Platzkonzert:Gerät Münsters größter Möglichkeitsraum bis 2020 in Bewegung?

Ausgabe #7 | 04. Dezember 2017

Der Schlossplatz ist nicht nur Europas größter innerstädtischer Platz. Er ist auch ein politisch heißes Eisen. Nach Musik­hallen-Desaster und Namensdebatte hat kaum jemand Lust, sich hier die Finger zu verbrennen. Eine Initiative aus neun münsterschen Bürgern will in Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft Lust auf das zentrale Areal wecken. Seit September 2016 versucht die Initiative, das Thema durch Dialoge und runde Tische wieder auf die Agenda zu hieven. Bis 2020 soll es nach Willen der Akteure zu unumkehrbaren politischen Beschlüssen kommen. Münster Urban sprach mit Ulrich Krüger, Stefan Rethfeld und Dr. Marius Stelzer von SchlossPlatzKultur 2020*.

Das Umfeld des Schlossplatzes hat sich über 250 Jahre entwickelt.

*Der Initiative gehören an: 
Daniel Alte Epping Wirtschaftsingenieur und Immobilienexperte 
Martin Heppner Geschäftsführer Corporate Werbeagentur GmbH
Monika Rasche ehemalige Leiterin der Stadtbücherei Münster
Stefan Jörden Architekt 
Ulrich Krüger Geschäftsführer TON Objekteinrichtungen GmbH
Stefan Rethfeld Architekt und Journalist
Josef Rickfelder Politiker, Polizist, ehemaliges Mitglied des Landtags
Christian Schmitz Architekt, EPS-Architekten 
Dr. Marius Stelzer Pastoralreferent/Milieuforscher, Bistum Münster/Ruhr-Universität Bochum

Jörg Heithoff: Neben dem Projekt auf dem Hörster Parkplatz und der Idee eines Musikcampus als Kooperation von Universität und Stadt an der Hittorfstraße präsentieren Sie einen dritten Vorschlag für ein Kulturgebäude oder Festhaus, wie Sie es nennen …

Ulrich Krüger: Man muss den Herren Deckwitz und Höyng danken, dass sie mit ihrem Vorschlag für den Hörster Parkplatz das Thema wieder auf die Agenda gebracht haben. Darauf satteln wir auf. Nach dem Bürgerentscheid 2008 war das Thema ja verbrannt. Wir gehören auch zu den Münsteranern, die damals krachend gescheitert sind. Heute bin ich dafür dankbar. Denn damals sollte der Schlossplatz selbst bebaut werden. Das hat uns Dieter Georg Baumewerd noch einmal klar gemacht: Auf diesen Platz gehört kein Gebäude.

Stefan Rethfeld: Wir wollen einen Prozess starten, der den Schlossplatz wieder ins Gespräch bringt. Das ist ja ein altes Thema, aber auch eine notwendige Zukunftsfrage.

Heithoff: Aber wie weit sind Sie denn? Das Thema ist ja bis heute verbrannt, wie Sie zu Recht sagen. Wie realistisch ist es, hier weiterzukommen?

Rethfeld: Das ist die spannende Frage: Bekommen wir den Schlossplatz wieder beweglich? Er ist erstarrt. Wir müssen anders über diesen Platz denken. Alle Beteiligten müssen zusammenkommen. Dafür haben wir mit den runden Tischen ein offenes, aber dennoch zielgerichtetes Format entwickelt.

Krüger: Und die Ergebnisse der runden Tische stellen wir vollständig ins Netz. Und das möglichst aktuell. Alles, was präsentiert wurde, steht im Netz.

Rethfeld: Wir haben uns als Bürger der Stadt selbst das Mandat gegeben. Wir würden gern die Kommunikation über diesen Ort in Gang bringen. Wir sind aber nicht die Entwerfer dieses Ortes. Wir helfen beim Analysieren, beim Sehen und beim Studieren. Wir machen noch mal Grundlagenermittlung. Dazu gehört sehr viel Analyse, um zu verstehen, warum das Thema lange so tot war. Aber auch um zu begreifen, wo die Synergien und Potenziale liegen. Am Ende wollen wir nicht nur über den Schlossplatz geredet haben. Wir wollen einen Korridor öffnen, an dessen Ende ein Projekt steht.

Dr. Marius Stelzer: Wir sprechen ja nicht für irgendjemanden. Weder für eine Partei noch für die Kaufmannschaft noch für andere Interessengruppen. Damit Bürger sich eine Meinung bilden können, müssen alle Fakten auf den Tisch. Die meisten Fakten sind da. Wir bringen sie nur in die Öffentlichkeit.

„Wir adressieren 100 Prozent der Bürgerschaft, auch wenn wir hinterhernur 80 Prozent bekommen.“
Ulrich Krüger

Heithoff: Was hat Ihre Bestandsaufnahme bisher ergeben?

Rethfeld: Es ist bislang noch nichts verbaut worden. Das ist positiv. So wie sich der Schlossplatz darstellt, ist er ein einzigartiger Ort für die Stadt, die Region, für Nordrhein-Westfalen. Man könnte das sogar steigern: Er hat auch für Deutschland eine Bedeutung und sogar eine europäische Dimension. Wir sprechen über Nutzungen, die weit über die Stadt hinausreichen. Der Schlossplatz ist einzigartig, schon aufgrund seiner Größe. Dieses Potenzial ist noch nicht in Wert gesetzt. Genau das wird jetzt aber langsam wirklich Zeit. Zumal die ganze Reihe von Dingen ja geklärt ist. Durch den Band der LWL-Denkmalpflege über den Schloss­platz haben wir jetzt eine großartige Grundlage, die gab es bei den Diskussionen vor zehn Jahren noch nicht. Das Buch wurde 2012 vorgestellt. Das Material ist komplett da. Der Weg ist frei. Das haben wir schon 2012 gesagt. Es ist aber nicht dazu gekommen. Jetzt helfen wir mit.

Heithoff: Ich spitze zu — Sie wollen den Platz schicker machen und am liebsten am nördlichen Rand, auf dem Kalkmarkt, noch ein Gebäude errichten?

Rethfeld: Nein, es geht nicht nur um einen Platz oder ein Gebäude, sondern um einen Ort und um seine Funktion für die Stadt. Der Schlossplatz ist wandelbar. Er kann ein stiller, aber auch ein lauter Ort sein. Dort kann man etwas mischen, was man an keiner anderen Stelle erlebt. So etwas haben wir hier in Münster zwischen 2002 und 2012 auch schon in den Osmo-Hallen erlebt. Da öffnete sich plötzlich ein Möglichkeitsraum mit einer großen Bandbreite an Veranstaltungen. Der Schlossplatz bietet noch mehr davon.

Dr. Stelzer: Der Schlossplatz muss als Festplatz alle Bevölkerungsgruppen ansprechen. Kultur ist dabei nicht nur Hochkultur, nicht nur Sinfonieorchester, sondern auch Trivialkultur. Da darf Grunge neben Jazz oder Klassik stehen. Da darf Laientheater neben Gastspielen bekannter Ensembles stehen. Wir dürfen die verschiedenen Milieus denken. Erreichbarkeit ist daher auch wichtig. Bus, nicht nur Tiefgarage für die SUVs. Ein gutes Beispiel in Münster zeigt diese Breite der Akzeptanz die Stadtbücherei. Die ist auch ein Kulturhaus für ganz Münster.

Krüger: Die Stadtbücherei sorgte 1993 für so einen Bilbao-Effekt für Münster. Die Stadtbücherei als Institution ist über das Gebäude und den Ort auf ein völlig anderes Niveau gehoben worden. Sie gehört seither zu Deutschlands erfolgreichsten Büchereien.

Der unvollendete Platz
Schussfeld, Exerzierplatz, Festplatz, Parkplatz — der riesige und in dieser Form einzigartige Platz zwischen Schloss und Bürgerstadt hatte in den letzten 250 Jahren viele Funktionen. Und es gibt auch nach Schlauns großem Wurf von 1769 unzählige weitere Pläne, diesen urbanen Raum durchzugestalten. Doch zu einer umfassenden Lösung kam es nie. Der Schlossplatz erlebte bis heute über 250 Jahre Improvisation …
So sollte die Residenz des Fürstbischofs nach dem Generalplan von Johann Conrad Schlaun aus dem Jahr 1769 einmal aussehen. Als Schlaun 1773 starb, waren der Hauptbau, der nördliche Marstall und das nördliche Wachhaus fertiggestellt. Wilhelm Ferdinand Lipper führte den Bau bis 1787 fort. Der südliche Marstall und die dahinter liegenden Remisen wurden allerdings nie realisiert. Damit fehlt dem rechteckigen Schlossplatz die Symmetrie — bis heute. Derzeit wird die Fläche als Parkplatz verwendet. Der freie Neuplatz am unteren Bildrand verband als einfache Grünanlage Residenz und Stadt. Vor dem Bau der Residenz stand hier die ab 1661 errichtete Zitadelle. Die große Freifläche zwischen fürstbischöflicher Festung und Bürgerstadt war vor allem als freies Schussfeld gedacht, das die Herrschaft des Landesherrn über die Residenzstadt sichern sollte. Foto Stadtmuseum Münster
Der Schlossplatz im Vergleich: der zweit­­größte innerstädtische Platz Europas
Schlossplatz Münster 12,5 ha
Place de la Concorde Paris 8,7 ha
Petersplatz Rom 3,5 ha
Europäische Dimension hat der Schloss­platz schon allein aufgrund seiner außergewöhnlichen Maße. Eine Fläche dieser Größe in dieser Lage ist einmalig.

Die Initiative verfolgt eine Linie, die in der Vergangenheit schon oft diskutiert wurde: etwa wie hier auf einem Ausschnitt des Leitplans Stadterneuerung des Dortmunder Büros Zlonicky/Wachten von 1989. Der Schlossplatz soll nicht bebaut, aber gestaltet werden. Auf dem Kalkmarkt am nördlichen Rand soll allerdings ein Gebäude entstehen — auch um den Platz zu fassen.

Rethfeld: Die Stadtbücherei ist der Ort, der am breitesten aufgestellt ist. Alle Altersklassen, quer durch alle Milieus. Das ergibt sich aus der hohen 
 Qualität des Programms, aber auch aus der Architektur, die sich öffnet. Ein Konzerthaus zu bauen, ist ein Konzept des 19. Jahrhunderts. Es geht um die Weitung des Programms, das die Stadtgesellschaft in der Zukunft braucht. Deshalb sprechen wir vom Kulturhaus oder Festhaus. Das ist mehr als ein Konzerthaus oder ein Kongresszentrum.

Heithoff: Aber dieses Modell eines Hauses für alles und jeden ist ja ein altes kulturpolitisches Konzept, das etwas aus der Mode gekommen ist. Der Gasteig in München war in den 80er Jahren der letzte Versuch, so etwas zu realisieren. Kritiker sagen, so etwas sei politisch beliebt, aber profillos und deshalb in seiner Strahlkraft beschränkt. In einem Oberzentrum sollen solche Leuchttürme nicht nur bis Sprakel oder Hiltrup reichen, sondern möglichst viele Menschen von außerhalb in die Stadt locken. Das funktioniert aber heute nicht mehr mit einem Gemischtwarenladen.

Rethfeld: Das Kulturhuset aus den 1970er Jahren von Peter Celsing in Stockholm ist ein sehr lebendiges Beispiel dafür, dass das sehr gut funktioniert. Leider ist Stockholm nicht so im Fokus der Medien. Es gibt aber auch neuere Ansätze. Etwa Kulturzentren an verschiedenen Orten in Europa, die auch die Wissenschaft mit einbinden.

Krüger: Wir haben positive Rückmeldungen aus der Politik für unseren Ansatz. Da hören wir: Klasse, dass Sie das anders und breit angehen. Wir adressieren 100 Prozent der Bürgerschaft, auch wenn wir hinterher nur 80 Prozent bekommen. Das hat die Politik verstanden.

Heithoff: Aber ist das nicht auch Teil der Vorgeschichte? Da kommt politisch erst einmal alles an, was das Gegenteil des elitären Stallgeruchs ausstrahlt, den das Projekt Musikhalle 2008 hatte.

Dr. Stelzer: Das mag sein. Aber dieser Ansatz ist mehr als ein Feigenblatt. Das ist unsere Überzeugung. Aber was genau daraus wird, wird der Prozess ergeben. Wir bringen ja nur Billardkugeln in Bewegung.

Rethfeld: Aber eines wissen wir schon jetzt: Der Schlossplatz ist als Platz nicht präzise gefasst. Es fehlt hier an Qualität. Diesen Ort gilt es neu zu entdecken.

Krüger: Baumewerd hat gesagt: Das ist ein ungeschliffener Diamant.

„Was genau daraus wird, wird der Prozess ergeben. Wir bringen ja nur Billardkugeln in Bewegung.“
Dr. Marius Stelzer

Heithoff: Aber das wird doch jeder unterschreiben?

Rethfeld: Nein, es gibt einige, die sagen, der Zustand des Platzes stört uns nicht. Und natürlich gibt es Menschen, die meinen, es gäbe derzeit Wichtigeres zu tun. Es geht aber dabei um mehr als nur die Herrichtung eines Platzes. Wir wissen erstens, dass ein Schloss­platz viel mehr leisten kann. Wir wissen zweitens, dass es eine Reihe von Nutzungen und Orten von der Aula über den H1 bis hin zum Amtsgericht rund um diesen Platz gibt, die alle öffentlich sind. Das Dritte ist: Wenn man etwas hinzugibt, etwa ein Kulturhaus, dann ist das ein Baustein, der alles zusammenfügen und damit in Wert setzen kann. Ein Programm verändert den Ort. Wenn wir etwa in der Michaeliskapelle des Schlosses Lectures auf höchstem Niveau hätten, würde das Schloss eine Kulturveranstaltungsadresse. Es geht um einen neuen Schaltplan. Wir wollen das Vorhandene zusammenschalten. Wenn man das so sieht, bekommt der Ort plötzlich Energie.

Heithoff: Wenn man sieht, wie schnell das Projekt auf dem Hörster Parkplatz für tot erklärt wurde, drängt sich der Eindruck auf, dass die Stadtver­waltung mit hohem Tempo das Projekt Musikcampus an der Hittorfstraße vorantreibt. Wenn das in diesem Takt so weitergeht, bricht Ihnen der Eckstein Ihrer Idee weg. Denn man kann ja am Kalkmarkt kein Fünf-Sterne-Hotel errichten. Ihre In-Wert-Setzungs-Strategie funktioniert nur mit einem Kulturhaus.

Krüger: Wobei es nicht zu spät ist. Wenn ich den Letter of Intent zwischen Universität und Stadt zum Musikcampus richtig gelesen habe, ist der Ort dort nicht festgelegt. Dieser Campus könnte auch am Kalkmarkt entstehen. Liegenschaftlich ist die Situation sehr ähnlich. An beiden Orten liegt ein städtisches Grundstück neben Landeseigentum.

Baumewerds Ideen
Der münstersche Architekt Dieter Georg Baumewerd legte 2012 seine Ideen für die Gestaltung des Schloss­platzes vor. Baumewerd stellte die Idee des „Festplatzes“ in den Mittelpunkt. Das schloss eine Bebauung des Schlossplatzes aus. Und die Autos sollten unter die Erde. Denn, so Baumewerd, ein Parkplatz sieht anders aus als ein Festplatz. Die Fassung dieses „ungeschliffenen Diamanten“ stellte sich der 2015 verstor­bene Architekt, inspiriert durch die schlaunschen Symmetrien des 18. Jahrhunderts und die Tuilerien in Paris, so vor: große Flächen aus sandsteinfarbenem Kies als wassergebundene Decke. Dazwischen ein Wegesystem aus großen Natursteinplatten. Als Außenbegrenzung eine niedrige Mauer mit Gitter. Hinter dem Gitter eine dreireihige Baumallee. Auch Baumewerd sah eine Bebauung des Kalkmarkts vor.
Fotos und Grundriss Baumewerd-Architekten

Rethfeld: Die Stadt kommt nicht umhin, ihre Hausaufgaben zu machen. Es geht um die große Verantwortung, das Programm richtig zu setzen. Die vier Ms Musikhalle, Musikschule, Musikhochschule und Musikwissenschaft in ein Gebäude zu bringen ist für Fachleute naheliegend. Dennoch hat das die Stadt vor zehn Jahren nicht gedacht. Jetzt ist es plötzlich relevant. Da fragt man sich schon: Ist das ein Konzept oder ist das jetzt nur eine bequeme Lösung? Dann der Ort: Ist das Coesfelder Kreuz das neue Zentrum der Universität? Wir wissen alle, dass es drei Zentren der Universität gibt: die Petrikirche, das Schloss und das Coesfelder Kreuz. Was hat man mit der Ringstraßenkultur vor? Kann ein solcher Ort je urban werden? Hat man wirklich überlegt, ob ein Kongress­zentrum an dieser Stelle richtig ist? Wie ist hier etwa die Anbindung an den Bahnhof? Wir reden hier über große Veranstaltungen. Ist das wirklich durchdacht? Mir wäre wohler, wenn die Stadt da offener heranginge. Wenn man den Ort für so ein Haus sucht, ist man wohl nicht in der Altstadt. Denn in einer wachsenden Stadt ist da kein Platz mehr. Das Ganze kann auf jeden Fall kein Schnellschussprojekt sein. Dafür ist es zu gewichtig.

Dr. Stelzer: Es kann auch sein, dass gar nichts passiert. Das ist schließlich ein ergebnisoffener Prozess. Und der ist systemisch. Dabei kann ein Kulturhaus herauskommen, aber auch was völlig anderes. Wichtig ist aber, dass der Platz gestaltet und gerahmt wird. Sonst haben wir dort keine urbane Qualität.

Heithoff: Was ist denn Ihr Ziel im laufenden Prozess?

Krüger: Nach dem zehnten runden Tisch wollen wir einen Brief nach Düsseldorf senden. Denn dort heißt es ja immer, die Münsteraner wüssten ja nicht, was sie wollen. Werdet euch erst einmal einig, hat mir mal ein Politiker gesagt, der jetzt Minister in der neuen 
 Regierung geworden ist. Wir könnten dann sagen: Die Bürgerschaft hat sich eine Meinung gebildet.

Heithoff: Und was ist Ihr Ziel für 2020? Diese Jahreszahl trägt die Initiative im Namen.

Krüger: Wir wünschen uns, dass wir bis dahin einen unumkehrbaren Entscheidungsprozess durchlaufen haben. Ich komme aus dem Marketing. Heribert Meffert hat uns immer gesagt: Es gibt strategische Fenster. Ihr müsst aber auch den Mut haben, durchzusteigen. Ich glaube, dass sich dieses Fenster 2020 schließt.

Heithoff: Und was muss bis dahin noch passieren?

Dr. Stelzer: Etwa Wettbewerbe zur Gestaltung. Das muss keine barocke Lösung für den Schlossplatz sein, wie Baumewerd sie vorgeschlagen hat. Das kann auch eine moderne Gestaltung sein. Ein weiterer Wettbewerb könnte klären, was auf dem Kalkmarkt passieren soll.

Heithoff: Also sind die Pläne von Dieter Baumewerd für Sie nicht gesetzt?

Krüger: Die bisherigen Pläne sind für uns eine wichtige Grundlage — jedoch nicht eine 1:1-Vorlage zur Umsetzung. Wir setzen auf Entwicklung — passgenau für ein zukünftiges Münster.

Interview Jörg Heithoff Fotos Ute Friederike Schernau