#Hitzeschlag

Wenn es dem Smartphone zu heiß wird

Bei hohen Temperaturen machen nicht nur wir, sondern auch die Technik schlapp. Wie Ihr eure Smartphones schont und durch den heißen Sommer bringt, erfahrt Ihr hier.

Schnellere Prozessoren, größere Displays, kratzfest und wasserdicht — das Geschäft mit Smartphones ist lukrativ. Wer seine mobilen Rechner zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet, kann sich bei dem jährlich steigenden Absatz „ein Loch in den Bauch freuen“. Trotz neuster Technik haben viele Hersteller mit der Akkulaufzeit zu kämpfen, die bei den ganzen Features schnell in die Knie gezwungen wird.

Smartphones erhalten ihre „Lebensenergie“ von einem Lithium-Ionen-Akku, der vom Endverbraucher (unwissentlich) selten geschont und unter ständiger Belastung oft bis an seine Grenzen strapaziert wird. Dadurch wird die Lebensdauer des Akkus minimiert. Temperaturen außerhalb der technisch optimalen Betriebs- und Umgebungstemperatur leisten ebenfalls ihren Beitrag. Was Ihr tun könnt, um unnötige Belastungen und möglichen Folgeschäden zu vermeiden, zeigen wir Euch unter folgenden Fakten und Tipps.

#Fakt 1

Der chemische Prozess, des verwendeten Elektrolyts, ist sowohl hitze- als auch kälteempfindlich. Klassische Arbeitsbereiche sind Angaben von 0–40 °C, optimal für viele Zellen sind aber 18–25 °C. Alles außerhalb des Optimums fördert die innere Zersetzung, die sinkende Leistung und den irreversiblem Kapazitätsverlust des Akkus. Je stärker die Temperaturextreme, desto schneller der Alterungsprozess.

#Fakt 2

Der bekannte Memory-Effekt kommt bei Lithium-Ionen-Akkus gar nicht vor. Die alten Nickel-Batterien konnten sich bei NICHT vollständiger Entladung den Energiebedarf „merken“ und stellten anschließend nur noch die benötigte Energiemenge zur Verfügung. Dadurch kam es auf langer Sicht zu einem Kapazitätsverlust. Bei heutigen Smartphones ist das vollständige Ent- und Aufladen nur für eine Neukalibrierung der Ladeelektronik sinnvoll (monatlich einmal) und sonst eher schädlich.

#Tipp 1

Ein Akku sollte zwischen 20 und 80 Prozent „cyclen“, also in dem Bereich geladen werden, um lange zu halten. Eine Tiefenentladung kann den Akku zerstören. Ist das Smartphone bei 100 Prozent immer noch am Strom angeschlossen, wird die Ladeelektronik zusätzlich belastet. Der Ladevorgang wird zunächst gestoppt. Sobald die Akkukapazität unter den Nennwert liegt, springt die Ladeelektronik an, um sich hinterher wieder auszuschalten usw.

#Fakt 3

Hitze drosselt die Prozessoren und bei zu hohen Temperaturen schalten sich viele Akkus ab (Schutzfunktion). Spätestens dann solltet Ihr reagieren.

#Tipp 2

Bei hohen Außentemperaturen solltet Ihr aufwendige Anwendungen möglichst unterlassen. Auch direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, selbst wenn das Smartphone nur auf dem Armaturenbrett im Auto liegt. Nach einem Systemabsturz oder automatischem Abschalten sollte die Schutzhülle entfernt und dem Akku Abkühlzeit gewährt werden, bevor es wieder eingeschaltet wird.

#Fakt 4

Eine Neukonditionierung ist ebenfalls bei heutigen Akkus nicht nötig/möglich. Bei Leistungsabfall konnten damalige Akkus durch mehrere Lade- und Entladevorgänge hintereinander „trainiert“ werden, um die ursprüngliche Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen. Moderne Akkus werden beim „cyclen“ leistungsfähiger (siehe #Tipp 1).

#Fakt 5

Die Akkustandsanzeige von neuen Smartphones ist in den ersten Tagen selten verlässlich. Die meist vom Verkäufer empfohlene Neukonditionierung ist ein Ratschlag aus alten Tagen und hier nicht angebracht. Für ein perfektes Zusammenspiel zwischen der jungen Ladeelektronik, Akku und Software müssen zunächst Informationen gesammelt werden. Die Anzeige wird innerhalb weniger Tage automatisch getaktet und wieder verlässlich.

#Tipp 3

Soll das Smartphone schnell geladen werden, schaltet es während des Ladevorgangs einfach aus.

#Fakt 6

Die Elektroden im Akku oxidieren mit dem Alter. Ein hoher Ladezustand und hohe Temperaturen beschleunigen den Vorgang. Daher sollten beispielsweise Zweit-Akkus, falls sie nicht zeitnah verwendet werden, bei einem niedrigen Ladezustand kühl gelagert werden.

#Fakt 7

Akkus und Ladegeräte für Cent-Beträge (oft Made-in-China-Produkte) sind kaum leistungsfähig und bergen das Risiko, Akku und Smartphone zu beschädigen. Dennoch müssen es keine Originalprodukte vom Hersteller sein. Fremdzubehör mit guter Qualität leistet das Gleiche.

Fazit

Die Ladetechnik im Akku verhindert oft Schlimmeres wie Überladung, Überhitzung oder einen Kurzschluss, aber auch sie kann bei Dauerbelastung streiken und ist kein Garant für eine lange Lebensdauer. Die „Pflege“ liegt beim Benutzer, jedoch kann niemand sein Smartphone permanent im Blick behalten. Auch der Alterungsprozess ist nicht vollständig aufzuhalten. Dennoch kann ein Akku mit Pflege und bei intensiver Nutzung bis zu 5 Jahre halten. Eine deutlich höhere Lebensdauer, wenn man bedenkt, dass sich viele Nutzer schon nach 1 Jahr über Akkuprobleme beschweren.