Das DOOF-Prinzip

Vorsätze waren gestern, DOOF ist heute - Wie man bewusst und froh leben kann

Das neue Jahr hat begonnen und Tage zuvor macht man sich schon mal Gedanken, welche Vorsätze man alle umsetzen möchte, um sie am Ende dann doch zu vergessen, zu verwerfen. Und dann ist man wieder enttäuscht, weil alles nicht so geklappt hat, wie man es sich vorgestellt hat.

Falls einem im vergangenen Jahr das Glück nicht so hold war oder man nicht alles erreichen konnte, das man sich vorgenommen hatte, so soll man nicht aufgeben. 
Denn positives Denken ist der Grundstein zu jedem Erfolg, was meine persönliche Überzeugung ist.

Mein Tipp: Stelle dich vor den Spiegel und lächle 3 Minuten, auch wenn dir nicht danach ist. Und schaue dir dabei in die Augen. Und am Ende sagst du: Heute wird ein guter Tag.

Nun zurück zu den altbekannten Vorsätzen. Früher habe ich mir jedes Jahr viel vorgenommen und die Vorsätze nicht wirklich durchgezogen. Mehr Sport, sich regelmäßig weiterbilden, eine gesündere Ernährung oder geschweige denn mal die Steuererklärung nicht auf den letzten Drücker zu machen.

Einen Monat hielt ich durch, doch dann siegte der innere Schweinehund. Mir ging es zumindest so. Und ihr kennt dieses Phänomen bestimmt auch. Und danach folterte man sich innerlich selbst. Wie konnte man nur scheitern? Warum kriegen andere alles hin und man selbst schafft es nicht?

Doch hier ist der erste Denkfehler: Schließlich sind wir doch nur Menschen und jeder hat ein gewisses Bestreben, faul zu sein oder einfach das Leben zu genießen. In normalen Dosen ist dies nicht nur in Ordnung, sondern auch notwendig, sonst bestünde die Gefahr, dass wir unsere Kraftreserven nicht mehr aufladen und im schlimmsten Fall einen »Burnout« erleiden.

Doch was soll man tun, wenn man mit dem Ist-Zustand wirklich unglücklich ist? 
Soll man »Tschaka« rufen und hoffen, dass es klappt? Soll man sich zu Tode motivieren? Oder doch lieber die Geißel hervorholen?
Eigentlich gibt es nur eine Lösung:

Sei DOOF!

“Hä??? Wie, DOOF? Will sie mich beleidigen?”, fragt ihr euch bestimmt.
Nein, dem ist nicht so. DOOF ist nur die »wohlklingende« Abkürzung für die vier Grundprinzipien »Disziplin, Ordnung, Organisation, Fleiß« und zeigt zugleich, durch welchen Kitt die vier Grundhaltungen im Alltag umgesetzt werden können:
Humor.

D für Disziplin

Da müssen wir ehrlich zu uns selbst sein: Ohne Disziplin geht gar nichts. 
Doch Disziplin klingt hart, ernst und scheint auf den ersten Blick so schwer umzusetzen. Würde uns allen Disziplin leicht fallen, dann wären wir nicht fortwährend auf der Suche nach Mitteln und Wegen, wie wir uns diszipliniert im Alltag bewegen können.
Bei diesem Thema denkt man immerzu, quasi vollautomatisch: Alles oder Nichts.
Doch kleine Schritte sind bereits ein Zeichen von Disziplin, nicht erst das große Ziel, das man zu erreichen versucht.
Jeden Tag 5 Minuten einer großen Aufgabe zu bewältigen, ist besser, als gar nichts zu machen. Denn psychologisch gesehen geraten wir häufig in die Versuchung, wenn man einen Tag »Pause« einlegt, gleich zu denken man habe versagt.

Mein Tipp:
Anstehende Aufgaben in 15-Minuten-Happen unterteilen (oder kürzer, falls man es lieber hat). 
Dies ist dann sozusagen die Mindest-Einheit, in der man Aufgaben bewältigt. Alles darüber hinaus ist dann quasi ein »Plus«.

Praxis-Beispiel: Aufräumen
15 Minuten am Tag aufräumen hat mehrere Vorteile: Es ist immer ordentlich, man sieht direkt einen »Erfolg«, man spart sich den »großen Putztag« und es ist eine gute Übung für größere Aufgaben. Dinge, die man in unter 3 Minuten wegräumen kann, sollten sofort erledigt werden. 
Seitdem ich jeden Tag regelmäßig aufräume, sieht die Wohnung viel angenehmer fürs Auge aus und ich bin dann einfach zufriedener. So könnte es dir auch gehen.
Für alles andere gilt: Langsam anfangen, die Dinge umzusetzen und sich Schritt für Schritt zu steigern.
Hauptsache man macht es regelmäßig. Nix muss perfekt sein, das Umsetzen alleine ist schon ein Erfolg.

(cc) hmboo Electrician and Adventurer, https://www.flickr.com/photos/kefraya/3161081439/

O wie Ordnung

Ich gehöre zu den Menschen, die Ordnung in einem gesunden Rahmen lieben.

Nein, keine Sorge! Ich husche nicht täglich mit dem Staublappen durch die Wohnung und putze jedes Körnchen weg.

Aber: Eine gewisse Ordnung erleichtert es auch, sich seelisch besser zu fühlen. Wenn man von Chaos umgeben ist, driftet man in Gedanken auch leichter ab, wird schwermütiger und fühlt sich so »schlecht«.

Beim Punkt Ordnung hilft euch auch hier das erste Prinzip auch weiter:

Jeden Tag ein bisschen, spart euch das Verdrüsschen.

Um also Verdruss zu vermeiden, solltet ihr regelmäßig Ordnung halten. In dosierte Häppchen verteilt, bleibt so auch mehr Zeit für euch. Ordnung ist auch das erste Feedback von außen, das eurem Gehirn signalisiert: Ich habe erfolgreich etwas umgesetzt.

Praxis-Beispiel: Briefe und Bürokram
Papiere sortieren und Briefe beantworten: Wer kennt es nicht, und manchmal hasst man es auch. Die Post kommt und der Briefstapel entwickelt sich zu einem Mini-Mount-Everest. Manchmal liegen sie auch ungeöffnet in der Ecke. »Jaja, werde mich schon darum kümmern. Nur heute habe ich keine Lust. Ich leg das dahin; weiß ja wo es ist.«
Dann kommt der Tag, wo man einen Termin hat und genau diesen einen Brief/Information braucht. Das Suchen beginnt und die Wut steigert sich von Minute zu Minute exponentiell, weil man nix findet.

Daher: Immer alles direkt einsortieren und zumindest einplanen, wann die Beantwortung und Erledigung des Briefes erfolgt. Hier legt man sich 15-Minuten-Takte in sehr naher Zukunft fest (am besten am selben Tag oder zumindest in einer Zeitspanne, die nicht die mittlere Merkfähigkeit übersteigt: Sprich spätestens nach 5 Tagen sollte es erledigt sein).

O wie Organisation

Ohne Planung läuft nichts. Man kann sich noch so sehr in die eigene Tasche lügen, aber ohne Notizen und einen Plan, den man einhält, geht alles schief.
Das musste ich schon selber sehr oft feststellen. 
Man muss sich selbst einmal vor Augen führen, warum vermeintliche »High-Performer« so erfolgreich sind: Sie planen ihre Tage akribisch, nutzen ihre begrenzte Zeit effektiv und sind konsequent bei der Umsetzung. 
Das Gegenteil dessen ist es, den Tag schon schludrig zu beginnen: Man führt sich nicht wirklich vor Augen, was zu erledigen ist. Nachmittags sagt man dann: »Passt schon!« Und schon ist man, ehe man sich versieht, in einem Kreislauf der Prokrastination gefangen.

Daher lautet die Devise:
Plane den einzelnen Tag, lebe und genieße ihn. Und vergiss nicht, dass du noch Spaß haben sollst.

Hier hilft dann die 2–2-Regel: 2 Arbeitseinheiten und 2 Einheiten zur bewussten und freien Verfügung.

Arbeite nicht zu viel und am Anfang sogar bewusst weniger nach dem neuen Muster, damit du dich daran gewöhnen kannst. Sonst wirst du schneller scheitern, als dir lieb ist.

Deshalb die wichtigste »Zwischen«-Regel: 
Setze dich nicht unter Druck.

Dein Leben soll ein »Flow« werden, und nicht eine Ansammlung von Anstrengungen, die dich am Ende nur zermartern.
Wenn du deinen ersten Tag erfolgreich absolviert hast, dann kannst du dich am Folgetag an den nächsten Schritt wagen:
Zielsetzungen für das Gesamtjahr. Dies sollten nicht mehr als 5–6 übergeordnete Ziele sein.

Klingt auf den ersten Blick total aufwendig, ist es aber nicht. Sowas kann man schön am Anfang des Jahres machen. 
Mit einem Ziel in schriftlicher Form, bist du fokussierter und hast es immer im Blick als mit dem Sektglas an Silvester in der Hand: “Öh, ich mach ab nächstes Jahr mehr Sport.”

Das ist Berta! (cc) Mark Meid, https://www.flickr.com/photos/frnetz/4764309188/

F: Der kniffligste Buchstabe

Kollege F ist und bleibt der gute alte: Fleiß.

Also nicht wie Berta auf der Weide rumstehen.

Ja, so ist das leider. Wer denkt, dass Talent alleine hilft, dem kann ich nur sagen: Dies macht nur 10 % aus.
Der Rest ist harte Arbeit.

Talent ermöglicht nur, die Dinge etwas schneller zu lernen, aber ersetzt niemals die regelmäßige Übung.

Daher gilt, wie es so schön heißt:
“Schaffe, schaffe.”

Ohne eine gute Portion Schweiß und Willenskraft wird man nichts bewerkstelligen können. Denn sonst kann man auf dem Sofa bleiben und RTL schauen. Doch dann sollte man auch ehrlich zu sich sein und nicht weiter groß träumen. Denn Träume verwirklichen sich nicht einfach “so”.

Das ist das DOOF-Prinzip: Disziplin, Ordnung, Organisation und Fleiß.

Jetzt fehlt nur noch das letzte Quentchen, das den Unterschied zu den üblichen »Quäl dich«-Ratschlägen ausmacht:

Humor.

Lachen, lachen, lachen. Das schwingt ja auch in der lustigen Abkürzung der Regel mit.
Einfacher Ratschlag: Je dümmer der Witz, desto mehr solltest du lachen.

Je mehr Steine im Weg liegen, desto mehr solltest du lachen.
Lachen schüttet Hormone aus, die uns stressresistenter machen, die unser Herz schützen und unser Hirn vor dem Kollaps bewahren.

Egal, für welchen Weg ihr euch entscheidet, wie ihr euer Leben gestalten wollt:
Nichts ist wichtiger als der Humor, um so die eigene Gesundheit zu bewahren. Alle oben genannten Regeln werden hiervon zusammengehalten.

Ihr werdet immer wieder an Punkte kommen, an denen ihr zurückgeworfen werdet, an denen Zweifel über euch kommen. Mir ging es auch so. Und auch in Zukunft werden solche Punkte sicherlich immer wieder vorkommen.

Doch die DOOF-Regel kann euch dabei helfen, bewusster zu leben.
Ihr könnt besser eure Zeit einplanen, findet mehr Zeit für Hobbys, mehr Zeit für sinnvolle Aufgaben zu haben.
Ob man wirklich “Schwiegertochter gesucht” oder “Berlin: Tag und Nacht” schauen muss, anstatt an seinen Zielen zu arbeiten, mag zwar jedem selbst überlassen sein. Doch jede Minute, die ihr an euren Träumen arbeitet, bringt euch der Verwirklichung näher.

Lasst uns den inneren Schweinehund gemeinsam bekämpfen.
Lasst uns gemeinsam DOOF sein!

Was sind eure Tipps & Tricks ? Wie bewältigt ihr euren Alltag ?

Teilt eure Ansichten mit mir und all den anderen, die auch ein bisschen DOOF sein wollen. ;-)

Folgt mir! Es wird bald mehr Beiträge zu den Themen geben!

Und über ein Recommend würde ich mich sehr freuen. :-)


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