Sind private Handlungen relevant für geschäftliche (Personal)Entscheidungen?

Umgang mit öffentlichen Äußerungen von Mitarbeitenden

Social Media ist omnipräsent.

Eine allgegenwärtige Präsenz von Facebook, Twitter, TikTok, Instagram und mehr ist unvermeidlich. Gleich, ob Sie hieran persönlich teilnehmen oder nicht, Social Media ist nicht nur im Bereich Recruiting relevant. Oft vernetzen sich ganze Firmen über verschiedene Plattform. Tauschen sich aus, zeigen Persönlichkeit und vermitteln ebenso klar die Botschaft, dass es bei einer sehr guten Organisation eben oft nicht nur um die Arbeit geht. Ebenso sind diese Orte online jedoch auch Anlass für Konflikte. Jene bleiben bei der Arbeit nicht außen vor.

Photo by Towfiqu barbhuiya on Unsplash

Wie gehen Sie als Organisation hiermit um?

Grundsätze

Einige Grundsätze gibt es vorab zu beachten, wenn es um eventuell strittige Äußerungen geht.

Keine Entscheidung wird gefällt ohne die andere Seite anzuhören. Nach der Anhörung der beteiligten Seiten ist eine Entscheidung zu fällen. Eine Entscheidung ist klar notwendig, da ansonsten angenommen wird, dass Führungskräfte hierzu nicht willens oder nicht in der Lage sind. Beide Ergebnisse würden jenen Führungskräften extrem schaden.

Zudem sind aller Entscheidungen stets Einzelfallentscheidungen. Ein Rückschluss von einem Fall auf alle Personen ist generell weder möglich noch zulässig.

Beispiele

Nachfolgend sehen Sie drei Beispiele, welche Sie exemplarisch heranziehen können, um ein Bild zu erhalten.

Beispiel 1:

Zwei junge Menschen auf TikTok zeigen, dass Sie bei der Arbeit von zu Hause nicht arbeiten. Dies gerät in die öffentliche Kritik. Die Organisation entlässt beide fristlos. Dieses Beispiel fand großen Anklang bei Führungskräften. Eines sei hier erwähnt: die Entscheidung ist korrekt. Die wissenschaftliche Evidenz belegt auch weiterhin, dass von zu Hause vor allem mehr gearbeitet wird bei gleichzeitig kürzeren Pausen.

Beispiel 2:

Eine Führungskraft äußert sich auf Facebook, dass die Covid-19-Pandemie erfunden sei und Impfungen Autismus verursachen. Gleichzeitig arbeitet jene Führungskraft für einen wissenschaftlich getriebenen Konzern. Das Thema wird angesprochen. Die höchste Führungsebene verzichtet auf Konsequenzen, da die Äußerungen „privat seien“. Binnen der nächsten sechs Monaten verlässt die Hälfte des Teams jener Führungskraft die Firma. Ein weiteres Drittel wechselt die Abteilung. Auf Portalen wie Kununu und Glassdoor wird die Führungsspitze öffentlich und namentlich kritisiert. Es erfolgt, trotz Möglichkeit hierzu, kein Kommentar seitens der Führungsebene.

Beispiel 3:

Zwei Mitarbeitende lernen sich in einer Firma kennen und heiraten. Unter dem Hochzeitsfoto auf Instagram kommentiert ein Kollege von jenen, anspielend auf die asiatischen Wurzeln der Frau auf dem Bild, Folgendes: „Das schönste Geschenk hat Sie schon bekommen. Eine Aufenthaltsgenehmigung.“. Die Situation eskaliert bereits online und wird direkt montags zum Thema in der Organisation. Wenige Tage später entlässt jene Firma den Mitarbeitenden fristlos.

(Mehr Beispiele im dieswöchigen Podcast — Link siehe unten.)

Dies sind drei Beispiele, welche Ihnen das Ausmaß des Schadens, jedoch auch eine Problemstellung aufzeigen.

Rückgrat zeigen als Führungskraft

Betrachten Sie die drei Beispiele oben, so fällt Ihnen sicherlich eines auf: Mitarbeitende wurden entlassen. Ab der Führungsebene wurde nicht mehr agiert. Das Messen mit zweierlei Maß oder das Vermeiden von unpopulären Entscheidungen sind die sicherlich schädlichsten Handlungsweisen, welche eine Führungsebene zeigen kann.

Oft sprechen Organisationen über Werte, ein solides Konstrukt an Ethik und Moral. Wenn Sie drüber sprechen, handeln Sie entsprechend. Diese Momente bezeichnet man in der Führung als Moment of Truth, Momente der Wahrheit. Wenn Sie in jenen nicht nach den von Ihnen ausgegebenen Wertemustern entscheiden, so verlieren Sie die soziale Legitimation als Führungskraft und folglich den Willen der Mitarbeitenden Ihnen zu in jedweder Art und Weise zu folgen. Dies kann temporär oder dauerhaft der Fall sein. Agieren Sie somit bedacht, nachhaltig, jedoch vor allem entschieden, wenn es darum geht sich in Hinblick auf Ethik, Moral und Werte zu positionieren.

Mehr zum Thema des Umgangs mit Äußerungen und deren Relevanz in Hinblick auf Personalentscheidungen
im dieswöchigen Podcast: Apple Podcast / Spotify.

Ihnen ist exzellenter Führungsumgang in jenen Krisenmomenten wichtig?
Lassen Sie uns sprechen: NB@NB-Networks.com.

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Niels Brabandt

Niels Brabandt

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Niels Brabandt is in business since 1998. Helping managers to become better leaders by mastering the concept of Sustainable Leadership. Based in Spain & London.