Game of Thrones — Hype oder Kult?

Eine Analyse

Sven Scheuermeier / Unsplash

Wenn man sich an die sogenannten „Hypes“ der letzten Jahre zurückerinnert, bemerkt man schnell, dass das meiste schon längst wieder in der Versenkung verschwunden ist. Bei vielen dieser Dinge will so mancher lieber leugnen, so etwas auch nur gekannt zu haben. Aber das Meiste ist einfach nur vergessen.

Jetzt mal ehrlich, spielt noch irgendjemand „Pokemon go“, bastelt sich Armbänder aus diesen seltsamen Loom-Gummis, oder fährt mit seinem Waveboard durch die Gegend? Wahrscheinlich die Wenigsten.

Wie kommt es also, dass sich manche Dinge nach wie vor einer immensen Beliebtheit erfreuen? Genauer: Wie kommt es, dass eine Serie, die auf eine Buchreihe basiert, die letztes Jahr 20 Jahre alt geworden ist, so dermaßen erfolgreich ist und einen Preis und Rekord nach dem anderen einheimst?

Als Georg R. R. Martin 1996 das erste Buch seiner „Das Lied von Eis und Feuer“ Reihe veröffentlichte, scharrte sich rasch eine Fangemeinde um ihn, die sehnsuchtsvoll das Erscheinen der Folgebände erwartete und noch immer erwartet. (Von sieben geplanten Büchern sind bislang erst fünf erschienen.) Lange Zeit galt die Buchreihe als nicht verfilmbar. Zu viele wichtige Charaktere, zu viele Handlungsorte, eine unfassbar vielschichtige Handlung; nicht selten wird die Komplexität mit der der Werke J. R. R. Tolkiens verglichen.

Um so erwartungsvoller wurden Martins Anhänger, als es 2007 hieß, HBO hätte die Filmrechte an der Buchreihe erworben. Schnell war klar, dass ein Film bzw. eine Filmreihe dieser nicht gerecht werden könne. Und so kam es, dass am 17. April 2011 die erste Folge von „Game of Thrones“ ausgestrahlt wurde. Seit dem hat die Serie 38 Emmys, eine Golden Globe und diverse andere Filmpreise gewonnen.

Obwohl die Serie mittlerweile stark von den Büchern abweicht, bzw. diese in der Handlung überholt hat, sind viele Buchleser weiterhin Fan der Serie.

Worin diese ungeheure Faszination begründet ist, kann man nicht wirklich sagen. Vielleicht liegt es an der schonungslosen Darstellung von Gewalt, Sex und menschlicher Abgründe.

Vielleicht in den Charakteren, von denen viele im Verlauf der Serie eine Entwicklung erfahren. Auf einmal ist der Typ, den man in Staffel 1 nicht mochte, zu einer Lieblingsfigur avanciert. Genauso gibt es aber auch die Charaktere, die man von Anfang bis Ende guten Gewissens hassen kann und darf.

Vielleicht liegt die Faszination in der überschaubaren Anzahl an magischen Wesen, wie Drachen und weiße Wanderer.

Am ehesten wird es eine Mischung aus all diesen Komponenten und noch viel mehr sein.

Letztendlich wird dies der Grund sein, weswegen das Franchise um Georg R. R. Martins Werk kein temporärer Hype sein wird, sondern wie beispielsweise Star Wars, zu einem Jahrzehnte anhaltendem Kult wird. Wenn es das nicht längst schon ist.


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