Huffington Post — Der erste Monat in Zahlen.
Gedanken und Fragen
Huffington Post müsste man sein.
Dann kann man sich glatt eine eigene “Big Data”-Abteilung sparen und alles Geld in Analyse und Optimierung stecken.
Nun werden die Macher der deutschen HuffPost-Ausgabe sicherlich gerade in diesem Bereich eine Menge Geld investieren und die Ergebnisse sicherlich noch ganz anders auswerten, wie es einige Anbieter bereits im Vorfeld der heutigen Veröffentlichung der Zahlen getan haben (was wiederum zeigt, dass die HuffPost nach wie vor ein Thema ist, mit dem man Aufmerksamkeit gewinnen kann).
Wer wissen will, wie die bisher bekannten Zahlen bewertet werden, sollte sich den Beitrag “Huffington Post: So schauen die ersten Daten zum Traffic aus” durchlesen, der das sehr detailliert ausführt.
Mir gingen beim Lesen folgende Gedanken durch den Kopf:
- Nicht schlecht. In einem Monat bereits die TAZ eingeholt. Und das in der Breite mit Schrott.
- Was für ein schlechter Klout-Wert (67). Gerade hier müsste die HuffPost doch ein Heimspiel haben, so, wie sie um die Blogger wirbt und damit ein hohes Netzwerk-Potential hat. Da waren selbst einige Museen mit “One WoMan Show” schon erfolgreicher. Ich hatte schon mit 75+ gerechnet. Der Schritt dazu ist jedoch wesentlich schwieriger, als der geringe Abstand annehmen lässt
- Das scheint für Blogger recht ineffektiv zu sein. Aber da ist auch nichts zu erwarten, wie ich unter http://on.fb.me/HMGUIZ schon einmal darlegte
- Die HuffPost wird sich etablieren. Ihre Geschäftsstrategie ist “Traffic für Werbung”. Darauf sind sie spezialisiert und mit welchem Content und ob sie dabei über Blogger-Leichen gehen, ist völlig egal.
Ich bin in meiner Meinung zur HuffPost festgefahren. Inhaltlich interessiert die deutsch Ausgabe mich Null, aber ich beobachte das Vorgehen mit grossem Interesse, da ich denke, dass hier die deutschen Medien viel lernen können.
Wenn sie ihre Vorurteile und Hochnässigkeit ablegen und die HuffPost Deutschland als das sehen, was sie ist: Ein Vorreiter, der vielleicht an seinem stupiden Inhalt krankt, aber ansonsten kluge Ansätze zeigt, wie man Journalismus in Zukunft betreiben sollte:
SEO, SIO, Influencer Relationship Management.
Aber bitte nicht nur Werbe-Traffic, sondern neue Geschäftsmodelle (Micro-Payment bis Flatrate, News-Individualisierung gegen Bezahlung,…) müssen entwickelt werden.
Was mich wirklich interessieren würde, ist:
- Wie seht ihr das Experiment HuffPost Deutschland?
- Habt ihr als beteiligte BloggerInnen irgendeinen Mehrwert — und sei es nur der Shitstorm-Traffic — aus eurer Arbeit gewinnen können?
- Wann werden die anderen Anbieter ihre Perspektive ändern und das “Social Web” als Geschäftsfeld ernst nehmen und professionell bespielen?
Eure Erfahrung und eure Meinung dazu wäre mir wertvoll.
Vielen Dank.
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