Vom Irrruf des falschen Propheten

Es war einmal ein gewissenloses Heer von in die Irre geleiteten Kriegern, die in großer Feigheit und Schande, ihren Gott vor jede ihrer Schlachten wie ein Schutzschild aufstellte, jeden Mord, jede schreckliche Untat, damit rechtfertigte für eine heilige Sache zu kämpfen, gegen vermeintlich Ungläubige, doch in ihren, von Finsternis getrübten Herzen, war jeder, der nicht ihrem Wahn, ihrem Hass auf alles und Jeden und ihrem Blutpfad folgte, ein Ungläubiger.
Und ihre Macht spielten sie brutal und ohne Erbarmen aus, jene Wüstenstaaten, die durch Jahrhunderte von Krieg- und Herrscherspielen, bereits in Schutt und Asche lagen, noch weiter ins Unglück und in die Zerstörung zu stürzen, bis das Unrecht bis in den Himmel schrie und die Menschen vor dem klaffenden Abgrund in andere Reiche flohen.
In ihrer Kriegslust, die ihre Furcht, Feigheit und Schwäche, die eigenen Dämonen und Fehler überdecken sollte, denn im Unglück über das eigene Dasein, gaben sie der Welt die Schuld und anderen Völkern, war ihnen jedes Mittel und jedes Opfer recht.
Und so mordeten sie Kinder, junge, alte, Frauen, Männer, Menschen aller Nationen, ohne Erbarmen, Mitgefühl oder Ehre, sprachen, noch mit Blut an ihren Händen im Namen ihres Gottes, der sie scheinbar dazu aufgerufen hatte, was jedoch nicht sein konnte, da dieser, der Gott und Vater des Friedensfürsten war, und den inneren, teuflischen Schlachtruf als den Ruf ihres Propheten missverstanden, ihre Ohren aber taub für den wahren Ruf des Herrn waren.
Keine Rechtfertigung, keine Entschuldigung gab es für Ihren Frevel, ihre mörderischen, zerstörerischen Taten. Einem Propheten, der das Blut Unschuldiger einforderte, vermochte man doch nur eine Antwort geben, jedoch diente ihnen dieser nur für die eigenen Dämonen, in Wirklichkeit musste es wohl der Teufel sein, der ihnen ins Ohr schrie, bis es blutig wurde und jeden Funken Verstand, wie Wüstensand in die Ferne trieb.
Es gab keine Grenzen für diese diabolische Armee, weiter und tiefer in elende, finstere, noch grausamere Niederungen drangen ihre Soldaten vor, dass man sich fragen musste, ob die Hölle nicht lange schon erreicht war…
Und ihre Soldaten rekrutierte dieses Heer aus vielen verlorenen Seelen, die ihr Leben freiwillig ins Feuer warfen, vom Irrruf des falschen Propheten in die Dunkelheit getrieben.
Auch schoben sie allerlei Gründe vor, warum Ihr Prophet sie zu Gräueltaten aufrief: die unzähligen Verbrechen der Feinde in der Vergangenheit und Gegenwart, deren wiederrechtlicher Aufenthalt und Einmischung in die Geschicke ihrer Gebiete, die vielen Frevel und die Blasphemie der Ungläubigen, wie vieles mehr…
Hatten sie mit einigen Anschuldigungen recht?
Natürlich…
Denn auch Ihren Feinden flüsterte der Teufel und seine finsteren Schergen hier und da, eher häufiger als manchmal, ihre heimtückischen Geschicke in den Nationen der Welt heimsuchenden Unwesen zu lenken und ihre vorgetäuschten Beweggründe mit Unheil, Gier und Sünde zu trüben, fremde Völker durch ein unsichtbares Machtgefüge in silberne Käfige und goldene Ketten zu legen, um des eigenen Vorteils wegen, nicht aus Liebe, Güte oder Mitgefühl, den Geboten, der Nachfolge und des friedlichen Miteinanders aller Völker und Menschen entsprechend.
Für einen falschen Propheten jedoch, der das Blut Unschuldiger, einer Hyäne in der Wüste gleich, als Opfer und Tribut einforderte, konnte und kann es nur eine einzige Antwort geben:
„Hinfort mit Dir, Unhold, krieche zurück in die dunkle, bittere Finsternis, aus der Du hervorgekrochen bist, wie ein feiger Wurm, der Menschen Dasein zur Hölle auf Erden zu machen und die mordenden, zerstörenden Flammen des Elends, einer Plage gleich, über die Völker zu bringen. Hinfort mit Dir, falscher Prophet!“
DkS: 23.05., 27.05. & 04.07.2017

