IT-Agenda kw38

Datenschutz, IT-Organisation, Container, Micro-Datacenter

Dauerbaustelle Datenschutz

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung ist seit vier Monaten in Kraft und im Mai 2018 endet die Übergangsfrist — ab da drohen Unternehmen bei Verstößen empfindliche Strafen. Doch für fast die Hälfte aller deutschen Firmen ist die DSGVO noch überhaupt kein Thema, ergab jetzt eine Studie des Bitkom.

Es ist noch viel zu tun:
 — Ein neues Verfahrensverzeichnis für die Verarbeitung personenbezogener Daten,
 — die Überarbeitung der Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung,
 — die Anpassung der Datenschutzerklärungen (jedes dritte Unternehmen hat laut Bitkom mehr als eine),
 — Richtlinien für Privacy by Design,
 — eine Neubewertung unternehmerischer Risiken,
 — neue Prozesse für die Datenschutz-Folgenabschätzung, und, und …

Ganz zu schweigen von den Cloud-Diensten. In einer Analyse von 20.000 Cloud-Services ist der Compliance-Spezialist Skyhigh Networks zum Schluss gekommen, dass bislang nur 6 Prozent den Vorgaben der DSGVO entsprechen (silicon.de).

TECHNIK & IT-MANAGEMENT

10 provokante Thesen zur IT-Organisation der Zukunft stellen die Informatik-Professoren Nils Urbach und Frederick Ahlemann in einem neuen Buch auf und fassen sie in einem Artikel auf CIO.de zusammen. Darunter: Schatten-IT wird gelebte Praxis und Mitarbeiter werden zum strategischen Wettbewerbsfaktor.

Micro-Datacenter aus der Box werden besonders für kleinere Unternehmen immer interessanter. Was man vor der Kaufentscheidung über das Thema wissen sollte, erläutert Thomas Drilling in der Computerwoche.

Warum Firmen auf Container-Technik setzen sollten, erklärt Thomas Joos auf CloudComputing-Insider.de. Spätestens seit Windows Server 2016 Container-fähig ist, verbreitet sich die Technologie sehr schnell und kann zeigen, warum sie die nächste Stufe der Virtualisierung ist.

Ausgerechnet die ehemalige EU-Kommissarin Neelie Kroes, die sich als Wettbewerbshüterin und Digital-Kommissarin einen Ruf als kompromisslos und unbestechlich verdiente, soll eine zwielichtige Firma in den Bahamas geführt und womöglich Steuern hinterzogen haben (Süddeutsche).

Googles neuer Messenger ‘Allo’ nutzt Künstliche Intelligenz, hat viele pfiffige Features und will es mit WhatsApp und dem Facebook Messenger aufnehmen (Spiegel.de). Experten wie Danny Sullivan geben ihm trotzdem wenig Chancen: “Wie Liegestühlerücken auf der sinkenden Messaging-Titanic”.

Telefonica O2 will Bewegungsprofile vertickern. Ein erster Versuch war 2012 am Widerstand von Datenschützern und Behörden gescheitert, jetzt probiert es Telefonica mit Freiwilligkeit: Die Kunden sollen selbst bestimmen, welche Daten sie preisgeben wollen — und kriegen dafür Rabatte (WiWo).

HP probiert’s nochmal mit dem Tinte-Monopol. Etliche HP-Druckermodelle wurden Ende 2015 so umgestellt, dass sie seit einem Firmware-Update diesen Monat nur noch Tintenpatronen mit einem “Original-HP-Sicherheitschip” vertragen (Zeit.de).

Zu guter Letzt …

Die Hacker-Opfer der Woche:
 — Chinesische Security-Forscher konnten bei einem Tesla Model S bei voller Fahrt über Funk wichtige Funktionen des Wagens übernehmen (t3n.de).
 — Yahoo musste den Diebstahl der Zugangsdaten von rund 500 Millionen Kunden einräumen (Zeit.de).
 — Der Reisepass und der Kalender von First Lady Michelle Obama wurden veröffentlicht (Süddeutsche).
 — Zahlreiche deutsche Politiker und Parteien sollen Opfer russischer Hacker geworden sein (Tagesschau.de).