TOP7 — Belletristik international

In einer dreiteiligen Serie beschäftigt sich das KULTUR-MAGAZIN in den kommenden Tagen mit den wichtigsten literarischen Werken alle Zeiten. Im ersten Teil dieser Serie geht es um die TOP7 der besten Bücher Belletristik international (nicht deutschsprachig). Die TOP 7 der deutschsprachigen Bücher, sowie die besten Bücher aus dem Bereich Zeitgeschichte/Biographie folgen in den nächsten Tagen. Maßstab für diese Hitlisten ist der Geschmack ihres Autors. Eine unfehlbare Rangliste also … ;-)

Von Peter Killert.

TOP 7 — Belletristik international

Platz 7:

Vladimir Nabokov (1899–1977)
LOLITA, erschienen 1955

Der große Roman über die Schwächen des Mannes an sich. Der Verfall eines Mannes, eines Künstlers an seiner Leidenschaft für eine ganz junge Frau, fast noch ein Kind, die mit ihm spielt und ihn in den Wahnsinn treibt. Ganz große Weltliteratur. Einer der wenigen Romane, deren Titel zu einem geflügelten Wort geworden ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lolita_(Roman)

Platz 6:

Paul Auster (geb. 1947)
DAS ROTE NOTIZBUCH, erschienen 1995.

Stellvertretend für die vielen guten Bücher von Paul Auster dieser schmale Band mit Anekdoten, von Auster selbst erlebt oder aus seiner nächsten Umgebung erfahren, welche Belegen, wie klein die Welt ist. Vielleicht gibt es keine Zufälle. Dieser Band ist Nachweis für die durchdachten, tiefgehenden Strukturen in der Erzählweise dieses Ausnahmeschriftstellers.

http://www.rowohlt.de/buch/Paul_Auster_Das_rote_Notizbuch.5679.html

Platz 5:

Douglas Coupland (geb. 1961)
AMERIKANISCHE POLAROIDS, erschienen 1996.

Kurt Cobain hat sich im März 1994 eine Überdosis gesetzt. Aber er überlebt. Und er geht in eine Entzugsklinik. Ein junger Amerikaner ist erleichtert, ist Cobain doch eine Ikone, ein Vorbild für ihn. Er schreibt ihm einen Brief und ist dankbar dafür, dass Cobain sich ändern will.
Der Leser aber, der in den 90er Jahren erwachsen wurde, weiß, wie die Geschichte ausgeht. Cobain flieht wenige Tage später aus der Entzugsklinik und bringt sich um. Nur eine Geschichte von vielen. Coupland nennt sie “Reportagen”. Er fängt den amerikanischen Zeitgeist ein. Es ist das Begleitwerk zu “Generation X”.

http://www.welt.de/print-welt/article433030/Amerikanische-Polaroids-Die-Welt-als-Supermarkt.html

Platz 4:

Robert Harris (geb. 1957)
VATERLAND, erschienen 1992.

Robert Harris ist mittlerweile einer der größten Thriller-Autoren der Gegenwart. Mit seiner Mischung aus historischen Fakten und Fiktion sind seine Bücher ein eigenes Sub-Genre. VATERLAND war sein erster Welterfolg und ist bis heute unerreicht.
Die Geschichte spielt im April 1964. Deutschland hat den 2. Weltkrieg gewonnen und GERMANIA, die Reichshauptsstadt macht sich für den 75. Geburtstag Hitlers bereit. Der amerikanische Präsident Joseph Kennedy hat seinen Besuch angekündigt, um einen Friedensvertrag mit dem Deutschen Reich zu unterzeichnen. Wenige Tage zuvor findet der Berliner Kriminalkommissar Xaver März die Leiche eines hohen SS-Funktionärs. Er war der letzte Überlebende der “Wannseekonferenz”. Und bisher wusste die Welt nicht, was auf dieser Konferenz beschlossen worden war … .
Ein Thriller, der Maßstäbe setzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vaterland_(Roman)

Platz 3:

Ian McEwan (geb. 1948)
ERSTE LIEBE, LETZTE RITEN, erschienen 1975

Jedes Buch von McEwan ist ein Bestseller. ERSTE LIEBE LETZTE RITEN ist sein Debüt. Es sind Kurzgeschichten, die die Leitmotive des menschlichen Miteinanders sezieren, ihre Abgründe offenbaren und veranschaulichen. McEwan ist der Meister der Darstellung. Wenn sie eines seiner Bücher lesen und anschliessend die Verfilmung anschauen (DER ZEMENTGARTEN oder ABBITTE), dann werden sie erstaunt sein, dass der Regiesseur die gleichen Bilder vor dem geistigen Auge hatte, wie sie als Leser. McEwan´s Bilder sind eindeutig und eingängig.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ian_McEwan

Platz 2:

Jostein Gaarder (geb. 1952)
SOPHIES WELT, erschienen 1991.

Das erfolgreichste Buch der Nachkriegszeit in Europa. Gaarder, der jahrelang als Autor von seiner Frau durchgefüttert wurde und die immer an den literarischen Durchbruch geglaubt hat, legt mit dieser als Kinderbuch konzipierten Geschichte einen umfassenden Einstieg in die Philosophiegeschichte vor. Als Einstieg ins wahrhaftige Denken ebenso geeignet, wie als tatsächliches Kinderbuch. Das Buch sollte Pflichtlektüre an jeder Schule sein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sofies_Welt

Platz 1:

Michel Houellebecq (geb. 1956)
AUSWEITUNG DER KAMPFZONE, erschienen 1994.

Mit Abstand das bedeutendste Buch der letzten Jahre. Houellebecq, leider immer wieder auf sein Buch ELEMENTARTEILCHEN reduziert, ist ein großer Romancier, der literarische Chronist unserer Zeit.

Zwei Männer in einer Midlife-Crisis, lebend in einer stereotypen Welt, in einer Tretmühle, reflektieren ihr Dasein, reflektieren ihre Welt, ihre Triebe, ihre Wirkung auf Frauen. Und wir, die Leser, finden uns wieder. Wir leben nur Möglichkeiten um Möglichkeiten zu haben. Wir erweitern unsere Kampfzone, aber wir kämpfen nicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ausweitung_der_Kampfzone