Danke Mutti: Mein DIY-Startup-Inkubator aus Berlin

Alexander Kluge
Apr 30, 2019 · 2 min read

Mein bestgehütetes Geheimnis, das ich noch nie veröffentlicht habe. Ich habe mich immer geschämt, es preiszugeben, aber jetzt habe ich die Überzeugung gewonnen, dass es Zeit ist, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

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Ich offenbare mein Geheimnis, dass meine Mutti mein heimlicher Startup-Inkubator in Berlin ist.

Meine Mutti fungiert als Startup-Inkubator, indem sie mich für 15 Euro pro Tag einen 14 m² Raum mieten lässt und dafür auch Zugang zu Wifi, Bad, Dusche, WC und Küche gewährt, damit ich meine Startups aufbauen kann. Strom, Wasser und GEZ sind im Preis inbegriffen, Essen, Arztbesuche und Dinge des täglichen Bedarfs nicht.

Den Raum nutze ich als Office, Schlafzimmer, Sportraum und Produktionsstudio für Audio und Video.

Mit 35 Jahren lebe ich also noch „bei Mutti“. Davon kannst du halten was du willst, aber das ist eine Realität, meine Realität und der Preis, den ich als Startup-Gründer zu zahlen bereit bin.

Mir war immer klar, dass dies eine besondere Art der Unterstützung ist, weil ich mich so auf das konzentrieren kann, was mir am wichtigsten ist. Meine Startups sind bootstrapped (ohne Drittkapital), weshalb ich auf solche Hilfe angewiesen bin und dies auch zu schätzen weiß.

Wichtiger Bonus: Bin ich nicht in Berlin, weil ich z. B. für mein Suchmaschinen-Startup studiolist.org unterwegs bin, zahle ich keine Raummiete, kann aber alle Sachen im Raum lassen. So ist es mir möglich, meine Geschäftsreisen zu finanzieren (zuletzt sechs Wochen USA, von New York City nach LA auf dem Landweg).

PS: Es hat mich Monate und Jahre belastet, mit 30+ noch im mütterlichen Haus zu leben. Ich wollte damit nicht an die Öffentlichkeit gehen, denn ich fürchtete die Reaktionen, den Spott, die Häme — auch was das Dating von Frauen angeht. Nicht sonderlich sexy und eigenständig, ne? I hear you. Doch in den letzten Jahren habe ich gelernt, diese Geräusche und Stimmen zu ignorieren und nur meinem eigenen Sound(track) zu folgen.

Für mich zählt, was ich tue und wen ich mit meinen Projekten unterstütze. Aber es juckt mich nicht, wenn deine Meinung oder Ansicht meine konstruktive Gier nach einem positivem Einfluss in der Welt einschränkt, wenn du meine Art, mich auszudrücken behinderst oder du versuchst, meine positive Einstellung zu zerstören, die darauf abzielt, Organisationen zu bauen, die dem Wohl der Gesellschaft und Umwelt dienen.

Das war mein Outing. Wann outest du dich?

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