Die Energiewende vorantreiben

Hurrikan Irma fegte im September über die Karibik, der Tropensturm Maria verwüstete Florida und im Oktober raste ein Sturm über Berlin und Hamburg, entwurzelte Bäume und legte den Verkehr lahm. Der Klimawandel ist auf allen Teilen der Erde spürbar; die Energiewende kann nur dessen logische Konsequenz sein.

Die Ziele sind ambitioniert: Bis zum Jahr 2035 sollen 55 bis 60% des deutschen Bruttostromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Zum Glück ist schon viel passiert: Seit 2000 ist der Anteil von 6% auf mehr als 30% gestiegen — im Jahr 2025 sollen es 45% sein. Enorme finanzielle Investitionen sind notwendig, um dieses Ziel zu erreichen. Menschen mit Visionen und Sachverstand sind gefordert, um die technischen Innovationen voranzubringen. Und Menschen, die sich mit Herzblut engagieren.

Biomasse-Anlage in Tangeln

Zur Energiewende tragen auch wir bei: Bislang haben wir Finanzierungen von Wind-, Solar-, Wasserkraft- und Biomasseanlagen im Volumen von mehr als 12 Milliarden Euro bereitgestellt. Damit sind wir einer der größten Finanzierer der Energiewende in Deutschland — mit den Geldeinlagen unserer Kunden. Finanziert haben wir z. B. die folgenden Projekte.

Rückenwind für die Zukunft

Windpark Lindenberg

Ein Windpark läuft leider nicht aus dem Stand auf vollen Touren. Bis sich die Rotorblätter im Wind drehen, vergehen oft Jahre. Bürger und Behörden sind an den Planungen beteiligt, umfangreiche Genehmigungsverfahren und gesetzliche Rahmen-bedingungen müssen beachtet werden. “Wir erstellen dabei Windgutachten und prüfen die Wirtschaftlichkeit, um einen Windpark erfolgreich zu realisieren”, sagt Jörg-Uwe Fischer, Leiter des Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien bei der DKB, und ergänzt “Mancherorts tun sich die Bürger auch zusammen, um einen Windpark zu gründen. Ohnehin sind sie die Treiber der Energiewende.”

Bürgerwindpioniere: Geschäftsführer Jörg Tiemann (vorn) mit Anwohnern und beteiligten Familien

So wird z.B. im Bürgerwindpark der Bauernschaft Hollich schon seit 2004 schadstofffreier regenerativer Strom erzeugt. Mehr als 200 Steinfurter hatten sich damals der Bürgerwindbeteiligung angeschlossen. Sie wurden so nicht nur zu Stromproduzenten, sondern auch zu Umweltschützern. Durch die Stromproduktion des Windparks Hollich — mittlerweile umfasst der Windpark 35 Anlagen — werden umfangreiche Mengen an fossilen Brennstoffen wie Braunkohle, Steinkohle und Erdgas eingespart und damit der CO2-Ausstoß eingedämmt. Eine wichtige Voraussetzung für eine gerechte Verteilung der Windpacht brachte ein spezielles „Anwohner-Pachtmodell”. Dieses Modell kommt allen und nicht nur den Grundstückseigentümern der Windenergieanlagen zugute. Damit haben die Bürger die Energiewende selbst in der Hand und mit der Bürgerwindpark Hollich Sellen GmbH & Co. KG ein gemeinsames Ziel: Bis 2050 möchten sie den kompletten Energiebedarf durch eigene erneuerbare Energien vor Ort decken und autark werden.

Mit Sonne Energie tanken

Solaranlage auf dem Dach der DKB AG

Nicht nur Wind schafft Energie. Sammelte man die Kraft der Sonne in 24 Stunden, könnte damit der Jahresenergiebedarf auf der Erde achtmal gedeckt werden. Um das Photovoltaik-Zubauziel der Bundesregierung von 2,5 Gigawatt pro Jahr zu erreichen, sind große Investitionen notwendig. Seit 2004 haben wir die Finanzierung von mehr als 1.350 Projekten mit einer installierten Gesamtleistung von ca. 2.300 Megawatt elektrischer Leistung begleitet. Viele von ihnen über einen Zeitraum von bis zu 18 Jahren.

Die SUNfarming-Gruppe hat zum Beispiel von 2011 bis 2015 in Friedland an der Mecklenburgischen Seenplatte 7 Solarparks mit einer Leistung von 23,1 Megawatt Peak gebaut. Weil die Qualität der Module von der Herstellung bis zum Aufbau vor Ort intensiv kontrolliert wurde, sind die Erträge seit der Inbetriebnahme überdurchschnittlich hoch. An die Natur wurde auch gedacht: Ein Biotop auf dem Areal eines Solarparks blieb intakt.

Und auch im Solarbereich engagieren sich Bürger. Matthias Golle brachte z.B. schon einige Solarprojekte in Schwung. „Wir haben die Technologie, das Know-How und die Mittel. Diesen Umbau der Energieversorgung nicht zu machen oder zu bremsen wäre grob fahrlässig“, sagt Golle. 2013 gründete er die „Energiegenossenschaft Rittersdorf eG“ im Weimarer Land; deren Solarpark ist eines seiner aufregendsten Projekte. Golle und seine Partner initiierten dort ein bis dahin deutschlandweit einmaliges Modell: ein regionales Ökostromprodukt mit Solarstrom. Warum setzt er sich so stark für Erneuerbare Energien ein? „Weil es keinen anderen Weg gibt! 100 % erneuerbare Energien sind das Ziel. Ich werde alles dafür tun, dass auch die Kinder meiner Kinder einmal eine lebenswerte Umwelt haben. Das ist die größte Motivation für mich”, antwortet Golle.

Kühe, die Strom geben

Bioenergiedorf Tangeln: Der Dung der Kühe erzeugt Strom.

Dann gibt es noch Energiequellen, die scheinen auf den 1. Blick Abfall zu sein. Doch mit Gülle lässt sich nicht nur das Feld düngen. Durch die Vergärung von Gülle, Abfällen oder nachwachsenden Rohstoffen wird elektrische Energie produziert. Biogasanlagen stellen ihre Leistung flexibel bereit und sind eine zuverlässige Säule im Erneuerbare-Energien-Mix. 590 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von über 380 Megawatt elektrischer Leistung haben wir schon finanziert — eine zusätzliche Einnahmequelle für Landwirte.

In Tangeln im Altmarkkreis Salzwedel ist 2007 die erste Anlage der Genossenschaft Landwirtschaftliches Unternehmen Tangeln mit 500 Kilowattstunden elektrischer Leistung ans Netz gegangen, 2 Jahre später wurde sie schon auf 1,125 Megawatt erweitert. Heute erzeugt die Anlage 9,2 Millionen Kilowattstunden und deckt den jährlichen Strombedarf von etwa 2.600 Haushalten. Die nutzbare Wärmeenergie — etwa 6,5 Millionen Kilowattstunden — wird über das bürgereigene Nahwärmenetz verteilt. Tangeln wurde so zum ersten Bioenergiedorf in Sachsen-Anhalt.

Energie wenden

Um ähnliche Projekte zu refinanzieren, haben wir im September 2017 unseren 2. Green Bond für institutionelle Anleger begeben. Die grüne Anleihe im Format Senior unsecured hat ein Volumen von 500 Mio. Euro. Der zugrunde liegende Darlehenspool umfasst ausschließlich Finanzierungen für Wind- und Solarprojekte (onshore) in Deutschland. Die Nachfrage war wieder sehr hoch: über 1,2 Mrd. Euro bei rund 170 Investoren — die Anleihe war damit mehr als zweifach überzeichnet.

Die Energiewende geht uns alle an. Nehmen wir sie in Angriff. Denn das kann Bank.

Mehr zu Erneuerbaren Energien bei der DKB