„In alle Richtungen von Kunst”

Joint Venture als Family Affair — Marcus Füreder tourt mit Österreichs erfolgreichstem Musik-Projekt Parov Stelar weltweit, Barbara arbeitet als Künstlerin unter dem Pseudonym Lilja Bloom an ihren Ausstellungen und einer Modekollektion. Gemeinsam mit Trapa lanciert das Paar die Interieur-Linie Voltaire.

Barbara und Marcus Füreder aka Lilja Bloom und Parov Stelar, portraitiert von Fotograf Jan Kohlrusch.

Unter dem Label StelarBloom for Trapa stellen Marcus und Barbara Füreder ihre Entwürfe für die Holzmanufaktur mit Sitz in Österreich vor. Projekte für Lady Gaga, Lana Del Rey und Frauscher Boote legten das kreative Fundament für die neue Interieur-Linie der beiden Künstler. Das Set aus Esstisch und Sidetables mit dimmbarer, indirekter Beleuchtung zeigt sich geradlinig, das Finish der sieben möglichen Hölzer setzt auf ökologische Nachhaltigkeit. DELUXE traf Marcus und Barbara Füreder gemeinsam mit Produktioner Benjamin Punzenberger zum Gespräch über Kunst in diversen Genres im Südwesten Mallorcas, wo das Paar einen Zweitwohnsitz hält.

Herr Füreder, Sie sind noch bis Mitte Dezember auf Tour mit Parov Stelar für das neue Album Burning Spider, Stationen sind auch Barcelona und München. Was erwartet das Publikum bei den Konzerten?
Zum einen haben wir ein völlig überarbeitetes Licht- und Visualisierungskonzept on the road — und natürlich eine Menge neuer Songs im Programm. Es bleibt auf jeden Fall eine Show, die für Bewegung und Ekstase steht!

Frau Füreder, einen Esstisch der Voltaire-Kollektion haben Sie mit einem Ihrer Gemälde zum Unikat gemacht. Steht der Tisch als Einzelstück zum Verkauf oder sind weitere geplant?
Dieser Tisch soll ein Einzelstück bleiben und tourt bis Ende des Jahres um die Welt, wo er in verschiedensten Schauräumen ausgestellt wird. Danach wird er wahrscheinlich in unserem Haus hier auf Mallorca seinen Platz finden.

Einzelstück : ein Esstisch wurde von Barbara mit dem Artwork des neuen Parov Stelar Albums Burning Spider versehen.

Herr Füreder, wie kam es zu der Idee für eine eigene Möbel-kollektion und zur Zusammenarbeit mit Trapa?
Das hat sich eigentlich schon länger abgezeichnet … Sowohl Barbara als auch ich sind schon viele Jahre im Design und in der Lifestylegestaltung tätig. Gemeinsam mit der Firma Trapa haben wir dann zufällig den Partner getroffen, mit dem sich unsere zwei Visionen komplett decken. Nach dem ersten Meeting in Mallorca war relativ schnell klar, dass wir einen gemeinsamen Weg gehen müssen.

Herr Punzenberger, Sie zeichnen als Spezialist für Naturholz mit Trapa für die Produktion der Möbellinie verantwortlich. Auf Mallorca sind Sie für APM im Baugewerbe tätig. Für welche Arbeiten sind Sie hier zu buchen?
Wir produzieren nicht nur Tische und Möbel, sondern auch Böden, Treppen, Wände und Decken aus Naturholz. Das Geniale daran ist, dass man alles aufeinander abstimmen kann. Entweder komplett harmonisch, oder man geht in den Kontrast. Auf Mallorca arbeiten wir mit APM zusammen und setzen mit ihnen wunderschöne Projekte im Bereich Böden, Treppen, Decken und Wände um. Es ist einfach Emotion pur, wenn man Naturholz in den unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten kombiniert und dadurch einzigartige Wohnträume realisiert.

Benjamin Punzenberger, Geschäftsleitung Vertrieb Trapa, arbeitet auf Mallorca mit APM zusammen.

Frau Füreder, Sie haben zuvor ein Projekt für Frauscher Boote realisiert, worum ging es dabei?
Ich habe für das neue Frauscher Boot „Demon“ ein Gemälde gemalt, das als eine Art Galionsfigur dem Boot seinen Schutzgeist einhaucht. Eine „Madonna”, die das Frauscher Boot in ihren Händen hält. Sie hielt auch das Versprechen als Galionsfigur, weil das Boot bei seiner Überstellung von Südfrankreich nach Mallorca in einen sehr argen Sturm geraten war, die Crew aber zum Glück heil auf der Insel ankam.

Herr Füreder, Ihre Projekte sind allesamt kommerziell sehr erfolgreich, dennoch spürt man eine gewisse Kompromisslosigkeit bei der Umsetzung. Wie groß ist Ihr Team heute, um neben Musik, Kunst und Interieur Design Zeit für Privates reservieren zu können?
Es stimmt, der Künstler Parov Stelar ist in den letzten zehn Jahren zu einem Unternehmen herangewachsen mit insgesamt mehr als 25 Leuten im Team. Aber die Trennung von Privatem und Beruf funktioniert bei uns nicht … denn wenn ich mal privat bin, mach ich am liebsten Musik oder beschäftige mich in alle Richtungen von Kunst. Das Schöne daran ist, dass die Familie genauso tickt. Natürlich zweigt unser Sohn ein großes Maß an Aufmerksamkeit für sich ab … aber er lebt alles mit uns mit. Das verbindet extrem und ist ein wunderschönes Gefühl.

Frau Füreder, planen Sie eine Erweiterung der StelarBloom-Kollektion in absehbarer Zeit?
Ja, definitiv. Es sind schon viele neue Designs in Vorbereitung, und als Nächstes kommt eine Stehlampe auf den Markt. Die StelarBloom-Linie wird also weiter und weiter ausgebaut und fortgeführt. Wir haben zum Glück ein sehr, sehr gutes Feedback auf den beleuchteten Tisch und die Beistelltische bekommen und die Leute sind sehr gespannt auf neue Designs.

Das Trapa Gesamtkonzept: Boden, Wand, Decke, Tisch und Möbel aus einem Guß oder im Kontrast.

Herr Punzenberger, die Voltaire-Kollektion wirbt unter anderem mit der nachhaltigen Verarbeitung der Hölzer und mit höchster Ausführungsqualität. Worauf achten Sie bei der Herstellung?
Für uns ist es von größter Bedeutung, dem Holz die Zeit zu geben, die es braucht, um hervorragende Eigenschaften zu entwickeln. Das heißt, wir trocknen das Holz bis zu zwei Jahre ganz langsam an der Luft, bevor wir es verarbeiten. Wir setzen zur Farbgestaltung der Hölzer keinerlei Pigmente, Beizen oder sonstige schädliche Substanzen ein. So nutzen wir die Holzinhaltsstoffe, um unsere Farben zu kreieren. Der Zucker im Holz wird mit Hilfe von Druck und Wärme karamellisiert und erhält dadurch die wunderschönen Erd-, Kakao- und Karamelltöne. Es ist dasselbe, wie wenn Sie zu Hause in einer Pfanne Zucker karamellisieren — er wird braun. Das 
passiert auch im Holz. Der Vorgang ist komplett schonend, natürlich und dauerhaft. Bei unseren Böden, Möbeln, Wänden, Treppen und Decken hat man direkten Kontakt zum Holz. Wir verwenden keine Lacke, die wieder eine Trennschicht bilden und das Holz ersticken. Auf unsere Hölzer kommt nur Kristallöl, das in der Pore aushärtet und das Holz von innen schützt, anstatt es zu ersticken. Dazu gibt es noch viel zu erzählen. Uns ist die Umwelt mit ihren Rohstoffen sehr wichtig. Deswegen begegnen wir ihr mit größtem Respekt und arbeiten nachhaltig.

Herr Füreder, stehen neue Projekte an, über die Sie bereits sprechen können?
Ich bin immer am Arbeiten … und wenn gerade bei Parov Stelar Pause ist, kümmere ich mich gemeinsam mit Alexander Kapeller um mein Sideproject Stelartronic oder produziere auch für andere Künstler.

Frau Füreder, Ihre Homebase ist derzeit der Südwesten Mallorcas, was können Sie empfehlen auf der Insel? Als Mutter eines 5-jährigen Sohnes, wo liegen die Vorteile zum Leben auf der Insel? Und was lieben Sie an Ihrer Heimat Österreich?
Ich muss ehrlich sagen, ich finde Mallorca einen der besten Plätze zu leben und bin sehr glücklich und dankbar, dass ich hier leben darf! Ich liebe die lebendige Altstadt von Palma und Santa Catalina mit den kleinen, tollen Shops und Restaurants. Ich bin aber auch sehr gerne im Tramuntana-Gebirge, in Valldemossa und Deià unterwegs. Generell findet man hier auf der Insel eine gute Mischung von allem und ich mag das internationale Flair sehr gerne! In Österreich bin ich immer wieder gerne, um die Familie zu besuchen, und unser Sohn Max liebt es natürlich, im Winter im Schnee zu spielen. Aber grundsätzlich fühle ich mich hier auf Mallorca schon sehr heimisch!

Herr Füreder, als erfolgreicher Produzent und DJ auf Welttournee — ein Traumberuf für viele, wo liegen die Pros und Cons einer Karriere in der Musikindustrie heute?
Eigentlich nervt mich inzwischen nur das viele Reisen … ich wäre gerne mal länger auf einem Platz. Ansonsten hab ich den besten Job der Welt!

Wir bedanken uns für das Gespräch.
Fotos: Jan Kohlrusch und Gerd Kressl | Interview: Birgit Unger für www.deluxemallorca.com

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