehmer.

Distanzräume und ihre Dimensionen

Schaut man ganz sachlich auf das Thema “Distanz” gibt es zwei Ebenen in denen Distanz entstehen, gehalten und reduziert werden kann.
Die psychologische Ebene und die physiologische Ebene.

Bildquelle “Physologie”: https://karrierebibel.de/distanzzonen-intimsphaere/

Für die nord- und mitteleuropäischen sowie nordamerikanischen Kulturen hat der Begründer der Proxemik Edward Hall die physiologische Distanz zwischen Personen in vier Zonen eingeteilt. Jede Zone hat eine weite und eine nahe Phase und kann gleichzeitig das zwischenmenschliche Verhältnis beschreiben.

Unter der psychologischen Distanz versteht man die Entfernung eines Objektes auf einer zeitlichen, räumlichen, sozialen oder hypothetischen Dimension.
Mit dem Begriff hypothetische Distanz ist Unwahrscheinliches oder Unrealistisches (psychologisch entfernt) bzw. Wahrscheinliches und Reales (psychologisch nahe) gemeint, d.h. die Vorstellung, dass ein Ereignis wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist.
Die Distanz kann z.B. Zeit sein, wenn man eine Veranstaltung auf ein Jahr hin plant. Oder sie kann (räumlich) entfernt sein, weil sie Personen oder Orte miteinbezieht, die weit entfernt sind, oder weil man eher eine hypothetische als eine reale Situation betrachtet.

D.h. die psychologische Ebene der Distanz geht weit über die soziale Distanz hinaus.
Wir können auf psychologischer Ebene auch Distanz zu Ereignissen, räumliche Distanz oder zeitliche Distanz aufbauen oder reduzieren. Wobei diese eng miteinander vernetzt sind. Möchte ich soziale Distanz aufbauen, vergrößere ich wahrscheinlich (bewusst oder unbewusst) auch die zeitliche Reaktion oder die räumliche Distanz zu der jeweiligen Person, d.h. antworte mit zeitlichem Verzug und “gehe der Person aus dem Weg”. Möchte ich die Distanz zu einer Person oder einem Thema reduzieren, reduziere ich wahrscheinlich auch die “zeitliche Distanz”, d.h. meine Reaktionen, Antworten und Zeitfenster, die ich der Person oder dem Thema gebe.

Distanz und Führung

Distanz (zeitlich, räumlich, sozial und hypothetisch) darf nicht zum Verlust der Anschlussfähigkeit von Kommunikation sorgen. Für Führungskräfte heisst das, hinter anderen hergehen, seine eigenen Distanzräume, sowie die aller Stakeholder & Teammitglieder zu kennen und zu reflektieren.

Selbstreflexion — Die eigenen Distanz-Räume kennen:

Als Führungskraft ist es wichtig, seine eigenen Distanzräume zu kennen und die Wirkung die diese auf andere und sich selbst haben.

  1. Wie viel Disztanzraum brauchst du für dich, um wirksam arbeiten zu können?
  2. Warum brauchst du den Distanzraum?
  3. Wie hältst du ihn?
  4. Wie viel Distanzraum kannst du anderen geben / zusprechen?
  5. Was an deinem Leben würde sich ändern, wenn du die Größe deines Distanzraums für andere verändern würdest?

Hast du dich dazu schon einmal mit Business-Partnern, Stakeholdern und Teams ausgetauscht?

Im MeetUp haben wir festgestellt, dass der Austausch zu den eigenen Distanzräumen Nähe schafft.

Noch mehr Würze der Teilnehmer

  • Distanzräume und -bedürfnisse sind individuell und zu respektieren. Biete als Führungskraft verschiedene Formen des Austauschs / Feedbacks anbieten: One-on-Ones, Kaffee-Talk, Meetings und weitere Kommunikations-Kanäle
  • Verbringe Zeit mit den Menschen, um Distanzen abzubauen
  • Reflektiere als Führungskraft dein eigenen Distanzbedürfnis und deren Auswirkungen und helfe deinen Teams bei der Selbst-Reflextion.
  • Professionelle Distanz heisst auf Distanzräumen flexibel zu einzugehen: individuell und situativ auf Bedürfnisse
  • Professioneller Umgang mit Distanz bedeutet auch, bewusst Nähe zu schaffen, aus Neugier und Fürsorge.
  • Als Führungskraft hat man eine Fürsorgepflicht. Sprich darüber und versuche zu verstehen, wenn sich Distanzräume ändern.
  • Schaffe bewusst Distanzräume, um Nähe zu erzeugen. D.h. als Führungskraft muss man nicht alles wissen oder immer dabei sein (Freizeit, Team-Grillen etc.)
  • Über den eigenen Distanz-Raum sprechen schafft Nähe

Du hast auch Lust auf Würze und Austausch und Impulse zu deiner Führungsrolle.

Wir laden dich herzlich ein, das Netzwerk »Wirksames und Achtsames Management« zu erweitern und beim nächsten Meetup dabei zu sein.

Hier entlang zur Mitgliedschaft.

❤️-lich bis bald sagen
Sascha & Kathrin

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Im Rehbock findest du achtsame Impulse für wirksames Management.

Kathrin Schwanz,

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Founder of mindthe.business, mindful@work-Coach: Processdeveloper, Teamcoach, Meditation- & Mindfulnesstrainer

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