Donald Duck

Von einer Nebenrolle zum Star


Donald Fauntleroy Duck feiert am 9. Juni 2014 seinen achtzigsten Geburtstag. Seit seinem Debüt am 9. Juni 1934 in „Die kluge kleine Henne“ ist Donald aus den Disney-Zeichentrickfilmen oder den Comics nicht mehr wegzudenken. Die Höhenpunkte in seiner Laufbahn sind zum einen der Oscar für den besten animierten Kurzfilm „Der Fuehrer’s Face“ in einer Darstellung gegen das NS-Regime im Dritten Reich und zum anderen ein Stern auf dem Walk of Fame in Los Angeles.

80 Jahre und jetzt „Ente gut, alles gut“? Keineswegs! Der sympathische Choleriker erfreut sicherlich weiterhin viele Generationen in zahlreichen Ländern und Medien. Doch wer genau ist dieser gefiederte Freund?

Für Walt Disney ist Donald der Pechvogel schlechthin. Oft in verarmten Darstellungen gezeigt, werden seine Nerven aufs Höchste strapaziert. Mit Disneys offizieller Festlegung von Donalds Geburtstag auf den 13. März wird sein Status noch weiter ausgeschmückt. Da jedoch zahlreiche und unter-schiedliche Comic-Folgen auf den 9. Juni verzeichnen, richtet sich die All-gemeinheit nach dem diesem Datum.

Im Laufe der Zeit gesellten sich immer mehr Charaktere oder Verwandte hinzu um Donald in jeglicher Hinsicht auf die Probe zu stellen. Sei es mit dem reichen Onkel Dagobert, der für seinen Neffen keinen Groschen über
hat oder mit Gustav Gans, dem das Glück nur so zuläuft und der als Neben-buhler Donalds, im Kampf um Daisy, einen ganz empfindlichen Nerv trifft.

Geldsorgen, keinen geregelten Beruf, Missgeschicke ohne Ende, eine „Freundin“, die permanent zweigleisig fährt … die arme Ente. Das dachten sich in Italien auch viele Kinder und beschwerten sich beim Herausgeber der italienischen Disney-Comics. Prompt kam es zur Kehrtwende seines Daseins als Verlierer, wenn auch nur bei Nacht. Unter dem Decknamen Phantomias können ihm nun auch heldenhafte Taten zugesprochen werden. Und auch sonst zeigt Donald immer wieder sein großes Herz, z. B. als er das Sorgerecht für seine Neffen Tick, Trick und Track übernimmt, weil seine Schwester Della als verschollen gilt. Zwar wird auch in der Beziehung oft genug die geistige Überlegenheit der Neffen gezeigt oder Hinweise auf eine dunkle Seite der kleinen Enten gegeben, aber wer ist schon ohne Sünde?!

Der Werdegang der Figur nimmt mit der Zeit immer mehr Form an. So kommen mit Comics und Filmen immer wieder neue Details hinzu, die Donald „lebendiger“ wirken lassen bzw. abrunden. Es gibt sogar eine Orga-nisation (D.O.N.A.L.D.) die sich mit diesen Details beschäftigt, sogenannte Anhänger des „Donaldismus“. Dort findet man einige interessante „Fakten“ über die Ente, die gar keine Ente ist! Ganz recht, die Bewohner Entenhausens sind trotz des unterschiedlichen Aussehens alle von der selben Gattung (Homo sapiens polimorphus BARKS), da der Aufbau aller Skelette menschen-ähnlich ist. Dann ist es auch nicht mehr so seltsam, wenn es bei den Ducks zu Weihnachten eine gebratene Ente gibt.

Wenn die äußere Gestalt nicht dem Skelettbau entspricht, wird dies Mor-phothel genannt. Gundel Gaukeley besitzt die Fähigkeit der vollkommenen Morphothelkontrolle und kann sich deshalb in jede gewünschte Person verwandeln. Das Morphothel ist übrigens auch für die verlangsamte körper-liche Alterung verantwortlich. Deshalb sehen die Neffen auch noch so jung aus. Eine gewisse soziale Entwicklung ist laut Donaldisten dennoch zu beobachten. Man merkt, für einige Donald Duck-Fans gibt es noch vieles zu entdecken.

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