Die irrgläubigen Gastgeber

Es waren einmal Menschen einer Region, deren Konflikte, Kämpfe, aber auch Mitgefühl und Einigkeit, ihn allen Frieden, Stabilität, Hoffnung, Wohlstand und vor allem, Wege nach vorn gebracht hatten. Ja, sogar Empathie und scheinbar genug für all jene, die vor Krieg, Armut und Unfreiheit in ihre Länder kamen.

Nun gab es auch Stimmen, die weniger hoffnungsvoll, ja skeptisch und sogar warnend erschienen. Doch sie wurden nur verlacht, denunziert und in gewisse Ecken am Rand der Gesellschaft gedrängt. Auch warnenden Stimmen aus denselben Ländern wie die Neuankömmlinge, jenen also die es ja wissen mussten, wurde kein Glauben geschenkt!

Jeglicher Ausruf der Kritik passte nicht ins Bild und wurde ignoriert.

Und so begannen die Fremden ins Land zu strömen, unkontrolliert und oft mit verschleierter Identität, begleitet von den Jubelstürmen der Hoffnungsvollsten oder je nachdem wie man es sah, den naivsten, leichtgläubigen dieser Nordreiche. Denn die Anfangseuphorie begann sich bald jäh und brutal zu zerschlagen, als die ersten Opfer von Hand der Fremden zu beklagen waren.

Und der Opfer waren es viele, grausam zuschanden gekommen.

Die guten und irrgläubigen Gastgeber jedoch, verweigerten sich jedoch der Wahrheit (und das tun sie noch immer) und immer deutlicher werdenden Realität, die bitter und enttäuschend für alle war, auch wenn ihre Zahlen über die Zeit dünner wurden.

Denn die Gäste wandten sich gegen ihre Gastgeber:

Ihre Rufe der Freude wurde zu Klagegeschrei der Unzufriedenheit, die zur Hoffnung geballten Fäuste schlugen fest in alles und jeden, erst aus Frust, dann schon bald aus altem Hass, sich gegen die früheren Feinde richtend, ja, die eigene Familie, wenn sie aus der Reihe tanzte.

Und nur die kritischen Stimmen verstanden die Verbindungen, die Gastgeber jedoch, ob nun verblendet, ignorant, naiv oder irrgläubig, konnten oder wollten es einfach nicht sehen oder wahrhaben.

Mit der Zeit verdichtete sich das Bild jedoch, so als wurden in einem unvollständigen Gemälde weitere Striche hinzugefügt, aber der wahre Künstler sieht das vollendete Werk eben bereits vor dem geistigen Auge.

Natürlich, die Gastgeber handelten (und handeln) aus Nächstenliebe (so scheint es), aber in jedem Fall gewiss nicht aus Niederträchtigkeit, das konnte doch einfach nicht sein!

„Hätte man diese Entwicklungen nicht sehen können?!“, fragten einige der Kritiker, weil sie es ja bereits gewusst oder wenigstens geahnt hatten und bestimmte Verhaltensweise der ankommenden Volksgruppe über die Jahrhunderte der Geschichte immer gleich verlaufen war.

Die Gastgeber aber antworteten:

„Nun, nicht unbedingt, denn man kann und sollte nicht von einer Gruppe auf eine andere schließen.“

Und das mochte auch stimmen! Wenn man von einem Übeltäter, von dessen Herkunft, Glauben und Kultur auf alle Menschen dieser drei Aspekte schließt, kommt selten etwas Gutes dabei heraus und trifft oftmals auch eher die Unschuldigen, jene, die sich nichts haben zuschulden kommen lassen.

Hätte man diese Entwicklung voraussehen können?

Natürlich, das hätte man, wäre man nicht zu engstirnig, arrogant, die Wahrheit verleumdend und herablassend, beim Blicke auf die umliegenden Nationen, die bereits seit langer Zeit ähnliche Schicksale erleiden müssen.

Auch der Blick ins eigene Land hätte geholfen, denn dort lebten ja bereits Menschen, die seit über einem Jahrhundert hier lebten und doch, noch immer nicht richtig angekommen waren.

Die Zeichen wurden deutlicher, die Stimmung kippte, und dennoch glaubten die gutmütigen Gastgeber an das Ehrbare, wollten nicht aufgeben, die eigenen Fehler eingestehen, schon gar nicht vor den verhassten Kritikern aus der anderen Ecke. Und so eiferten sie um die Wette, das eigene Volk für dumm verkaufend, spöttisch, herablassend, hass voll und in einer Strenge, die sie in die Nähe der ihnen so verabscheuungswürdigen Diktatoren rückte.

Mit jedem Jahr wurde aus ihnen das, was sie nicht sein wollten, während das Land vor die Hunde ging und das perfekte Bild viele Risse und Unsauberkeiten bekam.

Zudem fielen die Schleier über wahre Gründe vieler Ja-Sager, die nun oftmals eher aus Niedertracht, Gier, persönlichem Nutzen, einer geheimen Agenda und vielem mehr gehandelt hatten.

Der Helfer wurde es weniger, die sich zunehmend im Stich gelassen fühlten:

Von den Mächtigen, welche die Idee vom Gutmenschen missbraucht und pervertiert hatten, sie mit Schulden, Lasten und Kummer alleine ließen.

Und mehr noch:

Von den Gästen, die scheinbar nichts als Undankbarkeit, Forderungen nach mehr, Gewalt, Hass und Fanatismus kannten, sich gegen ihre gütigen Gastgeber wandten, ja ihnen oftmals sogar Schaden zufügten, was einige ihrer Opfer verbargen, aus Angst vor Repressalien für ihre Schützlinge, die eigentlich keine waren, so weit war es gekommen, so irrsinnig die Situation.

Und die Meinungen im Lande teilten sich, wurden gegensätzlicher, hassvoller, bis eine womöglich unüberbrückbare Kluft zwischen allen entstehen würde.

Die Einheit des Volkes begann zu zerbröckeln und ein Volk, welches sich nicht einig ist, verkommt zu Schwäche und ist dem Untergang geweiht, weil es nicht mehr an einem Strang zog, aber sich in alle Winde verstreuen ließ!

Die Hassvollen jubelten, da sie das Land und seine Kultur zerstören wollten, der Selbsthass so groß schien, dass sie lieber den eigenen Tod und den ihrer vermeintlichen Feinde akzeptierten, dies mit Gewalt, Indoktrination, Propaganda, Kontrolle, Überwachung und Denunzierung erzwangen, so wie sie es in jeder Diktatur getan hatten.

Die Mächtigen feixten heimlich und beweihräucherten sich gegenseitig, während sie ihre eigenen Taschen füllten, die Moralapostel spielten, die Opfer und das Leid ignorierten, denn ein schwaches, uneiniges Volk war leicht zu manipulieren und gegeneinander auszuspielen.

Protest und Widerstand vermehrten sich, doch die Uneinigkeiten zwischen allen Gruppen konnten nur in einen Konflikt münden, wenn nicht endlich der Respekt für die Grundwerte der gemeinsamen Kultur und Geschichte, in einen friedvollen auf Veränderung bauenden Dialog mündete.

Die Gastgeber waren irrgläubig, so viel schien gewiss, aber ihr Herz pochte an der Stelle der Wahrheit, Menschlichkeit und Hoffnung, daran glaubte die Stimme der Kritik fest und aus voller Überzeugung!

DkS, 26.02. & 12.04.2018