Urlaub in der Stadt

Ein Abstecher ans „Blaue Wasser“

Wiese, Schiffchen, Picknickdecke: Ein Sonntag am “blauen Wasser”

Wer für viel Geld ein Flugzeug besteigt, um fernab der Heimat Entspannung und Erholung zu suchen und dem tristen Alltag an überfüllten Stränden oder dem Pool des mittelschlechten Pauschal-Hotels zu entfliehen, ist ziemlich doof.

Das suggerieren jedenfalls die zahlreichen Freiluft-Locations, welche allesamt versprechen „Wahre Oasen in der Großstadt“ zu sein und um während der Ferien daheim gebliebene, entspannungswillige Frankfurter buhlen.

Hafen2, KingKa Beach Club, Niddastrand, Orange Beach, CityBeach, LongIsland Summer Lounge, Alte Schiffsmeldestelle, Yachtklub oder doch in eines der zahlreichen Freibäder– ja, verdammt noch mal:

Wie soll ich mich eigentlich erholen, wenn angesichts der Vielzahl der Locations bereits deren Auswahl überfordert?

Aus Gründen der Bequemlichkeit und Überforderung enden freie Sommertage bei mir dann doch zumeist mit Decke an MainCafé oder im Park. Da weiß man schließlich was man hat…

Nun begab es sich allerdings am letzten Sonntag, dass ich mir aufgrund meines am frühen Abend beginnenden Dienstes nicht gemeinsam mit Freunden im Brentanobad die Sonne auf den Pelz knallen lassen konnte. Auf Arbeit in feuchten Badehosen erscheinen – kommt nicht so gut. Wenn man nicht gerade Bademeister ist.


Wie schön, dass sich meine lieben Eltern zum Kaffee angekündigt hatten. Das Wetter war pralle (den Sommer 2016 hatte ich ja zwischenzeitlich bereits aufgegeben), und so schlug ich vor, diesen am “Blauen Wasser”, einer diesen Sommer neu eröffneten Strandbar auf dem Gelände eines ehemaligen FKK-Clubs in Fechenheim.

Mit dem “CallABike“-Fahrrad war ich aus dem Nordend mit kurzem Foto-Abstecher in den Ostpark schnell angereist, und das Wagnis “Probier’ was Neues diesen Sommer” hat sich gelohnt!


Vor dem — zugegeben etwas heruntergekommenen — Gebäude des ehemaligen Nackedei-Clubs wurde ein wunderschöner Restaurantbereich errichtet. An der Bar warten sowohl die gängigen Erfrischungsgetränke als auch eine durchaus ansehnliche Auswahl an Spirituosen (insbesondere Gin!) auf die durstigen Besucher.

Über Treppen geht’s dann hinab direkt ans Mainufer. Auf Augenhöhe mit den dort geankerten Booten lässt es sich wirklich ganz hervorragend aushalten, auch für angenehme Hintergrundbeschallung ist gesorgt. Ja, ich bin geneigt zu sagen, sogar mit Ausblick auf das benachbarte Offenbach vermag sich ein gewisses Urlaubs-Feeling einzustellen. Und selbst meinen Eltern scheint’s zu gefallen — und das will was bedeuten!

Allerdings, das schöne Sommer-Ambiente hat durchaus seinen Preis:

Für eine kleine Cola (0,2 Liter) zahle ich dann direkt auch mal dreieinhalb Öcken. Auch der hausgemachte Eistee ist ein Traum, aber kein ganz günstiger Spaß. Puh, das schmerzt — aber hey, immer noch allemal günstiger als eine Fernreise!


Es lohnt also durchaus, eine kleine Radtour mit dem Besuch einer der zahlreichen “Open Air-Locations” (wie heißt das doch gleich auf Deutsch?) zu verbinden, und mal nicht schon wieder an Mainufer oder im Schwimmbad zu “enden”.

Und für alle, die angesichts deren Angebots in Frankfurt genauso überfordert sind, wie ich es war:

Besucht doch mal das “Blaue Wasser”. Es lohnt sich!

In diesem Sinne: Allzeit gute Erholung und schöne Sommertage euch allen!

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