Foto-Credit: Jakob Owens

Mehr Video, weniger Artikel — Strategiewechsel bei „digital only“ Web-Angeboten

Facebook hat als Trafficbringer in den letzten Jahren für viele Websites Erstaunliches geleistet. Neben den großen Effekten für Legacy Media Websites hat sich eine ganze Industrie an Viral-Websites aus der Idee entwickelt, Facebook-User zum Artikel-Klicken zu animieren. Doch es scheint fast so so, als wäre vorerst ein Peak „Traffic via Facebook“ erreicht.

„Digital only“ Web-Angebote wie Elite Daily, Mic und BuzzFeed jedenfalls vollziehen aktuell einen interessanten Strategiewechsel: Sie verabschieden sich ein Stück weit von der Hoffnung, massiv Traffic für die eigene Website zu generieren und konzentrieren sich bei ihren Angeboten zunehmend auf Video-Inhalte, um sie auf Facebook direkt zu spielen. Dafür wird neues Personalgesucht, Abteilungen werden umstrukturiert.

Der Grund dafür ist bereits vielfach diskutiert: Facebook priorisiert Inhalte, die auf der eigenen Plattform funktionieren. So verliert Facebook weniger User an Dritte, kann selbst mehr Geld verdienen. Insbesondere Videos erfahren seit einigen Monaten via eines Tweaks im Facebook Algorithmus einen enormen Boom und werden extrem gut in den News Feed der User gespült.

Das ist allerdings für Medienanbieter, die im Bereich Video noch keine großen Erfahrungen haben, eine riesige Herausforderung:

  • Erstens fehlt in vielen Bereichen das nötige Wissen, um wirklich gute Facebook-Videos zu produzieren.
  • Zweitens ist die Produktion von Video-Inhalten ungleich teurer. Diese Mehrkosten können aber nicht direkt gegenfinanziert werden, weil die Werbeeinnahmen in erster Linie über die eigene Website erzielt werden. Medien-Angebote, die auf Native Advertising setzen, wie etwa BuzzFeed, können somit sehr viel beherzter zur Sache gehen, als Legacy Media Web-Angebote. Mit Blick auf das Risiko-Kapital, das in vielen Fällen investiert wurde, können und müssen sie das auch.

Der Medienwandel ist weiter voll im Gange. Facebook eats it all.