Neue Geschäftsideen erobern den Markt

Die rasante Entwicklung des Internets und insbesondere die der mobilen Endgeräte ist der ideale Nährboden, um immer neue Geschäftsideen auf dem Markt zu etablieren. Und die Entwicklung scheint dabei keine Grenzen zu kennen und generiert so stetig neue, innovative Geschäftsmodelle. Vergleichbar mit dem Domino-Effekt, haben die Möglichkeiten der modernen Internetnutzung in den letzten Jahren erst richtig Fahrt aufgenommen.

Das Interessante daran ist, dass es primär um die Idee und nicht um das Kapital für das potentielle Geschäft geht. Es gilt eine Marktlücke zu finden und zugleich den Nerv der Zeit zu treffen. Die Basis der neuen Geschäftsmodelle ist es, eine Win-Win-Situation für Kunden/Nutzer und Verkäufer/Anbieter zu kreieren. Da kann eine zunächst simple Idee, die geschickt umgesetzt wird, schon mal durch die Decke gehen. In der Kraft des Internets, der Option weltweit agieren und somit nahezu JEDEN (der online ist) erreichen zu können, steckt ein enormes Geschäftspotential.

Einige Unternehmen, die genau diese Möglichkeiten zum richtigen Zeitpunkt erkannt und sich zunutze gemacht haben, sind diese vier Platzhirsche in jeweils ihrem Bereich: Facebook, AirBnb, Uber und Alibaba.

Facebook Das soziale Netzwerk ermöglicht es kostenlos mit anderen Menschen (Freunde, Familie, Bekannte, Unternehmen, Bands usw.) in Verbindung zu treten. Ohne eigenen Inhalt für seine Nutzer zu generieren, ist Facebook mit diesem Prinzip in Deutschland nach Google die am zweit häufigsten aufgerufene Website. Die Finazierung läuft über Werbeanzeigen. Und das scheint gut zu laufen: Im letzten Jahr wurde der Messenger-Dienst WhatsApp für schlanke 19 Milliarden Euro ins Facebook Inc.-Boot geholt. Ob man es nun toll findet oder nicht, die Plattform ist und bleibt die Nr. 1. Die Zahlen und Statistiken sprechen für sich: ca. 1,4 Milliarden Mitglieder tummeln sich nach eigenen Angaben in dem Netzwerk und 2014 legte der Umsatz um 49 Prozent — auf 3,85 Milliarden Dollar — zu.

Airbnb Die Community macht es möglich, weltweit private Unterkünfte zu finden. Das Geschäftsmodell „Hotel“ hatte lange Bestand, doch nun erfährt es zunehmend Konkurrenz. Seit Gründung des Unternehmens (2008) sind nach eigenen Angaben mehr als 10 Millionen Übernachtungen über die Plattform gebucht worden, ohne dass tatsächlich ein realer Ort dafür existieren würde. Das Forbes-Magazin titelte schon vor ein paar Jahren so: „Airbnb could have more rooms than Hilton by 2012.“ Nur ein geringer prozentualer Anteil der Buchungsgebühr wird jeweils von Gast (6–12 %) und Gastgeber (3 %) erhoben. Doch in der Summe macht das für die zeitgemäße Bed’n’Breakfast Variante etwa 150 Millionen Dollar!

Uber Dieses Unternehmen hat das Taxifahren 2.0 erfunden: Per App wird Fahrgästen ein Mietwagen mit Fahrer, ein privater Fahrer oder auch ein reguläres Taxi vermittelt. Die Fahrten sind bis zu 25 % günstiger, da auf spezielle Features eines gewöhnlichen Taxis (z. B. Funkanlage, geeichte Fahrpreisanzeiger, erhöhter KfZ-Versicherungsbeitrag für gewerbliche Nutzung) verzichtet wird. 20 % des Fahrpreises gehen an den Vermittlungsdienst. Dadurch konnte Uber einen Umsatz von 213 Millionen Dollar weltweit erwirtschaften, ohne überhaupt einen eigenen Fuhrpark zu besitzen.

Alibaba Die Zauberformel „Sesam, öffne dich!“ ist nicht nur eine treffende Beschreibung für das Internet an sich, sondern hat auch der chinesischen Handels- und Kommunikationsplattform Alibaba.com zum Erfolg verholfen. Sie hat nach eigenen Angaben einen Kundenstamm von mehr als 53 Mio. Benutzern aus über 240 Ländern und Regionen. Die Alibaba Group beschäftigte 2013 bereits mehr als 22.000 Mitarbeiter, unter anderem ist auch Yahoo an dem Unternehmen beteiligt. Den exzentrischen Alibaba-Chef und Unternehmensgründer Jack Ma machte sie zum Milliardär und im letzten Jahr durfte der größte Börsengang aller Zeiten gefeiert werden. Noch nie konnte ein Unternehmen bei seiner Börsenpremiere mehr Geld umsetzen (Stand Dezember 2014: Ausgabepreis 68 Dollar mit einer Steigerung von 36 %, geplante Einnahmen von über 25 Milliarden Dollar). Damit ist das asiatische Imperium sogar mehr wert als Facebook.

Man muss „nur“ die Möglichkeiten erkennen, die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt und das gewisse Quentchen Glück haben. Eine Portion Mut und Selbstvertrauen sind natürlich auch von Vorteil. Dann ist Großes möglich in der Welt des Internets.