Von der Leugnung nach der Entscheidung

Über die fehlende Einsicht nach einer Wahl…

Es war einmal ein Land, in dem vieles gut war, aber eben nicht alles und das schon seit einer ganzen Weile! Vielleicht besonders sichtbar seit über einem Jahr, da man Fremde, die unter großer Not durch Kriegswirren litten, in großen, kaum überschaubaren Zahlen aufgenommen hatte. Auf diese Weise hatte es zumindest begonnen, denn mittlerweile war viel mehr daraus geworden und hatte auch die Menschen in den umliegenden Ländereien in die Ferne, einen neuen Kontinent, getrieben, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, welches die Wenigstens jemals finden würden.

Anstatt sich den Problemen wirklich anzunehmen, leugneten die Mächtigen jedoch jegliche Schwierigkeiten, obwohl doch alles für jeden ausgewogen und vernünftig denkenden Menschen klar ersichtlich schien.

Die Sorgen und kritischen Stimmen vermehrten sich zusehends, doch anstatt auf das eigene Volk zu hören, wies man sie mit allerlei vorgezogenen Gründen ab: stellte sie in diese oder jene Ecke des gedanklichen und ideologischen Spektrums, betrachtete sie als unmündig, dumm, unfähig oder ignorierte sie gleich völlig.

Und dabei begriff man nicht, dass der Unmut immer weiterwuchs und sich in einer Gruppe manifestierte, die nicht die Ursache der Probleme war, wie sowohl die Obrigkeit als auch deren Lakaien jederzeit weiszumachen versuchten, sondern einzig und allein die Konsequenz aus den Ängsten, der Ignoranz, den Sorgen und Wünschen des Volkes fürs eigene Land.

Und dann war eine Zeit der Entscheidung in einem der vielen Bundesländer gekommen.

Obwohl dieser, bereits einige Entscheidungen vorausgegangen waren, in denen sich der Unmut der Menschen unmissverständlich ausdrückte, ignorierte man jede kritische Stimme, diffamierte, mokierte sich, verlachte und verspottete diese wo es nur ging.

Als man dann die so inbrünstig befürchteten Folgen des Entscheidungstages vor Augen sah, begann die Obrigkeit und ihre Königin plötzlich die kritischen Stimmen aufzugreifen und wie so oft für sich zu vereinnahmen, nachdem man sie doch vorher völlig missachtet hatte. So als sehe man den Abgrund der Welt auf einem stürmischen Meer und trachtet inständig danach das Ruder des zu sinken drohenden Schiffes herumzureißen.

Und dann kam der Tag der Entscheidung und es geschah alles so wie es kommen musste:

Eine Gruppe war erstarkt, andere gingen geschwächt hervor oder gar völlig besiegt, wenigstens für dieses Mal.

Doch anstatt die Zeichen zu lesen, die eigene Mitschuld zu erkennen, das eigene, kommende Handeln zu überdenken und versuchen umzukehren, begann der Kreislauf aufs Neue, so als sei man einfach nicht belehrbar:

Auf die Entscheidung des Volkes hörte man nicht und wies diese mit allerlei vorgezogenen Gründen (die, wenn auch vielleicht nicht vollends bedeutungslos), beinahe gedankenlos ab:

Man stellte die Menschen in diese oder jene Ecke des gedanklichen und ideologischen Spektrums, betrachtete diese als unmündig, dumm, unfähig, unwissend oder ignorierte sie gleich komplett.

Nur mit Blick auf den eigenen Machterhalt, so wie das Herumreißen des Ruders kurz vor dem Abgrund, erhob man die Stimme in Richtung Landeshauptstadt und Königin, wo man alle Fehler sah und dabei vergaß, dass man sich doch ebenso in Ignoranz, Leugnung, Diffamierung, Hohn und Spott wider die kritischen Stimmen geübt hatte.

Und einige der Lakaien der Mächtigen, verwiesen gar erneut auf die Dummheit des Volkes, wie es am Ende sich selbst Schäden würde, dass es doch nur der niedere Mob eines dunkleren Farbenspektrums sei, der da entschieden hatte und noch viele Dinge mehr, die zu sagen zwar erlaubt sind, über die man jedoch nur den Kopf schütteln kann vor lauter Blind- und Taubheit dieser Organe.

So als müsse das Volk einfach schweigend dabeistehen und da egal was es tut verliert, weil es entweder zu passiv ist, sich selbst und dem Lande schadet oder tatenlos zusieht, wie das Reich und seine Kultur verkommen.

»Sind die Entscheidungen des Tages das letzte Wort?«

Natürlich nicht!

»Ist eine Gruppe vollkommen im Recht und die andere im Unrecht?«

Wann im Laufe der Geschichte war dies jemals absolut der Fall!?

»Ist die neu gewählte Gruppe der Heilsbringer und wird alles verändern und zum Guten wenden?«

Dies wird niemand der noch bei Sinnen ist glauben, geschweige denn erwarten oder als Grund für seine Wahl benennen! Vielleicht nicht einmal die Mitstreiter der Gruppe selbst.

In einer Demokratie existiert der einfache Mechanismus der Balance, welcher, im Idealfall, alle Kräfte in Harmonie zueinander bringt, kritische Stimmen vernimmt, in jede wichtige Entscheidung einflechtet, den eigenen Standpunkt noch einmal betrachtet, bewertet und dementsprechend angleicht — eine Ausgewogenheit in der jede Gruppe ausbalanciert und Mäßigung erfährt, für eine Entscheidung die gut für alle ist:

Für die Menschen, das Land und diese Erde.

»Wann haben Ignoranz und Ablehnung jemals etwas Gutes hervorgebracht?«

Die Menschen dieses Landes trachteten, wie alle Bewohner aller Länder, doch einfach nur danach mitzuentscheiden in welche Richtung man von nun an gehen würde. Und dass die Mächtigen endlich miteinander reden würden, für Land und Leute…

DkS, 05.09.2016