Yet Another Rechtschreibreform

Was es künftig zu beachten gibt

Die neue Rechtschreibreform sorgt in Deutschland für einige Diskussionen. Viele Nomen können bald, abhängig vom Kontext, anders geschrieben werden, um eine deskriptivere Rechtschreibung zu gewährleisten.

Foto: www.pixelio.de / Claudia Hautumm

Ahaus— Anfang dieses Jahres war es soweit: das im Jahre 1880 erstmals veröffentlichte Werk “Die deutsche Rechtschreibung” von Konrad Duden feierte sein 137-jähriges Bestehen. Diesen Meilenstein in der Entwicklung der deutschen Sprache nahm man zum Anlass, die bestehenden Rechtschreibregeln noch einmal kritisch zu reflektieren.

“Die letzte Rechtschreibreform liegt zwar noch nicht lange zurück, dennoch mussten wir mit einigem Entsetzen feststellen, dass die Rechtschreibung in vielen Fällen nicht mehr zeitgemäß zu seien scheint.”, offenbart Helmut Kirsch — Change-Manager und Mitherausgeber des Orthographie-Bestsellers. Gerade Nicht-Muttersprachler, so Kirsch, haben es mitunter schwer, wenn es um die korrekte Groß- und Kleinschreibung geht.

Eine deskriptivere, kontextorientierte Rechtschreibung soll Abhilfe schaffen. Wo das Wort “Zuverlässigkeit” im Duden seit jeher großgeschrieben wird, schreiben es die meisten Menschen heutzutage doch längst klein. In einem Versuch, die Rechtschreibung an die gesellschaftlichen Gegebenheiten anzupassen, soll beispielsweise besagtes Wort nun auch mit führendem Kleinbuchstaben angeboten werden.

“Dank dieser revolutionären Idee, wird nicht nur der gegenwärtigen Bedeutung des Wortes Rechnung getragen, sondern auch der erste Schritt zu einer deskriptiveren Rechtschreibung getan.”, erklärt Kirsch stolz und gibt zu bedenken: “Im Zusammenhang mit der Lohnsteuer-Abrechnung wird ‘Zuverlässigkeit’ aber natürlich weiterhin großgeschrieben.”

Neben dem Wort “Zuverlässigkeit” bestehen Überlegungen einer gleichartigen Regelung für andere selten-gewordene Wörter, wie beispielsweise “Höflichkeit”, “Kompetenz” im Zusammenhang mit Elektrohandel-Mitarbeitern und womöglich “Amen” (nicht mehr sicher).

“Eine genaue Einschätzung, wie viele Wörter letztendlich betroffen seien werden, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht geben,”, prognostiziert Kirsch abschließend, “aber wir konzentrieren uns erstmal auf das Wesentliche. Man will die deutsche Sprache ja schließlich nicht überregulieren. Ich mein’ ja nur…”