Wochenbericht 25
Anfang der Woche hatte ich ein Gespräch mit meinem Vater über das Tiny House Projekt und meine Zweifel und Unsicherheiten der letzten Woche. Mein Hirn hat die Angewohnheit, sich in seinen eigenen Standards zu verlieren, die weit weit entfernt von der Realität sind. Ab und zu ist also ein Reset notwendig, um die Dinge aus der richtigen (oder zumindest richtigeren) Perspektive zu betrachten. Dieses Gespräch war ein Reset und ich bin wieder viel ruhiger und positiver. Wenn du nicht mehr weiter weißt — frag Papa…
3 wesentliche Dinge sind diese Woche passiert. Ich habe mit dem Dach angefangen. Leider ist Marc derzeit im Stress, da es an seinem Arbeitsplatz einige Umbrüche gibt. Also kann er mir nicht helfen, die Kantteile des Daches (die zuerst angebracht werden müssen) in Form zu bringen. Daher wurde ich kreativ und hab eine sehr einfache Version einer Kantbank gebastelt. Es funktioniert überraschend gut mit zwei Leuten. So konnte ich mit der neuen Hilfskonstruktion mit dem Dach auf dem Erker beginnen und dann die Giebelfassade fertig machen. Am Sonntag half mir Papa die kürzere Seite des Daches zu decken. Dort müssen nur noch die Giebelkanten und der Mittelteil fertig gemacht werden. Ich bin froh, wenn die Außenhülle fertig ist, da sich die Wetterbedingungen zu meinem Nachteil entwickeln.



Zweitens, wegen einiger regnerischer Tage, habe ich an der Badwand weiter gemacht. Dazu wurde die Tür auf der Tischsäge geschnitten und dann in einem Betttuch transportiert, um die Oberfläche nicht zu beschädigen. Die Tür wird nicht gestrichen sondern nur mit einer transparenten Öl-Wachs-Kombination behandelt. Jeder Kratzer oder Delle muss geschliffen werden, daher war große Sorgfalt geboten. Nachdem ich die Räder an der Tür befestigt hatte, konnte ich das Innenwand-Sperrholz montieren, damit es wie eine Wand aussieht. Auf der anderen Seite, wo sich die Dusche befindet, wurde Isolierung in die Wand eingebracht, die hauptsächlich zur Geräuschdämpfung dient. Und schließlich wurde das ganze einmal gespachtelt.



Der dritte Punkt in dieser Woche waren die Radkästen. Auch hier wurden in der Werkstatt Teile geschnitten. Es wurde wieder eine Isolierung (diesmal zur Wärmedämmung) und einmal gespachtelt.


Zusätzlich zu dem Gespräch mit meinem Vater habe ich eine Beobachtung gemacht. Viele der, meiner Meinung nach, fehlerhaften kosmetischen Details sind aus einem Meter Entfernung nicht sichtbar. Und wenn man diese fehlerhaften Details nicht kennt, fallen sie gar nicht auf. Z.B. ist eine Schraube in der Fassade etwas versetzt. Aus der Nähe sieht man das, wenn man sich drauf konzentriert. Wenn man sich 2 oder 3 Meter entfernt, sieht man nur eine Reihe von Schrauben, die zu einem Fenster ausgerichtet sind. Die Essenz ist also: Liebes Hirn. Ja, ich weiß, du willst alles perfekt haben. Und ich weiß auch, dass deine Lieblingsbeschäftigung darin besteht, mich wegen der Imperfektionen zu tadeln. Aber siehst du, dass diese kleinen Details, auf die du dich ausschließlich konzentrierst, nicht so wichtig sind? Sieh dir dieses fantastische Haus an. Sei zufrieden — oder noch besser — stolz. Ende der Nachricht.
