Harald Seiz
Sep 1 · 7 min read

Nachfolgend geben wir einen zusammengefassten Überblick über die rechtliche Auseinandersetzung mit der Steinberg Marketing GmbH zwischen Januar 2019 und heute. Unser Hauptziel war und ist die vollständige Herausgabe der von ihr verwalteten KBC und KCB token beziehungsweise den Zugang darauf. Die Karatbars-Gruppe, nachfolgend vereinfacht Karatbars genannt, hat dabei viel erreicht. Die Auseinandersetzung ist jedoch noch nicht beendet.


Der Hintergrund

Im Dezember 2017 wurde vereinbart, dass Marvin Steinberg im Auftrag des Karatbars-Konzerns ein lnitial Coin Offering (lCO) organisiert, also den Verkauf digitaler Token auf Blockchainbasis. Die Programmierung der Token lag in der Verantwortung der Steinberg Marketing GmbH. Technische Zugänge und damit Zugriff auf die Token hatte allein Marvin Steinberg, Geschäftsführer der Steinberg Marketing GmbH. Der ICO erfolgte zwischen dem 15.02.18 und 19.04.18 über die Webseiten karatgold.sg sowie karatgold.io.

Der Karatbars-Konzern betrieb karatgold.sg und hat über diese Webseite direkt Kaufverträge mit Kunden geschlossen. Das ICO und die Einnahme der Erträge erfolgte für diesen Teil problemlos.

Gleichzeitig verkaufte die Steinberg Marketing GmbH im ICO weitere KBC-Token über die von ihr verwaltete Webseite karatgold.io. lhr oblag es, die Kaufgesuche der Kunden entgegenzunehmen, die Zahlungen zu prozessieren und an Karatbars weiterzuleiten sowie schließlich den Kunden die erworbenen KBC zu übertragen. Die Bezahlung erfolgte über die Kryptowährungen Bitcoin und Ether und einen Zahlungsdienstleister. Hierbei kam es zu massiven Problemen und Ungereimtheiten, die Anfang 2019 zu Auseinandersetzungen führten — zunächst auf normalen Geschäftswegen und außergerichtlich, später jedoch gerichtlich.

Grund hierfür war zu diesem Zeitpunkt, dass Karatbars — trotz rudimentärer Informationen durch Steinberg, etwa mittels Screenshots — keinen vollständigen Einblick darin erhalten hatte, wie viele Einnahmen (Bitcoin und Ether) über die verwaltete Webseite der Steinberg Marketing GmbH generiert wurden. Zudem hatte das Unternehmen die vereinnahmten Beträge (Bitcoin und Ether) nicht an Karatbars weitergeleitet. Eine Ausnahme bilden geringfügige Beträge, die Steinberg für von uns zu bezahlende Leistungen (wie etwa für Marketing / Werbung) nutzte. Die Steinberg Marketing GmbH hielt bis dahin die privaten Schlüssel für die von ihr verwaltete KBC-Wallet und zu den Wallets, auf denen die vereinnahmten Bitcoins und Ether lagen.

Zudem ist die Steinberg Marketing GmbH ihren Pflichten zur Abwicklung des lCOs (vor allem zur Entgegennahme der Kundenaufträge, Entgegennahme und Verbuchung der Zahlungen, Auszahlung der richtigen Anzahl an erworbenen Token) zum Teil nicht, zum Teil nicht richtig nachgekommen. Folge: Hunderte Kunden erhielten ihre erworbenen und bezahlten KBC nicht oder nicht vollständig. Andere Kunden wiederum erhielten mehr KBC als ihnen zustanden. ln anderen Fällen wurden die Kunden über den Status des Kaufprozesses im Unklaren gelassen.

Nachdem die Steinberg Marketing GmbH versichert hatte, dass die technischen Probleme gelöst seien und wir auch nichts Negatives mehr von unseren Kunden gehört hatten, initiierte Karatbars im Juli 2018 ein zweites ICO über die Kryptowährung KCB. Wiederum oblag es der die Steinberg Marketing GmbH den Token zu programmieren und das ICO teilweise über die von ihr kontrollierte Webseite Karatcoinbank.io durchzuführen. Auch bei diesem zweiten ICO hatte Steinberg alleinigen Zugriff auf die Token. Erneut kam es jedoch massenhaft zu ähnlichen Schwierigkeiten. Hinzu traten fehlende Informationen über den jeweiligen Kaufzeitpunkt der Coins — was wiederum wichtig ist, um die abgestuften Bonuszahlungen zu ermitteln, die den Käufern zustanden.


Die Trennung von Karatbars und der Steinberg Marketing GmbH

Wegen der andauernden Probleme vereinbarten wir im Januar 2019, uns gütlich zu einigen. Kurz nach dieser Verständigung hat sich Marvin Steinberg jedoch nicht mehr gemeldet und auch auf zahlreiche Nachrichten nicht geantwortet.

Harald Seiz versuchte über Wochen hinweg Marvin Steinberg zu erreichen — vergeblich

Die Probleme dauerten für die Coins KBC und KCB bis zum 14.03.19 an. An diesem Tag haben unsere Anwälte am Landgericht Mainz einen Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, mit dem Ziel, die Steinberg Marketing GmbH zu verpflichten, ihre umfangreichen Informationspflichten zu erfüllen und die Zugangsdaten zu allen Kryptowallets (KBC, KCB, Bitcoin) herauszugeben. Wir haben diesen Antrag kurz darauf zurückgenommen und inhaltsgleich am 18.03.19 bei der Kammer für Handelssachen neu gestellt. Die Kammer wies den Karatbars-Antrag am 04.04.19 zurück — unter anderem in enormer Unkenntnis der Kryptowährungs-Materie, gepaart mit massiven Falschannahmen und Verwechslungen.

Gegen diesen Beschluss haben unsere Anwälte am 18.04.19 Beschwerde eingelegt, woraufhin am 09.05.19 eine mündliche Verhandlung stattgefunden hat.

Auszug der Beschwerde, welche von den Rechtsanwälten WINHELLER für Karatbars eingelegt wurde

Kurz vor dem Prozess am LG Mainz — und wahrscheinlich auch genau, weil wir einen Prozess initiiert hatten — kam es zur Unterzeichnung eines Vergleichs zwischen Karatbars und der Steinberg Marketing GmbH am 01.04.2019. Hier wurde im Kern vereinbart, dass Steinberg alle Adressen und Zugangsdaten an Karatbars herausgibt. Daraufhin trafen sich unser IT-Team mit dem Steinberg-Team, bei dem Karatbars umfangreiche Daten erhielt. Im Nachgang stellte sich allerdings heraus, dass diese nicht vollständig waren.

Deshalb schuldete und schuldet die Steinberg Marketing GmbH Karatbars immer noch den Gegenwert von 400 Millionen von ihm erzeugten KBC mit einem Gesamtwert von rund 20 Millionen Euro (bei einem Kurs von 5 Cent). Bis heute wurden aus dieser 400 Millionen-Wallet nachweislich mehr als 238 Millionen KBC-Token verkauft, welches den Kurs des KBC massiv beeinträchtigt hat. Der Geschäftsführer der Steinberg Marketing GmbH, Marvin Steinberg, behauptet — aus unserer Sicht wahrheitswidrig –, sein Unternehmen habe alle Forderungen erfüllt.

Das LG Mainz hat die Beschwerde schließlich am 22.05.2019 abgewiesen (immer noch ging es um eine einstweilige Verfügung) und ans OLG Koblenz weitergeleitet, das schließlich am 03.07.19 die Beschwerde abgelehnt hat, wobei es sich im Wesentlichen auf die 01.04.2019 geschlossene Vergleichsvereinbarung bezieht, die allerdings nicht im Sinne von Karatbars umgesetzt wurde.


Strafrechtliche Verfahren gegen Marvin Steinberg

Dies war der zivilrechtliche Teil, der aus unserer Sicht damit abgeschlossen ist. Da es sich jedoch mutmaßlich um Betrug und Untreue handelt, ging die Auseinandersetzung dann auf strafrechtlicher Ebene weiter. Vor allem unter dem Eindruck der nicht eingehaltenen Vereinbarung aus dem geschlossenen Vergleich — haben unsere Anwälte am 17.04.19 bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Strafanzeige gegen Marvin Steinberg wegen Verdacht des Betrugs in schwerem Fall und Verdacht der Untreue gestellt. Es geht dabei um eine Wallet mit 400 Millionen KBC, die Steinberg bis heute nicht an Karatbars übergeben hat.

Die KBC hatten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung einen jeweiligen Wert von 5 Cent und damit insgesamt von 20 Millionen Euro. Gleichzeitig hat nach unseren Informationen mindestens eine andere Firma beziehungsweise Person gegen Marvin Steinberg Strafanzeige wegen ähnlich gelagerter Vorwürfe gestellt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat am 19.06.19 die Aufnahme des von uns beantragten Verfahrens angekündigt. Hierzu laufen die Ermittlungen.

Wir gehen davon aus, dass die Staatsanwaltschaft nach Abschluss ihrer Ermittlungen Anklage gegen die Steinberg Marketing GmbH und seinem Geschäftsführer Marvin Steinberg erheben wird. Der Sachstand wie er sich hier vorfindet kann aus unserer Sicht nicht deutlicher sein.
Es geht um Betrug — einfacher ausgedrückt um Diebstahl von 400 Millionen Coins.

Mitteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart

Der Karatbars-Konzern hat alles in die Wege geleitet, um den durch Steinberg verursachten Image- und wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen und wiedergutzumachen. Wir haben zunächst auf den üblichen Geschäftswegen versucht, mit der GmbH eine gütliche Einigung und vor allem Lösung zu erzielen. Als dies nicht fruchtete, haben wir den juristischen Weg eingeschlagen: gerichtlich und außergerichtlich, zivilrechtlich und strafrechtlich. Die Auseinandersetzung dauert noch an.

Für die ICO-Kunden wiederum sind keine wirtschaftlichen Schäden entstanden. Denn alle Käufer — die die KBC-Token direkt von uns gekauft haben — haben dies in der Pre-Sale- oder Sale-Phase getan. Je nachdem, wann sie gekauft haben, kostete der KBC einen halben Cent oder einen Cent (USD-Cent). Hinzukamen, je nach Kaufvolumen und Kaufzeitpunkt, Boni von bis zu 60 Prozent in Form von KBC. Bei einer Haltefrist von einem Jahr erhielten Käufer einen zusätzlichen Bonus von 35 Prozent. Mit Stand heute hat daher jeder dieser Käufer Gewinn gemacht und jeder Käufer hat auch seine Coins erhalten.

Der KBC notierte zeitweise sogar bei 12 Cent und mehr an den Krypto-Börsen. Auch Käufern, die zu einem späteren Zeitpunkt bzw. Kurs eingestiegen sind kann bis dato kein Schaden entstanden sein, wenn sie den Coin weiterhin halten. Denn ein Schaden kann erst entstehen, wenn nach einem Kauf zu einem niedrigeren Kurs verkauft wird. Für einen niedrigeren Kurs könnte daher Marvin Steinberg verantwortlich sein könnte. Schließlich wurden von dieser 400 Millionen Wallet inzwischen über 238 Millionen KBC auf dem freien Markt veräußert und damit für ein hohes Angebot gesorgt.

Unabhängig davon, dass diese KBC beziehungsweise die Erlöse aus dem Verkauf Karatbars zustehen, wurde durch dieses Angebot aus unserer Sicht vorsätzlich der Kurs gedrückt. Denn ein selbst ernannter ICO-Spezialist weiß sicherlich ganz genau, was er mit solchen Transaktionen bezweckt.

Gegen den Schadensverursacher geht Karatbars weiter vor. Darüber hinaus hat Karatbars in allen Bereichen Vorsorge dafür getroffen, dass sich solche Vorgänge nicht wiederholen und seine Kunden zu schützen.

KaratGold / Karatbars

Official blog of Karatbars International and the KaratGold ecosystem

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