Friedberg #17 auf Deutsch ; Den ersten Teil schon gelesen? → Zurückblättern

Wirtshaus

„Ah, Herr Kommandant“ Strahlte der Wirtsherr. „Guten Abend, Brechthold.“

„Auf der Durchreise oder brauchen sie für längere Zeit ein Zimmer.“ „Ein paar Tage.“ sagt Kommandant und setzt sich an die Tresen.

„So wie immer?“ „Nein Danke. Eine Kanne Tee, für mich und meinen Begleiter.“

„So?“

„Guten Abend sagt Tristan und setzt sich zu Kommandant.

„Braucht ihr Begleiter auch ein Zimmer.“ fragt Brechthold hoffnungsvoll. „Nein, ein Zimmer reicht.“

Brauen runzelnd stellt der Wirts Herr einen Kessel ins Feuer.


Zwei Becher später sieht Kommandant Tristan eindringlich an.

„Nein“ sagt Tristan. Der Kommandant setzt eine unbewegte Miene auf. „Brechthold, habt ihr Honig im Haus?“ „Nein, zu teuer Sir.“

„Met?“ „Ja einen ganz feinen Tropfen.“ „Mach meinen Becher voll.“ „Ja!“ freut sich Brechthold und verschwindet im Lager.

„Alkohol?“ tadelt Tristan.

„Was soll ich sonst Trinken. Milch? Tee?“ Tristan zuckt mit den Schultern.

Drei Humpen später schaut Kommandant wieder Tristan an. „Das war reine Geldverschwendung.“ „Tu wenigstens so als wärst du angetrunken, sonst erregen wir bald Aufmerksamkeit.“

“Ich fühle mich kein Stück besser. Ganz im Gegensatz zu dem Met der Alten.“ „Andere Honig.“ sagte Tristan und klopfte auf seinen Beutel.

Der Kommandant fixiert den Henkel über der Stuhllehne.

„Ich denke ich werde ins Bett gehen.“ lallt Kommandant sehr geschickt. Er wirft ein paar Münzen auf die Tresen, stand unbeholfen auf. Kurz wankend, stützt er sich auf den Stuhl. Ertasten die Lederriemen, packt zu und rennt zum Ausgang.

Fixiert auf den Beutel, sieht er die Faust nicht kommen, die ihn vor ein paar Sekunden entgegen kam.

„´nschuligung. Isch dacht du wolls meine Taschche glaubn.“ Sagte Tristan zu dem glücklich Träumenenden.

Alle Gäste schauten die beiden an. „ Si´sis dr Sapfen strei-ihk.“ Sagt Tristan, klopfte auf die Tresen und verschwindet mit Kommandant in einem Zimmer.

Komisch, dachte Brechthold, der hat doch nur Tee getrunken.

Mitten in der Nacht erwacht Kommandant. Tristan steht am Fenster und sieht gut aus. Kommandant reibt sich den Schlaf aus seinem Gesicht. Hibbelig beginnt er auf dem Bett rum zu wackeln.

„Lass das.“ schnauzt Tristan

„Ich brauch es jetzt.“

„Du erregst zu viel Aufmerksamkeit.“ „Ich mach doch gar nichts.“ Sagte der Kommandant übertönt vom quietschendem Bett.

„Zwei Kerle die Besoffen in einem Zimmer übernachten, mit nur einem Bett, das die ganze Nacht knarrt. Was denkst du was wir hier drinnen machen?“ Das Quietschen erstarb. „Okay…“

Tristan dreht sich zum Kommandant und musterte ihn von unten nach oben. „Kein Interesse“ „Das war kein Angebot.“ sagte der Kommandant.

Für ein paar Minuten kehrt stille ein. „Darf ich nur ein bisschen davon Lecken?“ Tristan dreht sich vorsichtig und sichtlich irritiert um. Es dauert etwas bis er verstand was gemeint ist. „Nein.“

„Nur mal riechen.“ „Nein!“

„Nur mal anschauen.“ „Nein!“

Frustriert schwingt der Kommandant seine Faust gegen die Wand. Zu seiner Überraschung ging sie durch. Er zog sie, mit Mörtel besprenkelt, aus der Wand. Ein älterer Herr schaut panisch aus seinem Bett durch die, bis eben noch, Wand.

Tristan packt den Arm vom Kommandant, bevor sie die Wand durchschlägt.

„Was…?“ fragt der Kommandant entgeistert.

Hand in Hand standen sie vor einer ganzen Wand.

„Du gewöhnst dich noch daran. Deine Reflexe und Wahrnehmung sind vielleicht etwas viel für dich.“

„Ich habe die Wand zerstört.“ „Ja, ganz normal wenn du deine Kraft nicht beherrschst“

„Aber sie ist ganz?“ „Weil ich dich vorher aufgehalten habe.“

„Ich habe unseren Nachbarn durch die zerstörte Wand gesehen, bevor du es verhindern konntest.“ Kopfschüttelnd ging Tristan zu seinem Beutel. „Du gewöhnst dich noch daran.“

Er holt ein kleines Glas mit einer zähen Flüssigkeit hervor. Der Deckel öffnet sich wie von alleine. Die Pupillen der beiden weiten sich vor verlangen.


Mit Anstrengung verschließt Tristan den Honig wieder. Das goldene Licht im Zimmer verschwand und wich unsäglicher Dunkelheit. Kommandant wälzte sich, Finger leckend, auf dem Bett. Er war voll im Rausch. Jauchzend wiegelte er sich in den Schlaf.

Tristan starrte aus dem Fenster. Er krallte seine zitternden Hände in das Holz. Die Welt begann wieder heller zu werden. Ein neuer Tag, schon wieder.

Menschen begannen die Straßen zu füllen. Feuer wurden neu geschürt. Die Kamine lebten auf. Pumpend drückten Menschen nach außen und wurden magisch wieder angezogen.

Das Herz der Stadt begann zu schlagen.

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