Veronica und Nico

Snap versucht sich weiterhin an Sonnenbrillen mit Kamera

Marc Rentschler
Sep 6, 2018 · 3 min read

Es wurden mal wieder neue Modelle der Kamera-Sonnenbrille “Spectacles” vorgestellt. So langsam stellt sich mir dabei die Frage, ob man sich bei Snap tatsächlich erhofft, dass diese plötzlich zum Kassenschlager werden.

Der erste Versuch

Betrachten wir es mal rein analytisch: Die bisherigen Versionen der Sonnenbrille mit Kamera waren ein Flop.

Als die Brille im Oktober 2016 erstmals in den Handel kam, konnte man sie nur an ausgewählten Orten in den USA an speziellen Verkaufsautomaten erwerben. Auch war der Preis bereits zum Start mit 129 USD nicht unbedingt günstig, wenn man bedenkt, dass sich die Brille ausschließlich zusammen mit Snapchat verwenden lässt und sich aufgrund des seltsamen runden Bildformats auch nicht als Schnappschuss-Knipse für andere Zwecke eignet. Erst im Juni 2017 konnte man auch in Europa Spectacles erwerben, jetzt auch (zusätzlich zu den Verkaufsautomaten) via Internet.

Bei der begrenzten Verfügbarkeit und der ebenfalls stark begrenzten Funktion der Brille verwundert es einen dann auch nicht, dass die erste Version der Spectacles wenig erfolgreich war:

Der zweite Versuch

Nach dem Flop der ersten Version der Brille versuchte es Snap Anfang diesen Jahres erneut. Mit der gleichen Brille. Selbes Design, nur schnellere Datenübertragung und bessere Aufnahmen. Ansonsten gleiches Konzept wie zuvor. Ob es diesmal klappt steht in den Sternen, aber dass man sich wieder für das selbe Design entschieden hat wie beim ersten Mal lässt doch zumindest die Vermutung offen, dass der Flop der ersten Version so schlimm war, dass Snap auf tonnenweise alter Brillen sitzengeblieben ist und so viele davon recyceln wollte, wie nur möglich (oder rezyklieren, wie mein Prof sagen würde). Was auch schonmal gegen einen Erfolg des 2. Modells spricht: Der Preis wurde ein Stück angehoben, auf jetzt stolze 175 Euro.
Zum Vergleich: So viel hat mich mein aktuelles Handy gekostet.

Veronica und Nico

Von den internen elektronischen Daten her sind die beiden neuen Modelle identisch zu Version 2 der Spectacles. Einziger Unterschied bei diesen ist das jetzt erstmals veränderte Design, sowie die neuen, polarisierenden Gläser. Auch die Schutzhülle ist überarbeitet. Ach ja, der Preis wurde — wie könnte es auch anders sein — erneut erhöht, auf jetzt 230 Euro.

Ob die neuen, etwas schickeren Modelle besser ankommen werden als Version 1 und Version 2? Ich glaube nicht. Denn meiner Meinung nach ist die Nachfrage nach einer Snapchat-Brille in der allgemeinen Bevölkerung einfach zu gering, um damit erfolgreich zu sein.

Ich habe nicht das Gefühl, als würden die Spectacles in Deutschland großartig angenommen, zumindest sind sie mir noch nie in freier Wildbahn begegnet. — Sascha Ostermaier in Caschys Blog

Mir geht es dabei so ähnlich wie Sascha. Ich habe noch nie jemanden mit Spectacles gesehen und als ich kürzlich bei ein paar Freunden das Wort “Spectacles” erwähnte, wusste keiner von ihnen, was das sein soll. Und das obwohl alle von uns regelmäßig Snapchat nutzen.

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Marc Rentschler

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