Das braucht es als Entrepreneur

▶︎ Ein Entrepreneur muss Konventionen brechen und außerhalb der Box denken
▶︎ Analytisches und systematisches Denken ist für den Entrepreneur essentiell

Think Out of the Box war der Titel meines Talks vor vielen entrepreneur-begeisterten Studenten an der HU Berlin. Ich wurde eingeladen, um über Entrepreneurship zu sprechen. Während der Vorbereitung für die Präsentation, beschäftigte mich die zentrale Frage: Was ist ein Entrepreneur? Die Definition ist schnell hergeleitet und beantwortet. Dies brachte mich dann auf die viel interessantere Frage: Was braucht es als Entrepreneur? Oder anders formuliert: Was macht ein erfolgreicher Entrepreneur aus?

Abbildung 1: Mein Talk über Entrepreneurship an der HU Berlin (Foto: Mirko)

Die Frage konnte ich nicht auf Anhieb beantworten. Es ist aber eine sehr interessante Frage um das Sein des Entrepreneurs. Denken wir an Sir Richard Branson, eines meiner Vorbilder als Familypreneur. Könnte er die Frage schnell beantworten? Ich denke nicht. Ein Entrepreneur tut das, was er macht, unbewusst und muss nicht über jeden einzelnen Schritt nachdenken. Er hat sich diese etliche Fähigkeiten angeeignet, die ihn darum zum Entrepreneur machen, vielleicht auch von anderen Vorbildern abgeschaut und diese Eigenschaften weiter ausgebaut. Für mich sind folgende Fähigkeiten besonders wichtig und machen einen erfolgreichen Entrepreneur aus.

1. Think out of the Box

Ich behaupte, die wichtigste Fähigkeit eines Entrepreneurs ist es, außerhalb der Konventionen und somit außerhalb der Box zu denken. Ein Entrepreneur macht Dinge anders, als alle anderen. Wenn alle in die eine Richtung schwimmen, schwimmt er gegen den Strom. Ein Entrepreneur mag keinen Mainstream. Nur so kann er Neues erschaffen, was zum Erfolg führt. Wir lernen schon von Klein auf nach Konventionen zu leben und ihnen zu folgen.

Die Fantasie und Träume werden uns im Kindergarten, spätestens in der Schule genommen.

Um diese verlorene Gabe zurückzuerlangen, musst du anfangen, außerhalb deiner Boxen zu denken. Hier ist ein Rätsel für dich (Abbildung 2). Verbinde die neun Kreise mit 4 geraden Linien, ohne den Stift abzusetzen. Du kannst dieses Rätsel nicht lösen, wenn du in deinem von dir selbstbestimmten Bezugssystem verharrst. Schreib es in die Kommentare, wie lange du zum Lösen gebraucht hast.

Abbildung 2: Das Think-out-of-the-Box-Rätsel. Verbinde die neun Kreise mit 4 geraden Linien, ohne den Stift abzusetzen.

2. Die brillante Idee

Das klingt jetzt vielleicht etwas verwirrend. Die Idee macht den Entrepreneur aus und der Entrepreneur macht die Idee. Die Idee ist der Kern des Erfolgs in Kombination mit dem Denken außerhalb der Box. Dem Entrepreneur fliegen täglich Geschäftsideen zu, weil er mit offenen Augen durch die Welt geht und Dinge kombiniert, die andere nicht sehen. Mein Tipp: Schreibe jede Idee auf, egal wie unrealistisch sie anfangs klingt. Elon Musk formulierte es treffend:

Constantly think about how you could be doing things better and questioning yourself.
- Elon Musk

Was mache ich mit den vielen Ideen? Wie finde ich aus den Ideen die Beste heraus? Ganz einfach. Ich verwende die Entscheidungsmatrix. Was das ist und wie du sie verwendest, liest du hier.

Eine Idee ist am Anfang nicht brillant. Sie wird es erst durch ständiges Hinterfragen und sich damit Auseinandersetzten, intensive Recherchen und Tests im Markt (Prototyp). Was zeichnet eine gute Idee aus? Ich möchte hier nicht zu tief ins Detail gehen: Eine gute Idee löst ein brennendes Problem, bringt den größten Kundennutzen, ist schwer kopierbar und macht die Welt ein Stück besser.

Eine Warnung spreche ich hier aus: Falls du schnelles $$$ und Reichtum suchst, wird der Entrepreneur nicht der beste Weg sein. Wenn das Produkt und der Kundennutzen im Fokus steht, kommt der finanzielle Erfolg automatisch.

Der Entrepreneur muss für die Idee brennen. Das bringt uns zum nächsten Punkt, was ein Entrepreneur haben muss: Leidenschaft.

3. Brennende Leidenschaft

Der Entrepreneur brennt für seine Idee. Die Idee wird zu seiner Muse, wie es Tim Ferriss in seinem Buch “Die 4-Stunden-Woche” beschreibt. Die Muse beschäftigt ihn sogar beim Einschlafen. Er kann einfach an nichts anderes Denken als an sein Projekt, an seine Idee. Er saugt alles auf, was mit dem Projekt zu tun hat und beginnt Verbindungen zu sehen, die kein anderer sieht.

Diese Leidenschaft ist wichtig, um auch in schlechten Zeiten den Glauben an das Projekt nicht zu verlieren und weiter zu machen. Meist wird die anfängliche Euphorie von der weniger bekannten Dysphorie abgelöst. Diese Hoch-Tief-Phasen sind nun dein ständiger Begleiter. Was dich erwartet und wie du wieder aus diesem Tal herausfindest, habe ich hier beschrieben.

Der Antrieb für das Vorankommen ist deine Leidenschaft für die Muse. Erhalte das brennende Feuer, denn es hilft dir in schlechteren Zeiten aus dem Tal. Das heisst anders formuliert, wenn du für die Idee nicht 200% brennst, lohnt es sich nicht, diese Idee weiter zu verfolgen.

4. Talent

Es gibt kein anderes Wort, was diese Eigenschaft besser umschreibt als “Talent”. Es ist mehr als eine Eigenschaft. Keine Angst, Talent ist nicht von Gott-gegeben oder in den Genen: Talent kannst du lernen, wenn du dich mit einem Thema intensiv auseinandersetzt. Dadurch wirst du erst gut. Ein Musiker übt jeden Tag stundenlang und das über Jahre. Ein Fussballprofi verbringt mehr Zeit auf dem Fussballplatz als vielleicht bei seiner Freundin. Talent kann jeder erarbeiten und ist in uns drin. Hauptsache es macht Spass!

Der Entrepreneur eignet sich das Talent an und lernt immer dazu. Die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden und am Ball zu bleiben, muss er allerdings mitbringen. Und er gibt nicht schnell auf! Ein gewisser Geschäftssinn wäre für den Entrepreneur von Vorteil.

Ganz wichtig ist das interdisziplinäre Denken und -Interesse. Die meisten erfolgreichen Entrepreneure denken über Branchen hinweg, kombinieren Dinge und erschaffen Neues. Ich denke da an Holger Johnsons eBüro. Er kombinierte das analoge Büro mit den (damals) neuen digitalen Möglichkeiten. Oder Richard Branson kaufte 1982 für sein Startup Virgin Atlantic seine erste Boeing 747–200 nicht, wie es Usus war, sondern mietete sie. In dieser Zeit ein kühner Vorstoss.

Entrepreneure denken einfach anders und halten sich nicht an Konventionen. Und da braucht der Entrepreneur das Talent und dieFähigkeit, über den Tellerrand hinaus zu sehen und zu denken. Oder einfach ausgedrückt: Think out of the Box.

Fang jetzt an deine Talente auszubauen. Diese 5 Bücher haben mir dabei geholfen.

Wow! Du hast bis hierhin gelesen. Konntest du das Rätsel in Abbildung 2 lösen? Wenn nicht, hier ein kleiner Hinweis: Die 9 Kreise ergeben eine Box… und nun denke außerhalb dieser gedachten Box.
Du hast es geschafft? FANFARE!! Schreib deine ungefähre Zeit, die du darüf gebraucht hast in die Kommentare. Und versuche es jetzt mit 3 geraden Linien.

Dieser Artikel erschien zuerst auf familypreneur.de

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