Wohnen bezahlbar machen

Wohnen muss man sich leisten können. Das gilt mittlerweile auch für Berlin. Im Jahr 2016 sind die Preise bei Neuvermietungen um 5,6 % gestiegen. 9 Euro pro Quadratmeter und Monat zahlt ein neuer Mieter jetzt im Durchschnitt. Die Preise in München, Frankfurt und Hamburg sind noch höher. Bezahlbarer Wohnraum fehlt, vor allem in den so genannten Schwarmstädten. Das sind die oben erwähnten Großstädte und die meisten Universitätsstädte wie Freiburg, Leipzig, Heidelberg und Dresden. Vor allem junge, aktive und gut ausgebildete Menschen ziehen in diese Städte, da es hier Jobs und Studienplätze gibt. Das schöne Leben zieht gleich mit: Es gibt mehr Yogastudios, Bioläden und Szenekneipen. Ein sich selbst verstärkender Effekt: Jeder Zuzug erhöht die Attraktivität dieser Städte. Im Gegensatz dazu sinkt die Attraktivität der Herkunftsorte. Dort steigen die Leerstände und Überkapazitäten der kommunalen Infrastruktur. Kitas und Schulen stehen leer, die Alten bleiben zurück.

Schuld daran ist auch der demografische Wandel: Bis 2060 soll die Bevölkerung in Deutschland um rund 8 Millionen auf nur noch 73 Millionen Menschen schrumpfen. Dazu kommt: Unsere Gesellschaft altert. Es fehlt also nicht nur bezahlbarer Wohnraum in den wachsenden Regionen, es fehlt auch an Investitionen, um Wohnen gerade in schrumpfenden Regionen altersgerecht zu gestalten. Eine weitere Baustelle: der Rückgang der kommunalen Infrastruktur auf dem Land. Dort gibt es immer weniger Supermärkte, Gesundheitseinrichtungen und gesellschaftliche Angebote.

Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften in Regionen mit Bevölkerungsrückgang müssen sich diesen Herausforderungen stellen. Die DKB versteht sich als Partner der Wohnungswirtschaft, der seinen Kunden auch in schwierigen Situationen und Zeiten zur Seite steht:

Thomas Jebsen, Mitglied des Vorstands der DKB AG

“Wir schließen keine Region aus, schauen aber genau hin, welche Perspektiven die Region hat. Wohnungsunternehmen können auch vor Ort gemeinsam mit der Politik Einfluss auf die Entwicklung von Stadtquartieren nehmen. Das passiert auch oft und zeigt uns immer wieder, welches Leben es an einem Ort gibt, der schon totgesagt wurde.”

Innovation in der Wohnungswirtschaft

Gerade in Regionen mit schrumpfender Bevölkerung muss also neu gedacht und vorhandene Räume innovativ genutzt werden. Dabei geht es auch darum neue Mehrwerte für Mieter zu schaffen, die über das Thema Wohnen hinaus gehen. Zum Beispiel durch die Verknüpfung des Wohnungssektors mit der Energie- oder Pflegewirtschaft. Die DKB zählt mittlerweile zwei Drittel aller Wohnungsunternehmen in Deutschland zu ihren Kunden. Seit 1990 begleiten wir kommunale, kirchliche und private Wohnungsunternehmen sowie Wohnungsgenossenschaften bei ihren Investitionen. Darüber hinaus zählen auch wohnwirtschaftliche Investoren zu unseren Kunden. So versuchen wir gemeinsam Wohnen überall in Deutschland bezahlbarer und attraktiver zu machen. Unter den Wohnungsunternehmen gibt es bereits viele, die auch Energieerzeuger sind oder sich dem Thema Pflege angenommen haben. Mit der passenden Finanzierung begleiten wir Projekte vom energetischen Sanieren über Umnutzungsprojekte, den Ausbau des bestehenden Wohnraums bis hin zu ganz neuen Wohnkonzepten.

https://www.dkb.de/privatkunden/visa-card/

Hier einige Beispiele für neue Ideen im Wohnungsbau:

Leerstand mit Leben füllen

Das ehemalige Arbeitsamt in Jena stand lange leer. Was tun mit dem großen, leerstehenden und nicht gerade wohnlich anmutenden Komplex? Die GW-Living-Unternehmensgruppe kaufte das Gebäude, ließ es aufwendig entkernen und umbauen. 489 neue Wohnungen entstanden so für Singles, Paare, Senioren und kleine Familien. Gleichzeitig wurde mit neuen Balkonen und Farbfeldern die Fassade aufgewertet. Finanziert hat die DKB das Projekt mit 18,5 Millionen Euro.

Mehr Quadratmeter pro Quadratmeter

Auch in Frankfurt am Main ist Wohnraum knapp. Hier hat der Eisenbahnsiedlungsverein seine Mehrfamilienhäuser an der Margaretenstraße, der Breitlacherstraße und der Westerbachstraße aufgestockt und energetisch saniert. Die nicht ausgebauten Dachgeschosse wurden zurückgebaut und mit einer Penthouse-Ebene aufgestockt. Das Ergebnis: familienfreundliche und barrierefreie Wohnungen. Statt 32 Apartments vor dem Ausbau sind es heute 47 Wohnungen. Die Gesamtwohnfläche ist von 2.699 qm auf 3.645 qm gewachsen. Die DKB hat das Projekt mit 7,2 Mio Euro finanziert.

Mehr Wände für die Energiewende

In der Schwarmstadt Dresden hat die Wohnungsgenossenschaft Aufbau Dresden 56 barrierefreie Wohnungen im Stadtteil Striesen gebaut. Das Besondere: Die Wohnanlage wird umweltfreundlich beheizt und mit Warmwasser versorgt. Direkt im Gebäude installierte Cloud-Server liefern mit ihrer Abwärme 40% der Wärmeenergie für die Haushalte. Server, die sonst mit viel Energieaufwand gekühlt werden müssen, werden hier zu Wärmespendern. Der übrige Teil der Wärmeversorgung erfolgt mit Fernwärme aus hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung. Diese grüne Kombination ist ein Erfolg — neben den attraktiven und umweltfreundlichen Wohnungen sichert die Nutzung der Serverabwärme langfristig niedrige Betriebskosten. Das freut die Mieter der Genossenschaftswohnungen.

Wohnen lebenswerter machen

In Neubrandenburg hat die Wohnungsbaugenossenschaft NEUWOBA einen eigenen Pflegedienst gegründet, um individuelle Wohnformen mit Pflege-, Betreuungs- und sozialen Dienstleistungen aus einer Hand anbieten zu können. Dies entspricht der genossenschaftlichen Idee und stellt einen Mehrwert dar, von dem alle etwas haben: Ältere Mieter können länger in ihrer vertrauten Wohnung bleiben. Die NEUWOBA senkt ihren Leerstand und vor Ort entstehen Jobs im Pflegesektor. Die DKB steht der NEUWOBA als langjähriger Finanzpartner zu Seite.

Mehr zum Thema Bauen und Wohnen in der DKB gibt es hier.

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.