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Welche Beförderung macht dich wirklich glücklich?

“A woman holding a white mug with a “like a boss” print” by Brooke Lark on Unsplash

Wenn ich nur diese Beförderung bekommen würde, dann hätte ich es geschafft.” — Solche Sätze höre ich immer wieder. Mir scheint, Beförderungen sind die magischen Einhörner der Karriereleiter: Sie sind selten, fast mythisch, fixen — so die Annahme — magisch alle Probleme und sind überhaupt das Mittel zum Glück.

Leider übertreibe ich damit nur wenig, denn Beförderungen werden tatsächlich sehr hoch gehängt. Viele Menschen jagen im Berufsleben dem nächsten Schritt auf der Karriereleiter nach.

Doch wenn ich Beförderung im Rahmen der Lebenskarriere verstehe, verändert sich das Bild. Dann kann ich eine Frage stellen, die im normalen Karriereverständnis seltsam klingen würde:

Welche Beförderung macht dich glücklich?

Beförderung in der Lebenskarriere — ein Fortschritt im größeren Rahmen

Im Rahmen der Lebenskarriere bezeichne ich eine Beförderung als positive Weiterentwicklung der Gesamtsituation. Klingt theoretisch und ausweichend, ist mir klar, daher hier ein paar Beispiele, wie das konkret aussehen kann. Eine Beförderung in der Lebenskarriere kann …

  • … die Vertiefung der Beziehung zu deinem Partner oder deiner Partnerin sein und die bewusste Entscheidung, dieser Beziehung mehr Zeit und Raum zu geben und dafür andere Dinge zurückzustellen.
  • … eine Umverteilung deines Engagements sein. Wenn du mehr Zeit in Energie in die Themen und Dinge investierst, die dir wirklich wichtig sind, ist das für dich eine Verbesserung.
  • … eine Reduktion der Arbeitszeit sein, wenn du die neu frei gewordene Zeit dann für Familie, Freunde oder andere, für dich wichtigere Dinge, nutzt.
  • … aber auch eine ganz normale Beförderung im Berufsleben sein, wenn das dein Fokus und das für dich wichtigste ist.

Der letzte Punkt mag überraschen. Ich habe ihn bewusst drin, um bei dieser Gelegenheit auf einen essentiellen Grundsatz meiner Lebenskarriere Philosophie hinzuweisen:

Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg in der Lebenskarriere. Es spricht nichts dagegen, eine klassische Karriere und den Beruf in den Mittelpunkt zu stellen. Es spricht auch nichts dagegen, die Prioritäten woanders zu setzen. Entscheidend ist, dass du dich bewusst für deinen Weg entscheidest und nicht den Erwartungen anderer hinterher läufst. Es steht weder mir noch anderen zu, deinen gewählten Weg zu bewerten oder zu beurteilen.

Vor diesem Hintergrund bekommt die Frage “Welche Beförderung macht dich wirklich glücklich?” (hoffentlich) einen Sinn. Wenn du zur Antwort kommst, dass eine klassische Beförderung im Job dich gerade glücklicher macht als alle anderen Arten der Beförderung, weil das einfach dein Fokus ist: Go for it.

Wenn du merkst, dass du deine Prioritäten außerhalb des Jobs hast und du, um dich diesen Dingen und Menschen zu widmen, im Job einen Schritt zurück machen musst, dann ist das ebenfalls okay und ist, aus Sicht der Lebenskarriere, eine völlig legitime Beförderung.

Wichtig ist, dass du für dich entscheidest, welche Art der Beförderung dich jetzt gerade glücklich macht. Dabei kannst, ja musst du sogar oft die etablierten gesellschaftlichen Normen und externen Erwartungen ignorieren. Das hat viel damit zu tun, wie du Erfolg und Glück für dich definierst und was für dich dabei zählt.

Die Impulse dazu sind jedoch Thema eines künftigen Artikels. Jetzt wünsche ich dir viele inspirierte und reflektierende Gedanken zur Frage:

Welche Beförderung macht dich wirklich glücklich?