Foto: Fischer Amps

Manufakturarbeit mit Industriecharakter

20 Jahren Handarbeit: Jochen Fischer gründete 1996 das in Baden-Württemberg beheimatete Unternehmen Fischer Amps für hochwertige Bühnen- und Hi-Fi-Technik. Mit seiner eigenen Rhapsody-Serie und den In-Ear-Monitoren von Ultimate Ears liefert er hochwertigste Produkte mit individuellem Charme und viel audiophiler Klasse.

Das Interview mit Jochen Fischer führte Thomas Raukamp.

Jochen, herzlichen Glückwunsch zum „Zwanzigjährigen“! Wie kam es zur Gründung von Fischer Amps — interessant ist in dieser Hinsicht ja besonders dein eigener Background?

Ich habe mit 16 Jahren angefangen, live Musik zu machen und alles in allem über 30 Jahre im Musikbusiness auf dem Buckel. Ich war sowohl als Musiker auf der Bühne als auch lange Zeit als Monitor-Tontechniker und Technischer Leiter für Bands aller möglichen Stilrichtungen unterwegs. Mit meinem ursprünglich erlernten Beruf als Techniker der Elektronik und einem großen Interesse an Audio- und Bühnenelektronik fing ich an, eigene Ideen zu realisieren und zu entwickeln. Die erste Produktlinie, die 1996 vorgestellt wurde, waren spezielle Akkuladegeräte in 19-Zoll-Technik, die man in Flightcase-Racks einbauen konnte.

Seit 1999 vertritt Fischer Amps die maßgefertigten In-Ear-Kopfhörer von Ultimate Ears in Deutschland und Teilen Europas.

1998 nahm ich auf Anraten des Tontechnikers der „Scorpions“ mit der Firma Ultimate Ears in den USA Kontakt auf, die schon damals hervorragende maßgefertigte In-Ear-Hörer produzierte. Seit 1999 vertritt Fischer Amps sehr erfolgreich die Marke Ultimate Ears in Deutschland und Teilen Europas. Dies war dann auch der Startschuss in die professionelle In-Ear-Technologie — seitdem nehmen entsprechende Kopfhörerverstärker und auch eigene In-Ear-Modelle einen großen Anteil in unserem Produktsortiment ein.

Du hast die ersten In-Ears noch per Hand zurechtgefeilt …

Ja, indirekt schon. Nachdem sich die Nutzung von maßgefertigten Hörern anstelle der Monitorboxen auf der Bühne bei Profibands durchgesetzt hatte, kam schnell der Wunsch nach passenden In-Ear-Systemen mit einer universellen Passform auf. Denn jede Band hat schließlich mal Gäste, die ebenfalls adäquat bestückt werden müssen, und benötigt natürlich bei Defekten einen schnellen und adäquaten Ersatz. Diese Hörer sollten in Klang, Passform und unauffälligem Sitz im Ohr zu den maßgefertigten Systemen passen. Die ersten universellen In-Ear-Hörer, die daraufhin auf den Markt kamen, waren allerdings recht abenteuerliche Konstruktionen mit grauenvollem Klang.

Fischer Amps gestaltet und produziert die Rhapsody-Serie — wie alle anderen Produkte — komplett in Deutschland. Auch die Gehäuseform ist eine komplette Eigenentwicklung: Die ergonomisch geformten Acrylschalen sind mehrfach handlackiert und extrem flach gestaltet.

Und das musstest du na klar verbessern …

Ja, ich habe damals angefangen, aus einem Acrylblock eine Art universelle Hörergehäuseform zurechtzufeilen, die bei den meisten Kunden tatsächlich sehr gut im Ohr saß, sicher hielt und in ihrem Inneren genug Platz für aufwändige Lautsprecherschaltungen mit mehreren Treibern bot. Diese Hörerform hat nach ein paar kleineren Evolutionsstufen noch immer Bestand und ist heute in unseren FA-E- und FA-Rhapsody-Serien verwirklicht.

Handarbeit wird immer noch groß geschrieben bei Fischer Amps, oder?

Alle unsere Produkte, von ein paar naheliegenden Ausnahmen wie Akkus und Steckerladegeräten abgesehen, fertigen wir in Osterburken selbst in Handarbeit. Auch die Entwicklungen kommen direkt aus unserem Haus. Der größte Teil unserer Zulieferer befindet sich zudem in unserer Nähe beziehungsweise in Deutschland.

Den Rotstift, der leider bei der Kalkulation von neuen Produkten oftmals eine Rolle spielt, benutzen wir bewusst nicht — unsere Qualität und Handarbeit aus Deutschland haben eben ihren Preis. Insbesondere unsere Hörerproduktion erfordert viel individuelle Arbeitsschritte und Präzision. Ich nenne das mal „Manufakturarbeit mit Industriecharakter“.

Fischer Amps hat seine Wurzeln im professionellen Stage- und Recording-Markt. Wo siehst du die Brücke zum typischen Musikliebhaber und Hi-Fi-Fan?

Der Einsatz von vielen Produkten im Profibereich setzt auch für die kommerzielle Nutzung Standards und wird dort umgesetzt — die Autoindustrie ist da ein Klassiker. Die Erfahrungswerte, die wir bei Profianwendungen sammeln, setzen wir auch in unseren Produkten für den ambitionierten Heimanwender um. Dazu gehören ganz klar die individuellen Klangeigenschaften, der Tragekomfort, die Robustheit im Alltag sowie die Servicefreundlichkeit.

Die FA-Rhapsody-Serie beinhaltet verschiedene Modelle für unterschiedliche Klangcharakteristiken. Wie würdest du die Zielgruppen im Hi-Fi- und Recording-Markt selbst kurz umreißen?

Unsere vier Rhapsody-Modelle bieten für den Musiker auf der Bühne, im Tonstudio beziehungsweise beim Recording und auch den anspruchsvollen Privatanwender passende Klangeigenschaften. Liebhaber der unverfälschten Klanglinearität finden genau wie Kunden, die etwas tonalen Spaßfaktor bevorzugen, in dieser Serie das richtige Produkt.

Unsere Rhapsody-Serie haben wir mit viel Leidenschaft und Erfahrung entwickelt. In Deutschland handgefertigte Produkte mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis und individuellem Charme — das ist für mich die Einzigartigkeit.

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