Potenziale im Rad- und Mountainbike Tourismus

Markus Hallermann
May 1, 2018 · 3 min read

Für Tourismusdestinationen stellt sich die Frage in welcher Zielgruppe es Wachstumschancen gibt. Welche Zielgruppe soll beworben werden?

Seit Jahren wächst der Fahrrad-, Mountainbike- und insbesondere der E-Bike Markt. In vielerlei Hinsicht ist dies eine sehr attraktive Zielgruppe. Um das eigene Angebot besser zu platzieren und Potenziale für die Vermarktung zu erkennen, stellen sich unter anderem die folgenden Fragen:

  • Reisen Fahrradfahrer und Mountainbiker überhaupt?
  • Fährt der durchschnittliche Deutsche auch im Urlaub Mountainbike, Fahrrad, Rennrad?
  • Und wenn, wohin / wie weit fährt er/sie für seine Aktivität?
Reiseszenarien für Berliner: Tagesausflug (gelb), Kurzreise (blau), Haupturlaub (grün). Die Definition wird über die Entfernung / Bundesländer vorgenommen, da Komoot die tatsächliche Reisedauer nicht erhebt.

Komoot ist mit weitem Abstand die reichweitenstärkste und meistgenutzte App für Wanderer, Mountainbiker, Rennrad und Fahrradfahrer im DACH Raum. Hierdurch können wir für jede Tourismusdestination sehr gute Antworten und Statistiken zu diesen Fragen geben (Wenden Sie sich für Ihre individuelle Analyse an Iris oder partner@komoot.de). Am Beispiel Berlin diskutieren wir für unterschiedliche Sportarten die drei Reiseszenarien “Tagesausflug”, “Kurzreise” oder “Haupturlaub” (Definition der Szenarien siehe Grafik links).

Die Ergebnisse hier basieren auf:

  • 120.000 Nutzern aus Berlin
  • Diese haben sowohl Touren in Berlin als auch einer der drei Reiseszenarien gemacht
  • 1,25 Millionen Touren zuhause und in den 3 Reiseszenarien

Betrachtet man das Reiseverhalten nach den unterschiedlichen Sportarten, die die User zuhause machen, dann stellt man keinen Unterschied zwischen den zuhause ausgeübten Sportarten und dem Reiseverhalten fest. Das liegt daran, dass der durchschnittliche Komoot User 1,8 Sportarten mit Komoot macht. Sein Hauptmotiv ist es die Natur zu genießen, Neues zu entdecken. Deshalb verwendet er Komoot, deshalb reist er. In den Analysen der einzelnen Reiseziele zeigt sich, dass der User auch am Reiseziel mehrere Sportarten ausübt (1,2–1,4 unterschiedliche Sportarten je nach Destination).

Die Erkenntnis, dass die meisten Wanderer auch Mountainbiker oder Fahrradfahrer sind oder Rennradfahrer auch Genussradler, ist sicher eine, die selten beachtet wird wenn Produkte für “den Wanderer” oder “den Mountainbiker” entwickelt und beworben werden.

Unterschiede im Reiseverhalten lassen sich erst herausarbeiten, wenn man die Daten nicht nur nach der zuhause ausgeübten Sportart, sondern auch nach der Sportart im Reiseziel auswertet. Das sind also Wanderer, die zum Wandern fahren, Mountainbiker, die zum Biken fahren und so weiter. Die folgende Grafik zeigt das jeweilige Reiseverhalten für die unterschiedlichen Sportarten zuhause und im Reiseziel, geclustert nach den 3 Szenarien Tagesausflug (Brandenburg), Kurzreise (Mecklenburg-Vorpommern — Hamburg) und Haupturlaub (Bayern Süd — Österreich Nord).

Die meisten Reisen sind Tagesausflüge nach Brandenburg. Das ist der Fall für alle Sportarten. Insbesondere, wenn man die Kurzreiseziele der Mountainbiker betrachtet, ist die Aussage “Most Mountain Biking Doesn’t Take Place In The Mountains (=Alps)” aus “9 BASIC FACTS ABOUT THE MOUNTAIN BIKING MARKET” von Allegra Tourismus auf der Basis von 120.000 Berlinern, die für ihre Aktivität und das Mountainbiken reisen, untermauert.

Betrachtet man alle Reiseziele im Durchschnitt, dann gibt es einen erkennbaren Unterschied zwischen Wanderern und den Radaktivitäten. Insbesondere für Kurzreisen ist dieser aber sehr gering. Hier liegen besonders für den innerdeutschen Tourismus große Potenziale.

Generell lässt sich sagen, dass im Urlaub ein bisschen häufiger zum Mountainbiken gegangen wird als zum Radeln oder Rennradfahren, wobei dies stark von der Destination abhängt. Gerne stellen wir die jeweilige Analyse auf Destinationsebene zur Verfügung.

Bemerkenswert ist sicherlich auch der signifikante Unterschied zwischen den unterschiedlichen Österreichischen Regionen, zumindest hier für die Berliner. Die Unterschiede sind egal für welche Sportart sehr deutlich zu erkennen und können kaum in dem Maße mit der Reisezeit begründet werden.

Mit 120.000 Nutzern für Berlin ist das mit Sicherheit die größte Studie zum Reiseverhalten für unterschiedliche Outdoor-Aktivitäten. Hierbei sind Unterschiede für die unterschiedlichen Sportarten in der Destination erkennbar, die Daten zeigen aber klar, dass Wanderer ebenso wie Mountainbiker und Fahrradfahrer reisen um dann in der Destination aktiv zu sein. Um das Potenzial der unterschiedlichen Zielgruppen auszuschöpfen, kommt es insbesondere auf die Vermarktung der Destination an.

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