Künstliche Intelligenz für die Hosentasche

Das Selfie im Stadion, das Foto vom Enkel, der Schnappschuss vom Traumstrand im Urlaub: Längst hat das Telefon die Kamera abgelöst. Schon 69% der Deutschen nutzen zum Fotografieren lieber ihr Smartphone als eine Digitalkamera. Das Foto stützt dabei auch oft das Gedächtnis: Der Einkaufszettel lässt sich so einfacher herumtragen und wird nicht zu Hause vergessen. Im Internet-Banking läuft es ähnlich: Wer die 22 Ziffern einer IBAN nicht händisch übertragen möchte, überweist einfach und schnell per Foto. Dabei erkennt die Foto-Überweisung nicht nur die IBAN, sondern auch gleich alle anderen Zahlungsdetails, wie den Empfänger oder die Kundennummer. Aber wie funktioniert das eigentlich? Wie kann ein Telefon nicht nur sehen, sondern auch verstehen?

Text Data Mining: Verstehst Du, was ich zeige?

Ausgangspunkt der Foto-Überweisung sind Bilddaten. Das Foto einer Rechnung enthält natürlich unzählige davon. Mit einer Data-Mining-Software entschlüsselt und verarbeitet ein kleines Programm auf dem Smartphone, z.B. die DKB-Banking-App, diese Daten. Text Data Mining wird das genannt. Die Software extrahiert dabei Informationen aus Dokumenten, klassifiziert und interpretiert sie. In Echtzeit. Buchstaben, Zahlenfolgen und Abkürzungen werden dann nicht nur, wie beim Scannen, vom Analogen ins Digitale übersetzt, sondern sofort verstanden: Das hier ist ein Vorname, dies eine IBAN, dort der zu zahlende Betrag. Ein Feature mit hohem Nutzen, denn trotz der wachsenden Beliebtheit von Online-Bezahldiensten wie PayPal, bevorzugen die meisten Käufer immer noch den Kauf auf Rechnung.

Semantische Analyse: Viel zu lernen Du noch hast

Wie beim Foto vom Einkaufszettel, steht hinter der Foto-Überweisung ein Erinnerungsprozess. Denn die sogenannte semantische Analyse von Dokumenten basiert auf Erfahrungswerten. Sie versteht den Inhalt von Rechnungen erst durch maschinelles Lernen. Intelligente Algorithmen verbessern die Analyse permanent und von alleine — von Foto zu Foto. Und genau das ist es, was Maschinen besser können als Menschen — lückenloses Lernen. Der Mensch hingegen wird immer kreativer sein als eine Maschine: “Man kann einem Algorithmus eine Aufgabe übertragen, die kann er optimal lösen, aber sich ausdenken, welche Aufgabe gelöst werden soll, das wird wahrscheinlich nie passieren”, sagt Wolfgang Rathert, Experte für Gamification, auf dem DKB-Zukunftsforum. In diesem Fall heißt die Aufgabe für den Algorithmus: Erkenne die Ähnlichkeiten zwischen Dokumenten und merke dir den Aufbau von Rechnungen oder Überweisungsträgern. Soweit die Theorie — hier die Praxis:

Ein Foto machen, Angaben kontrollieren, TAN eingeben — fertig. Vor ein paar Jahren hat eine Überweisung noch Zeit und Nerven gekostet. Und heute? Eine der schönsten Nebensachen der Welt — zumindest im Mobile Banking. Für die restlichen 213 Male, die wir am Tag das Smartphone in der Hand halten, kann man mit der DKB-Banking-App natürlich noch andere schöne Dinge machen. Zum Beispiel mit DKB live das nächste Event in der Nähe besuchen und gleich ein schönes Foto davon machen — mit dem Smartphone versteht sich.