Was Facebook wirklich fehlt

Gerade geistert Facebooks neuestes Projekt durchs Netz: Notes bzw. die Überarbeitung der Notizen-Funktion. War es bisher ein einfacher Texteditor, wird es gerade zur schlanken und schicken Bloggingtool à la Medium umgebaut. Ole Reißmann nutzt es bereits:

Facebook arbeitet ständig an vielen Features, entwickelt und verwirft wieder. Neben Livestreaming mit Mentions nun auch Bloggen mit Notes. Das ist logisch und clever, bindet es doch die Nutzer an die Plattform. Wer bloggen will, kann das nun bald auch ganz einfach auf Facebook tun. Die Bedienung ist einfach, das Einbinden von YouTube-Videos, Tweets usw. kommt sicher auch noch und das Design überzeugt.

Kein Ding für Blogger

Tobias Schwarz von den Netzpiloten glaubt dennoch nicht an den Erfolg. Ein Argument ist, dass Notes nicht das liefert, was Blogger wirklich wollen. Das stimmt! Die Zielgruppe für Notes ist daher auch eher nicht der Blogger, der alles in der Hand und evtl. Geld mit seinem Blog verdienen will, sondern der durchschnittliche Facebooknutzer, der gern ab und zu länger Texte schreiben will.

Interessant wird es beim Thema Eltern:

Und es sind eben nicht die Netzwerke, in denen sich jetzt schon unsere Eltern und Großeltern herumtreiben.

Er bezieht sich auf Medium, Tumblr usw. Dort sind die Eltern (noch) nicht unterwegs, auf Facebook schon. Daher wird Facebook seit geraumer Zeit immer unattraktiver für Jugendliche.

Was fehlt? Eine clevere Freundeverwaltung!

Wenn Facebook junge Nutzer und deren Eltern gleichzeitig auf derselben Plattform halten will, gibt es meiner Meinung nach nur eine Lösung: Kreise! Oder Circles, oder wie auch immer man das nennen will. Google+ hat es vorgemacht und Facebook sollte sich ein ähnliches System überlegen. Dabei ordnet man seine Kontakte Kreisen zu. Ein Kontakt kann dabei auch mehreren Kreisen angehören.

Kreise auf Google+

Bei jedem Beitrag entscheidet man dann, wer es sehen soll. Öffentlich (also jeder), alle Kontakte oder einzelne Kreise, zum Beispiel nur die Familie oder nur die Freunde — oder beide, oder, oder, oder.

Bei neuen Beiträgen lässt sich die Zielgruppe bestimmen

Ich bin ehrlich: Google+ spielt bei mir kaum noch eine Rolle. Aber dieses Feature ist das beste am ganzen Netzwerk und absolut nachahmenswert! Eine Adaption könnte Facebook weiter stärken und den Rückgang an jungen Mitgliedern aufhalten. Und damit auch Facebook Notes zum Erfolg bei Bloggern verhelfen. Denn trotz eigenem Blog schreib ich auch hier auf Medium ab und an sehr gern…

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