beme — Hype Luftblase oder Marketing Geheimwaffe?


Seit ein paar Tagen geistert ein neuer Hashtag durch die Social Media Welt: #bemecode. Mit seiner Hilfe suchen Neugierige Zugang zum allerneuesten Nerd-Spielzeug, der iOS App beme.

beme — Was ist das?

Zuerst einmal ist es simpel. Unglaublich simpel. Sozusagen Video-Streaming für Dummies. Wer dachte, Meerkat sei leicht zu bedienen, der wird überrascht sein, dass es noch einfacher geht. Mit beme muss man nur noch das iPhone vor die Brust halten, schon beginnt die Aufzeichnung. Nimmt man das Gerät wieder weg, stellt die App das Video automatisch online. Der Clou dabei: Man hat keinerlei Möglichkeit, das Video zu bearbeiten. Nicht einmal ansehen kann man es sich, bevor es online geht. Erst, wenn das Video auf dem Server verfügbar ist, kann man es selbst sehen. Das ist die Idee hinter beme:

Ein ungefiltertes Stück Leben.

Oh Gott, werden jetzt viele denken, man darf nichts bearbeiten und dann können die Leute sich das Video tausendmal ansehen? Nein! Das können die Leute nicht. Und damit sind wir bei Clou Nr.2: Jeder User kann jedes Video nur ein einziges Mal ansehen. Und auch nur solange er den Finger auf dem Display hat. Nimmt der den Finger weg oder endet das Video, ist es weg. Für immer. Wie noch nie zuvor zählt nur der Moment. Damit geht beme noch ein Stück weiter als Meerkat oder Periscope, die zwar ebenfalls live streamen, aber Speicherung oder zumindest Kommentare erlauben. Das geht bei beme nicht. Die einzige Form der Interaktion ist die Möglichkeit, mit einem behrzten Tippen aufs Display ein Selfie von sich zu schießen. Dieses Bild darf sich der Video-Ersteller ansehen. Einmal!

Gefolgt wird durch Hinzufügen des Namens (ohne Suchfunktion) oder per “Follow” Button aus einer zufällig generierten Liste von User-Videos. Das war es auch schon mit Funktionen. Naja, fast. Eine — im Moment noch — sehr wichtige Funktion fehlt noch: Die “Generate Code” Funktion, mit der man Freunden ermöglichen kann, die App, die im iTunes Store kostenlos verfügbar ist, auch zur Nutzung freizuschalten. Mehr dazu bei Twitter unter #bemecode ;-)

An dieser Stelle lassen wir Casey Neistat, den Macher von beme selbst zu Wort kommen. Das “Meet beme” Video:

Hype oder hilfreich?

Aktuell: ganz klar Hype. Die App ist erst vor wenigen Tagen gestartet und nimmt gerade Fahrt auf. Das allerdings mit rasender Geschwindigkeit. Im US App-Store ist beme quasi über Nacht in die Top Listen geschossen und hat Platzhirschen wie Tumblr hinter sich gelassen. Auf twitter suchen die Menschen wie verrückt nach Unlock Codes, um selbst Teil der beme Community werden zu können. Die Macher, selbst alte Hasen im Online Business, haben es perfekt verstanden, ihr Produkt zu pushen. Und die Idee scheint zumindest im Moment viele Leute zu begeistern. Auch wenn der größte Teil der Wegwerf-Clips nur viersekündige Ansichten von Zimmerdecken und Schreibtischplatten ist, zeigt beme doch schon deutlich, wohin die Reise im Bereich Smartphone Videos geht.

Das Jahr 2015 wird ganz klar das Jahr des Live Streamings und beme ist ein weiteres Puzzleteil zum Bewegtbild auf mobilen Endgeräten. Für Unternehmen ist die App im Moment noch nicht wirklich nutzbar, aber es lohnt sich, schon mal reinzuschauen und rumzuprobieren. Das Potenzial als Merketing-Kanal ist auf jeden Fall schon erkennbar. Man denke nur mal an Live-Sport, Behind-the-Scenes Videos bei Veranstaltungen oder auch Making-Of Clips. Diese Art Videos wird oft eh nur einmal in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit angesehen. Und genau an dieser Stelle kann beme punkten.

Fazit:

Wenn beme sich weiter so schnell verbreitet, hat es das Potenzial, als super-direkter Marketing-Kanal die Kunden mit kurzen, leicht verdaulichen Video-Häppchen noch stärker an die Marke zu binden.


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