Sky’s the Limit — Island Peak

Wie mancher schon mitbekommen hat, plane ich für kommenden April die Besteigung des Island Peak (6.200m) in Nepal.

Und mancher wundert sich darüber, dass ich mein Laufprogramm so langsam gestalte. Daher habe ich beschlossen nicht erst zur Besteigung ein kleines Blog zu machen, sondern auch ein paar Worte in Vorbereitung zu Ausrüstung, Ernährung und Training zu schreiben.

Way to IslandPeak

Also warum laufe ich relativ langsam? Weil Pace so gut wie keine Relevanz für mich hat, denn die anaerobe Leistungsfähigkeit ist nicht entscheidend ist, sondern eine exzellente aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit ist das entscheidende Kriterium für den Erfolg und die Sicherheit am Berg.

Grundsätzlich ich der menschliche Körper ein Gewöhnungstier und für so ein Vorhaben muss er es gewohnt sein jeden Tag Leistung zu bringen, über Wochen.

Leistungsphysiologische Mindestanforderung für Bergsteigen auf 5500–7000 m Höhe sind:

  • Maximale Tretleistung auf dem Fahrradergometer 3,5 W/kg
  • Relative maximale Sauerstoffaufnahme 50–55 ml/kg min

Jeden Tag gilt es 6 bis 10 stündige Etappen zu bewältigen, inkl. 5 kg bis 10 kg im Rucksack, 2,5–3 Wochen, bei täglichen Schlafhöhenunterschiede von 500 bis zu 1000 Hm. Ab 5.000m steht nur noch die Hälfte an Sauerstoff zur Verfügung. Das sind schon widrige Bedingungen.

Das mitzuführende Gewicht, macht es notwendig eine starke Rücken-, Rumpf- und hintere Oberschenkelmuskulatur zu haben. Körperspannung ist notwendig und auch eine gute Maximalkraft der Armbeuger ist wichtig, da man in Teilen auch am Seil rauf muss.

Auch wenn der Island Peak jetzt keine große technische Schwierigkeit hat, ist eine gute Koordination, ausreichend Muskelkraft und eine hohe Nutzung der aeroben Kapazität über eine lange Zeitdauer erforderlich. Kraftausdauer und Langzeitausdauer sind wie gesagt, der Schlüssel für eine erfolgreiche Besteigung.

Prinzipiell bin ich der Ansicht, jeder der gesund ist, kann so eine Besteigung machen, wenn man entsprechend vorbereitet ist. Nur sollte man bedenken, dass die Anforderungen gänzlich andere sind, als zB bei einem Marathonlauf oder auch bei Ballsportarten. Ich schreibe das, weil viele diese speziellen und komplexen Anforderungen unterschätzen und glaubt mir es ist alles andere als lustig wenn einem die Kraft ausgeht oder man ein Lungenödem bekommt.

Ich trainiere momentan an 5–6 Tagen die Woche, davon 2x Krafttraining. Wer das schon mal ernsthaft betrieben hat, weiß wie mühselig es dann noch ist, Intervalle zu laufen und Strecke zu machen… Von Hypoxietraining ist noch gar nicht die Rede.

Wie ihr erahnen könnt, ist das schon ne Menge Aufwand in der Vorbereitung und ich würde da jedem empfehlen 6–8 Monate für einzuplanen, denn ansonsten setzt man seine Gesundheit auf’s Spiel.

Unglücke wegen mangelner Fitness usw. kommen öfters vor als man denkt, aber darüber liest man nichts in den Medien, selbst Unglücke bei einer Evererst Besteigung sind ja kaum noch eine Randnotiz wert.

Also, ich freue mich wenn ich Interessierten hier in den kommenden Monaten einen kleinen Einblick geben kann.

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