McDonald’s-Theorie

von Jon Bell

Wenn wir mit Kollegen versuchen zu entscheiden, wo wir Mittag essen, und niemand eine Idee hat, dann benutze ich einen Trick. Ich empfehle McDonald’s.

Eine interessante Sache passiert jetzt. Jeder stimmt zu, dass wir auf keinen Fall zu McDonald’s gehen werden, und auf einmal werden bessere Vorschläge gemacht. Magie!

Es ist, als ob wir das Eis mit der denkbar schlechtesten Idee gebrochen haben, und jetzt, da die Diskussion begonnen hat, die Menschen plötzlich kreativ werden. Ich nenne es die McDonald’s-Theorie: Menschen werden dazu inspiriert, gute Vorschläge zu machen, um die schlechten los zu werden.

Ich benutze diese Technik häufig bei der Arbeit. Projekte starten in unterschiedlicher Weise. Manchmal werden Sie kurzfristig gestartet. Manchmal entsteht ein Gerücht, dass es ein Projekt geben wird, und man fängt an, früh darüber nachzudenken. Oder man denkt bereits seit Monaten oder Jahren über eine Idee nach, bevor man es mit dem Team teilt. Es gibt keine definierten Prozess für alle gestalterischen Arbeiten, aber ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass alle kreativen Bemühungen eines gemeinsam haben: der zweite Schritt ist einfacher als der erste. Immer.

Anne Lamott sagt “shitty first drafts”, Nike sagt uns “Just Do It”, und ich empfehle McDonald’s, nur um die Leute so anzuwidern, dass sie sich bessere Ideen ausdenken. Es ist immer das Gleiche. Lamott, Nike und die McDonald’s-Theorie sagen alle, dass der erste Schritt gar nicht so schwer ist, wie man denkt. Ich bekam mal eine Email von Steve Jobs, welche nur ein Wort enthielt: “Go!” Genau. Fang an. Tu es. Denk nicht zu viel darüber nach.

Wenn du das nächste Mal eine Idee in deinem Kopf hast, finde den Mut, deinen inneren Kritiker gerade lang genug ruhig zu halten, um ein Stück Papier und einen Stift zur Hand zu nehmen und etwas aufzuschreiben. Du wirst vielleicht denken: “Aber ich habe keine Zeit dafür!” Oder: “Die Idee ist wohl dumm”, oder: “Vielleicht werde ich online gehen und etwas rumklicken um — “

Nein. Halt die Klappe. Hör auf, dich selbst zu sabotieren.

Das gleiche gilt für Gruppen von Personen bei der Arbeit. Das nächste Mal, wenn ein Projekt in einem frühen Stadium diskutiert wird, schnapp dir einen Stift, gehe zur Tafel und schreib etwas hin. Die Idee wird wohl dumm sein, aber das ist gut! Die McDonald’s-Theorie lehrt uns, dass es die Gruppe in Aktion bringen wird.

Es braucht eine verrückte Art von Mut, Fokus, tollkühner Ausdauer, um alle diese Zweifel lange genug ruhig zu stellen, um vorwärts zu kommen. Aber es ist möglich, man muss nur anfangen. Zerschlage die erste Barriere und bekomm etwas aufs Blatt. Das kannst du nicht in deinem Kopf tun, du musst etwas aufschreiben, skizzieren, einfach etwas tun, um dann von dort aus weiter zu arbeiten.

Du bist dir nicht sicher, wie du anfangen sollst? Skizziere und beschrifte etwas und sag dann: “Das klingt vielleicht verrückt, aber was, wenn wir…” und versuche deine Skizze dem Problem anzupassen, welches du zu lösen versucht. Es ist wie ein Zauberspruch, sobald etwas auf der Tafel steht, wird etwas unglaubliches passieren. Der Raum wird deine Ideen sehen, seine eigenen anbieten, deine Gedanken revidieren, und nach 15 Minuten, 30 Minuten, einer Stunde, wirst du Fortschritte gemacht haben.

So wird es gemacht.

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