# 14: Madita will zum Gletscher

Buerdalen- Gletscher im Folgefonna Nationalpark

Theresa Wasserek
Aug 24, 2017 · 3 min read

Meine Eltern haben schon manchmal nen kleinen Knall. Es regnet und wir sind aufm Weg zur Riesen Gletscherwanderung.

Der Stellplatz, den Papa meinte zu finden, war der Parkplatz am Gletscher. Naja zumindest etwas Geld gespart, wir sind nämlich nur zu dem Parkplatz gefahren, weil der Campingplatz in Odda keinen Platz mehr für uns hatte. Da kann ich ja auch endlich was gekauft bekommen, es gibt ganz nette Klamottenläden hier, meint meine Mama, sie kauft mir aber trotzdem nichts, weil es ihr zu teuer ist. Naja auf jeden Fall hatte es die Nacht geregnet – nachdem ich wieder schlafen gehen musste. Habs aber trotzdem auf unseren Brownie prasseln gehört.

Am nächsten Morgen sollte dann die große Wanderung beginnen. Glück für die zwei, dass die Sonne sich einigermaßen gezeigt hat. Bei Regen hätte ich protestiert, mich auf den Rücken schnallen zu lassen. Und los ging die Tour. Es war auch wieder ganz bequem auf Papas Rücken. Und nachdem ich mir hier alles anschauen konnte – Bäume, Blätter und nen Wolkenbezogenen Himmel, wurde es schon wieder langweilig. Dann noch das Schaukeln über Stock und Stein, da blieb mir wieder nichts anderes übrig als zu schlafen.

Aber Pustekuchen, dass man hier in Ruhe sein Nickerchen halten kann. Irgendwann hat es nur noch total laut gerumst. Das ist der Gletscherfluss der rauscht. Von wegen Rauschen – die Gera in Erfurt rauscht gemütlich. Hier mussten Mama und Papa sich anschreien. Und das Wackeln wurde auch nicht weniger, weil Papa immer über riesen Steine klettern und über wackelige Brücken balancieren musste. Und es kam noch besser – Seile, an denen man sich hochziehen muss, um die steilen Steine zu erklimmen. Hat er aber echt gut gemacht, mein Papa, auch wenn ich und er glaube ich auch, das erst nicht gedacht hätte, dass wir das schaffen. Immer am reißenden Fluss entlang, den Buerdalen Gletscher im Blick.

Nach einer ganz schönen Kraxelei, kam ein sehr großer Stein. Meine Mama ist noch hochgeklettert und hat die Lage gecheckt, aber da es auch noch nach Regen aussah, fand ich es reicht, ich hatte außerdem Hunger.

Also haben wir eine schöne lange Pause gemacht, mit Blick auf den Gletscher und ins Tal. Papa konnte wieder die Höllendrohne fliegen, die hat es aber auch nicht bis zum Gletscher geschafft. Das blöde Ding ist ganz schön laut und macht mir immer ein wenig Angst. Zum Glück hatte Mama neben schöner warmer Milch noch etwas Picknick dabei. Kalte Zuchini und Möhre war sehr lecker an der frischen Luft!

Da es dann wirklich genieselt hat, sind wir umgekehrt und den Weg wieder zurück gekraxelt. Nach dem Picknick konnte ich wieder ein kleines Schläfchen halten, diesmal hat mich der olle Fluss wieder munter gemacht, sodass ich unten angekommen dann nochmal ganz schön müde war. Also haben wir noch nen Schlafens – Stop gemacht.

Danach ging es nochmal ne ganze blöde Autofahrt weiter. Meine Güte, immer das Rumgefahre. Meine Eltern haben gesagt, es regnet sowieso, also können wir auch fahren. Fand ich doof. Vor allem weil ich gar nichts von der spektakulären Strecke gesehen hab in meinem Sitz, die die ganze Zeit am Hardangerfjord entlang führt.

Sind auf jeden Fall immer noch bei strömendem Regen in Haugesund auf dem Campingplatz angekommen. Den letzten Platz haben wir ergattert. Wegen des Regens war die Stimmung etwas im Keller, da auch für die kommenden Tage kein besseres Wetter angesagt war. Na Prost Mahlzeit! Das kann ja was werden!

Familienabenteurer

8 Wochen Elternzeit im Camper Richtung Schweden, Norwegen und Dänemark - erzählt aus 3 Perspektiven - ein Familientagebuch.

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Theresa Wasserek

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