Neidkultur und Gratismut

Warum Sie Ihre Organisationkultur aktiver gestalten müssen

Photo by Oliver Cole on Unsplash

Vorkommnisse

Die Vorkommnisse derzeit sind zahlreich, sodass zwei Faktoren hier als repräsentatives Beispiel im Diskurs stehen. Zum einen sucht der deutsche Wirtschaftsminister, Robert Habeck (Grüne), einen Fotografen, welcher ihn auf internationalen Reisen begleiten soll. Hierfür wurde auf zwei Jahre Planung hin ein Budget von 350.000 Euro ausgelobt. Die Öffentlichkeit tobt und erklärt es nahezu zur nationalen Katastrophe.

Ablenkung

Es ist klar festzuhalten, dass die vom Bundeswirtschaftsminister kalkulierten Tagessätze für einen Fotografen sich eher am unteren Rand der üblichen Honorare für gute selbständige Fotografen befinden. Sachlich ist nichts einzuwenden. Die Neidkultur jedoch stellt eine Aussage stets in den Fokus: ich habe es nicht, somit kann es auch niemand anderes haben. Eine Ablenkung vom Kernthema. Die richtige Kernfrage lautet: braucht ein deutscher Wirtschaftsminister einen Fotografen über Jahre hinweg auf seinen Reisen? Ein klares Nein ist hier die zweifelsohne Korrekte Antwort. In seiner Position erhält Habeck ausreichend Fotomaterial, sodass eine steuerfinanzierte und eher narzisstisch wirkende Fotografenbegleitung keine sinnvolle Investition ist — schon gar nicht, wenn jene durch Steuern der arbeitenden Bevölkerung finanziert ist. Die Neidkultur jedoch lässt die Kernfrage außen vor und beschäftigt sich mit rein selbstreferentiellen Befindlichkeiten.

Konsequenzen

Es ist Aufgabe des Managements in beiden Fällen proaktiv gestaltend einzugreifen. Eine Selbstreflexion der Lage jedoch ist ebenso notwendig. Neidkultur kann auch dadurch entstehen, dass Sie als Organisation prekäre Beschäftigung praktizieren oder fördern. Ist dies nicht der Fall, so steuern Sie jede Diskussion auf die korrekte Sachfrage hin. Eine Toleranz gegenüber Neidkultur ist nicht angemessen und eine Nulltoleranz die richtige Vorgehensweise. Neidkultur jedoch endet nicht bei rein finanziellen Aspekten. Wenn Führungskräfte eine Arbeit von zu Hause oder von anderen Orten aus willkürlich nicht akzeptieren, so basiert dies oft auf Neid. Früher war diese Option für jene Führungskräfte nicht möglich, so bietet man es auch keiner Folgegeneration an. Selbstreflexion des Managements ist hier extrem wichtig.

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Niels Brabandt

Niels Brabandt is in business since 1998. Helping managers to become better leaders by mastering the concept of Sustainable Leadership. Based in Spain & London.