Medium.com — Der schönste Content-Sex, den man mit sich selbst haben kann
Wunderschön! Aber wäre der Macher nicht Ev Williams, wäre medium eine Totgeburt.
Die wenigsten werden es kennen, so gut wie keiner nutzen: medium.com, die Content-Plattform, die in meinen Augen einfach nur grossartig ist (s. http://bit.ly/HMP1oX).
Einfach nur klar in der Darstellung.
Einfach nur leicht zu bedienen.
Einfach nur einfach und smart als Schreiber zu nutzen.
Einfach gesagt: Noch nie hat mir Schreiben auf einer Plattform so viel Spass gemacht!
Die Details, u.a. die klugen Shortcuts um Kommentare genau an der Stelle einzufügen, wo sie hingehören, nicht nur den ganzen Beitrag, nein, sogar einzelne Wörter und Passagen via Twitter mitsamt Link mit einem Klick zu teilen, lösen Schauder der “Diese Menschen verstehen mich!” bei mir aus.
Ich könnte so weiter machen. Für mich ist medium.com unerreichbar schön. Auch die Inhalte sind — vergleichen wir sie mit anderen Plattformen mit “User Generated Content” wie HuffPost oder Tumblr — durchweg interessant und teilweise beeindruckend geschrieben. Ein riesiges Blog, mit Liebe und Sachverstand zusammengestellt und mit grösster Vorsicht nach und nach veröffentlicht wird.
Aber:
Wäre der Macher nicht Ev Williams, der von sich selbst sagt “I make systems that encourage typing and thinking (Blogger, Twitter, Medium)”, wäre der Beitrag an dieser Stelle beendet.
Denn medium.com wäre dann eine Totgeburt.
Es hätte keinen Content.
Es hätte keine Leser.
Es hätte kein Kapital, um sich den Luxus seiner Existenz zu leisten.
medium.com ist Luxus pur.
Nicht nur in der Aufmachung, auch der Betrieb rund um ein Team “grandioser Entwickler und Visionäre” (Selbstdarstellung) verschlingt Unsummen.
Und man ist dort völlig alleine.
Gegen medium.com ist “Second Live” eine pulsierende Metropole und war Diaspora die U-Bahn in Tokio während der Rushhour.
medium.com ist in diesem Moment Schreib- und Lese-Selbstbefriedigung auf allerschönstem Niveau.
Aber…es hat gefunkt. Ich schreibe dort wenig (s. https://medium.com/@frank_tentler), lese aber recht viel und langweile mich nie.
Ich denke, auch wenn ich mir da nicht wirklich sicher bin, dass medium.com sich mit seiner klugen Struktur und liebevollen-coolen Aufmachung durchsetzen wird.
Entweder als Plattform, oder als Technologie.
Mir ist beides recht.
Hauptsache ich habe weiter so grandiosen Content-Sex.
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