Super Bowl LI: Die Analyse vor dem Spiel

Die Buchmacher sehen die New England Patriots vor dem großen Duell am morgigen Sonntag gegen die Atlanta Falcons leicht im Vorteil. Doch ist diese Annahme überhaupt berechtigt?

Defense wins Championships?

Die Atlanta Falcons haben in der regulären Saison die mit Abstand meisten Punkte erzielt, während die Patriots die wenigsten Punkte zugelassen haben. Doch kann man die Offensive der Falcons überhaupt aufhalten?

Im Spiel gegen die Pittsburgh Steelers zeigten die Patriots, dass sie auch einen der besten Wide Receiver der Liga in Schach halten können. Antonio Brown verzeichnete gerade einmal 77 Yards — einen großen Teil davon in der Garbage Time. Dabei griffen die Patriots auf einen simplen und offensichtlichen Spielzug zurück: Das Doppeln. In praktisch jedem Spielzug wurde Antonio Brown primär von Corner Back Malcolm Butler bewacht. Zudem begab sich Safety Duron Harmon direkt zu Beginn auf die Seite des Receivers. Somit waren die Passwege in die Tiefe des Feldes für die Steelers erstmal versperrt. Aufgrund des relativ unflexiblen Playcallings hatten die Patriots aber auch leichtes Spiel, da Antonio Brown fast ausschließlich die Deep Route lief.

Die Falcons Offensive funktioniert dagegen anders als die der Steelers. Mit Mohamed Sanu und Taylor Gabriel verfügt Atlanta hinter Julio Jones über zwei weitere starke Receiver. Auch das Playcalling von Offensive Coordinatior Kyle Shanahan ist variabler. So sorgen allein die komplexen Routes der Receiver für Verwirrung in der Defensive. Dass es nicht ausreicht, Julio Jones auszuschalten, zeigt auch ein Blick auf die Statistik. Der Receiver blieb in acht Saisonspielen unter 100 Receiving Yards, in denen die Falcons dennoch sieben Siege einfahren konnten. Exemplarisch dafür steht der Sieg gegen die Seattle Seahawks in der Divisional Round. Julio Jones erzielte zwar nur 67 Receiving Yards, doch Matt Ryan konnte trotzdem 338 Passing Yards verzeichnen. Extrem gefährlich sind auch kurze Pässe von Matt Ryan auf seine Running Backs Tevin Colman und Devonta Freeman. Dass die Patriots die Falcons Offensive unter 25 Punkten halten können, halte ich für ausgeschlossen.

Kann die Patriots Offensive mithalten?

Die Offensive der Partiots präsentierte sich in dieser Saison sehr ausgeglichen. Sowohl das Pass- als auch das Laufspiel sind statistisch in den Top 10 der Liga zu finden und Quarterback Tom Brady stellte erneut unter Beweis, dass er zu den besten Spielern aller Zeiten gehört. Dabei kann er nun wirklich nicht auf die besten Wide Receiver der Liga zugreifen. Die Receiver der Patriots sind allesamt klein und schnell, wobei zwischen Chris Hogan, Malcolm Mitchell und Julian Edelman auch in diesem Jahr kein Einzelspieler hervorsticht. Dennoch sind alle in der Lage, für das entscheidende Big Play zu sorgen.

Dabei werden die Patriots versuchen, die einzige große Schwäche der Falcons Defensive zu nutzen: Die Yards after Catch. Die Patriots verzeichnen offensive die meisten Yards after Catch pro Spiel, während die Falcons Defensive die meisten Yards after Catch zulassen.

Worauf es ankommt

Für die Patriots wird es darauf ankommen, die Offensive der Falcons vor allem zu Beginn zu stoppen. Dabei darf der Fokus nicht nur auf Julio Jones liegen. Auch Taylor Gabriel und Mohamed Sanu sowie Running Back Devonta Freeman müssen so gut wie möglich in Schach gehalten werden. Eine absolute Herkulesaufgabe.

Die Falcons werden versuchen, wie so oft bereits mit dem ersten Angriff zu punkten, um die Patriots offensiv sofort unter Druck zu setzen. Defensiv ist höchste Konzentration geboten, da Edelman und Hogan zu jedem Zeitpunkt für das entscheidende Big Play gut sind. Man darf gespannt sein, ob die junge Defensive der Falcons dem Druck gewachsen ist.

Für mich haben die Falcons mit ihrer Offense den entscheidenden Vorteil und sollten das Spiel für sich entscheiden.

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