„Weg vom Strand, hin zu Natur, Sport, Land und Leuten“

Mallorca ist gerade gut gebucht, Qualitätstourismus die Vision für die Zukunft. Von Jahr zu Jahr neue Besucherrekorde bedeuten aber auch steigende Preise, Tourismussteuer, unzufriedene Einheimische, eine problematische Mietwagensituation und überfüllte Strände. Mallorca ist beliebter denn je. Doch wieviel Wachstum verträgt die Insel? Wohin steuert die Tourismusbranche? Norbert Amthor und Christiane Zube, Gastgeber im Fincahotel Can Estades, kommentieren die aktuelle Lage aus Sicht der Hoteliers.

Birgit Unger
Aug 9, 2017 · 6 min read
Eingebettet in die mallorquinische Hügellandschaft liegt das Can Estades kurz vor Calvià.

Im hügeligen Südwesten, eingerahmt von Mandelbäumen und Pferdekoppeln, empfangen die deutschen Auswanderer Norbert Amthor und Christiane Zube bereits seit über fünf Jahren Gäste, die das ursprüngliche Mallorca suchen, dabei aber nicht auf modernen Komfort verzichten möchten.

„Als Hoteliers und Unternehmer freuen wir uns natürlich, dass Mallorca immer beliebter wird. Als Wahl-Einheimische machen wir uns aber auch Gedanken um unsere Umwelt“, so Amthor, der entspannt mit Panamahut vor der romantischen Steinfassade der Finca Can Estades sitzt. Das Wasser für die Gäste kommt vom eigenen Brunnen, Warmwasser wird teilweise aus Solarplatten erzeugt und die Marmelade auf dem Frühstücksbüffet kocht Christiane Zube selbst. Die beiden sind überzeugt, dass nur Qualitätstourismus auf Mallorca eine Zukunft hat.

Die Evolution vom Massentourismus zum Qualitätstourismus wurde bereits vor 15 Jahren beschlossen. Die Regierung bemüht sich seitdem, das Angebot hochwertig zu gestalten und die Wintersaison sowie das Kulturprogramm auszubauen. Und das gelingt, wenn auch langsam.

Im Sommer finden Musik-Events vor dem typischen Landhaus statt, das schon als Filmkulisse diente.

Mallorca hat sich zur Top-Destination im Radsport entwickelt, 2 der 24 Golfplätze der Insel reihen sich in die Liga der 50 besten Europas ein (Golf Son Gual und Golf de Alcanada), Weltstars wie Tom Jones, Michael Bolton, Gloria Gaynor, Simply Red und Elton John treten auf, der Gebirgszug Tramuntana wurde zum Weltnaturerbe erklärt und in den besten Regionen sind gute Immobilien gefragter denn je. Internationale Stars wie Michael Douglas und Lenny Krewitz, die hier ein Haus besitzen, sind Werbebotschafter und Hollywood entdeckt die Insel als ideale Filmlocation.

„Wir sind davon überzeugt, dass Mallorca in den nächsten Jahren immer mehr qualitätsbewusste Touristen anziehen wird“, meint Christiane Zube.

Davon ist auch Tourismusminister Biel Barceló überzeugt und lobte kürzlich auf dem Sommerfest des legendären Arabella-Hotels in Son Vida den Mut der Unternehmensgruppe, bereits vor 25 Jahren auf Qualitätstourismus gesetzt zu haben. Hier sowie in den zahlreichen Landhotels wird klar, dass sich das Modell „Weg vom Strand, hin zu Natur, Sport, Land und Leuten“ durchaus erfolgreich betreiben lässt.

Zahlreiche Wander- und Radwege führen am Hotel vorbei, zum Strand in Paguera sind es nur wenige Fahrminuten.

Christiane Zube pflückt eine reife Orange — aus Bio-Anbau selbstverständlich — und bietet sie ihren Gästen auf der Hotelterrasse an. Die sind gerade vom Abendessen im Nachbar-Dorf zurück. „Ich kann mir keinen schöneren Urlaub vorstellen als mitten in der Natur“, sagt die Dame, die bereits zum dritten Mal im Fincahotel Can Estades ihre Ferien verbringt. „Warum sollte ich mich in eines der unpersönlichen Hotels am Strand einquartieren, um Liegen kämpfen und am Büffet essen? Hier teile ich mir den Pool mit wenigen, der Strand ist trotzdem nicht weit und ich schätze das lokale Essen im Nachbarort.“

Norbert Amthor ist überzeugt, dass das Produkt „Massentourismus“ auf Mallorca nie ganz auslaufen wird. Auch in Zukunft werden Hotelburgen das Panorama an der Playa de Palma prägen und einige Urlauber ausser dem Strand nicht viel von der Insel gesehen haben.

„Aber wir sind auf dem richtigen Weg. Das neue Kongresszentrum in Palma wird mehr internationales Publikum auf die Insel bringen, wenn auch zunächst nur geschäftlich“, meint der Hotelier und Hobby-Saxophonist.

„Wir alle — und damit meine ich Politiker, Hoteliers und Arbeitnehmer — müssen den Mut zum Qualitätstourismus beweisen. Nur so werden wir mit unseren knappen Wasserreserven haushalten, unsere Stauprobleme in den Griff bekommen und vor allem die Einheimischen auf unsere Seite ziehen.“

Wie verärgert viele Mallorquiner derzeit sind, ist in den Medien zu lesen. „Man muss sie verstehen“, meint Christiane Zube. „Wenn im Sommer auf jeden Einheimischen ein Tourist kommt, wird es eng am Strand.“

Das ist sicher nicht das größte Problem, auch nicht die vielbeschriebenen 90.000 Mietwagen. Es ist eher die Gedankenlosigkeit der Besucher, gerade im Sommer, die oft leicht bekleidet und lauthals feiernd den Einheimischen, die eigentlich sehr gastfreundlich sind, ihre Heimat streitig machen.

Ein romantischer Ort am Abend: Die Gemeinschaftsterrasse im Fincahotel Can Estades.

„Mallorca ist nicht ausgebucht“

Ein weiteres aktuelles Thema liegt Norbert Amthor und Christiane Zube wie auch anderen Hoteliers besonders am Herzen. „Mallorca ist nicht ausgebucht“, sagen sie und ärgern sich über die einseitige Berichterstattung. Gerade Hotels der höheren Kategorie, die auf Qualitätstourismus setzen, leiden unter der generalisierten Aussage der Presse.

Und so bleiben einige Betten in den wohl schönsten Hotels der Insel auch in diesem Sommer leer.

„Nicht, weil wir oder die Kollegen zu teuer sind, sondern weil die Leute in Deutschland gar nicht mehr nach Mallorca-Unterkünften schauen, wenn es überall heisst, sie seien ausgebucht“, so Christiane Zube. Das schadet dem Geschäft der Fünf-Sterne-Hotels, aber auch dem von Restaurants und Nischenanbietern, die nicht auf Massentourismus setzen.

Christiane Zube und Norbert Amthor ziehen sich in die traditionelle Wohn-Küche der Finca zurück. Es ist Mittagszeit, siesta, und wer sich nicht gerade im Pool abkühlt, sucht einen ruhigen, schattigen Platz im grossen Garten von Can Estades. Auch das ist Sommer auf Mallorca!

Christiane Zube und Norbert Amthor leiten das Fincahotel Can Estades in Calvià.

Über Can Estades

Can Estades ist ein Landhotel für Gäste ab 12 Jahren mit deutschen Gastgebern, die Entspannung und Ruhe im beliebten Südwesten von Mallorca garantieren.

Eingebettet in die mallorquinische Hügellandschaft mit weiten Mandelbaumplantagen, Pferdekoppeln und Höfen befindet sich Can Estades nur 1,5 km von Calvià und zehn Fahrminuten von breiten Sandstränden, Golfplätzen und Marinas entfernt. Zahlreiche Wander- und Radwege führen am Hotel vorbei und der Blick schweift stets zum Galatzó, dem höchsten Berg im Südwesten Mallorcas mit über 1.000 Metern.

Auf dem bewirtschafteten Grundstück mit nachhaltiger Wasserversorgung werden überwiegend Mandeln angebaut, die im Herbst geerntet und zu leckeren Kuchen und Knabbereien für die Gäste verarbeitet werden.

Das inseltypische Landhaus Can Estates stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde liebevoll zu einem Fincahotel mit 12 Zimmern und Apartments mit allen modernen Annehmlichkeiten umgebaut. Wesentliche Elemente wie die hauseigene Kapelle und die Wohnküche blieben erhalten und sind heute Rückzugsorte für die Gäste. Die schöne Steinfassade mit Sonnenuhr und Brunnen diente bereits als Filmkulisse. Im Sommer finden Musik-Events vor dem beeindruckenden Landhaus statt.

Den idealen Urlaubstag startet man mit einem reichhaltigen Frühstück auf der großen Sonnenterrasse, entspannt danach am Pool und lässt die Seele in absolut ruhiger Natur baumeln. Mehrere Terrassen, Aufenthaltsräume und ein sehr großer Garten bieten Privatsphäre für jeden Gast.

Mallorquinische Einrichtung, moderne Ausstattung: ein Zimmer im Fincahotel Can Estades.

Doppelzimmer ab 135 €/Nacht inkl. Frühstück

Fincahotel Can Estades | Cami de Son Pillo,n°15 | ES–07184 Calviá, Mallorca | Tel. +34 971 670 558 | info@can-estades.com | www.can-estades.com

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Birgit Unger

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