Wie kann man so unglaublich schnell sein?

Ben Lee ist der Name des schnellsten Violinisten der Welt. Das Wunderkind wurde im Jahr 1980 in UK geboren und spielte schon mit 5 Jahren. Später besuchte Ben das Royal College of Music London, wo er Violine und Komposition von Filmmusik studierte. Im Jahr 2010 spielte er “Flight of the Bumblebee” (“Hummelflug”) von Nikolai Rimski-Korsakow in 58,515 Sekunden. Während einer TV Sendung verbesserte Ben seinen Rekord sogar mit 2 Sekunden. Nach einem Experiment in einem Tonstudio wurde festgestellt, dass der Engländer bis zu 220 Schlägen pro Minute spielen kann, ohne Fehler zu machen. Das bedeutet ungefähr 16 Noten pro Sekunde.

Aber wie ist es überhaupt möglich, dass ein Mensch so schnell reagieren kann? Die Antwort ist durch einen besonders gut entwickelten Motorcortex. Vom Motorcortex gehen viele Nervenbahnen aus, die Bewegungsimpulse zum Rückenmark schicken. Diese erreichen dann die Muskeln, die die gewollte Bewegung ausführen müssen. Die Information, welche Körperteile bewegt werden sollen, erhält der Motorcortex von anderen Teilen der Großhirnrinde. Auf dem Motorcortex werden alle Körperteile “repräsentiert”. Die Körperteile wie Hände und Gesicht, die besondere Feinmotorik aufweisen, sind stark vertreten. Dies zeigt, dass für die Menschen Kommunikation und Umgang mit verschiedenen Werkzeugen besonderes wichtig ist. Die rechte Hälfte des Motorcortex steuert die linke Hand, das linke Auge usw., wobei die linke Hälfte die Korperteile, die sich rechts befinden, kontrolliert.

Eine transkranielle Magnetstimulation (TMS), bei der starke Magnetfelder benutzt werden, um bestimmte Bereiche des Gehirns zu erregen, wurde mit Ben durchgeführt. Bei dieser Methode wird eine Magnetspule am Kopf angelegt. Diese erzeugt ein Magnetfeld, dessen Stärke ausreichend ist, Aktionspotentiale im Gehirn hervorzurufen. Der genaue Mechanismus der Funktionsweise ist aber bis heute unbekannt. Bei Ben wurde der Teil des motorischen Cortex, der die Hände steuert, stimuliert. Die Reaktionszeit, die seine Hände brauchen, um zu zucken, wurde gemessen. Die Ergebnisse zeigten, dass das Zucken seiner linken Hand doppelt so stark als seiner rechten war, obwohl der Violinist ein Rechtshändler ist. Normalerweise sollte es genau umgekehrt sein, da die rechte Hand viel öfter benutzt wird. Bei Ben ist ein außergewöhnlich großer Bereich der rechten Hälfte des Motorcortex für seine linke Hand zuständig. Dies hängt mit dem regelmäßigen Üben, das Ben jeden Tag jahrelang begleitete.

Der Musiker hat sein Gehirn so gut “trainiert”, dass es sich weiterentwickelte und das Unmögliche möglich machte. Anatomisch gesehen ist das Gehirn kein Muskel, aber seine Leistungen können doch durch Übungen verbessert und erhöht werden, wie Ben es bewies.