Willkommen im Maschinenzeitalter

Für viele Unternehmen ist das digitale Zeitalter ein Segen. Prozesse lassen sich elektronisch abbilden und damit effizienter gestalten. Messverfahren liefern genauere Angaben über Auslastung und Effizienz in der Produktion. Die Kommunikation untereinander geht rascher und von überall zu jeder Zeit, E-Mail sei Dank.

Doch bei genauerem Hinsehen hat diese vermeintlich segensreiche Zeit auch ihre Schattenseiten. Unsere auf immerwährende Effizienz und Lean Management getrimmte Arbeitswelt scheint nicht mehr die gewünschten Einsparungseffekte zu liefern. Mitarbeiter klagen über eine zu hohe Belastung und ständig volle E-Mail-Postkörbe. In manchen Branchen zeigt sich das Bild auch etwas drastischer: Digitale Geschäftsmodelle bedrohen den Fortbestand etablierter Unternehmen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Branchen neben der Musikbranche, dem Verlagswesen und auch bald der Finanzdienstleister diese Auswirkungen spüren.

Dabei werden die Begriffe „Digitalisierung“, „Industrie 4.0“ oder „Kulturwandel“ zum Synonym dessen, was von außen auf Unternehmen einwirkt, aber noch viel stärker zu einem Veränderungsprozess innerhalb der Unternehmen selbst.

Wertewandel und digitales Selbstverständnis

Die nach 1980 Geborenen — die sogenannte Generation Y — bilden heute schon einen Anteil von 30% der Arbeitnehmer. Sie prägen im Arbeitsumfeld neue Begriffe wie „Work-Life-Balance“ und suchen nach sinnstiftender Arbeit. Ihr Anteil wird sich bis 2020 auf 50% erhöhen. Sie sind mit der Digitalisierung aufgewachsen und setzen die Errungenschaften dieses neuen, zweiten Maschinenzeitalters anders ein. Es geht nicht mehr nur darum, durch Digitalisierung schneller, besser und effizienter zu werden. Nachdem die Industrialisierung dafür sorgte, manuelle Arbeit durch Maschinen zu ersetzen, übernehmen die neuen Maschinen eine unterstützende Funktion bei der Denkarbeit.

Quelle: flickr.com, Seedcamp Photos, CC BY-SA 2.0

Allerdings arbeiten wir nicht mehr ausschließlich in einer arbeitsteiligen Organisationform und am Fließband. Wissen und das Management von Know-How sind zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Unternehmen geworden. Eine zunehmende Belastung entsteht jedoch dadurch, dass wir mit zu vielen Informationen versorgt werden und relevante Informationen schlechter identifizieren können. In den vergangenen Jahren haben wir gelernt, dass Technik sinnvoll eingesetzt werden kann. Heute stehen wir an der Schwelle zur Erkenntnis, wie wir sie richtig einsetzen sollten, damit sie uns noch besser im Arbeitsalltag unterstützt. Wenn ein Wissensarbeiter rund 47% seiner Wochenarbeitszeit mit dem Lesen und Schreiben von E-Mails und dem Suchen und Zusammenführen von Informationen verbringt (Quelle: McKinsey Global Institute), dann hat sich entweder das Arbeitsbild grundlegend gewandelt oder aber wir setzen die Errungenschaften der Digitalisierung nicht ausreichend effektiv ein.

Was zeichnet nun den Wissensarbeiter in einem von der Digitalisierung geprägten Arbeitsumfeld aus? Im zweiten Teil unserer Artikelserie wollen wir diesen Aspekt näher beleuchten.


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